Zu sich oder vor sich (weg) laufen?!

Kopie von Atalanta, Läuferin
Foto: Jimmy Müller Die Läuferin (rechts) im Widerstreit mit ihrer Kindheit und frühen Jugend

Erstaufführung von Lilly Axsters „Atalanta Läuferin“ in Österreich – im Studio des Akzent-Theaters (Wien)

Atalanta ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. Mehrere Versionen wurden/werden erzählt. Auf den Kern der am meisten verbreiteten griff die (Theater-)Autorin Lilly Axster für ihr vor zwei Jahren erschienenes Buch „Atalanta Läufer_in“ (www.zaglossus.eu) zurück und baute daraus eine eigene Geschichte.

Außenseiterin/Ausgestoßene

Atalanta, Läuferin Foto: Jimmy Müller Atalanta wird von ihrem Vater Iasos (in anderen Versionen ist es Schoineus) aus Enttäuschung darüber, dass sie ein Mädchen und kein Junge ist, in der Wildnis ausgesetzt. Eine Bärin zieht sie auf und das Mädchen wird zur schnellsten Läuferin, auch jedem Mann überlegen.

Axster hatte im Roman einen unbekannten männlichen Läufer (Lan) Gold im 100-meter-Lauf holen lassen. Im Augenblick des Triumphes fiel aus seiner durch die Luft geschleuderten Jacke – ein Tampon...

Aus eins mach drei

Atalanta, Läuferin Foto: Jimmy Müller Das Institut angewandtes Theater (IFANT) und der Verein Immoment haben sich mit dem Stoff auseinandergesetzt und mit drei sehr jungen Schauspielerinnen eine eigene rund einstündige kurzweilige Theaterversion erarbeitet. Die hatte Mitte Februar im Dachgeschoß des Theaters Akzent Premiere. Anfang März wird das Stück nochmals in einer Schulvorstellung gezeigt.

Die Legende wird kurz erzählt, Axsters Roman-Story bleibt außen vor, aber wesentliche Elemente ziehen sich durchs Stück: Die Außenseiterrolle der Hauptfigur.

Ei- und fest-ländisch

Atalanta, Läuferin Foto: Jimmy Müller Der unbändige Wille, den eigenen Weg zu laufen und das Spiel mit sprachlichen (Neu-)Erfindungen auch als Spiel mit dazugehören oder nicht, mit hier und dort, wir und ihr – in Atalantas Fall „ei-ländisch und „fest-ländisch“ (vielleicht als Festung im Moment besonders aktuell?!)

Daniela Stegmüller gibt eine unbeirrt laufende, trainierende und dennoch fast durchgängig mit leuchtenden Augen spielende 16-jährige Atalanta Läuferin. Elisa Pötz schlüpft in Latzhose in die Rolle des Kindes, genannt Ata, das davon läuft, auf einem Schiff landet und dort Jahre als Junge verbringt. Mit zehn ist's zu spät, da beginnen sich erste weibliche Formen nicht mehr verstecken zu lassen – so heißt's erneut abhauen. Diesen Part übernimmt – als Atalanta – Fabiola Eröd. Die abgespaltenen, zurückgelassenen kindlichen und sehr jugendlichen Teile suchen die Vereinigung mit der läuferischen Sieger-Typin. Die will davon herzlich wenig wissen.

Der Kampf der drei Seelen in einer Brust ausgelagert in zwei Mitspielerinnen sorgt für Spannung.

Infos

Atalanta Läuferin
von Lilly Axster
Institut angewandtes Theater (IFANT) und Verein Immoment

 

Darstellerinnen
Atalanta Läuferin: Daniela Stegmüller

Atalanta: Fabiola Eröd

Ata: Elisa Pötz

 

Regie: Claudia Bühlmann
Dramaturg. Beratung: Friedhelm Roth Lange

 

Wann wo?

1. März, 10 Uhr

Studio Theater Akzent
1040, Theresianumgasse/(Bühnen-)Eingang in der Argentinier Straße

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(kiku) Erstellt am
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