Den Pandas geht das Fressen aus

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Foto: REUTERS/Jason Reed

Durch den Klimawandel geht der Bambus in Chinas Bergen zurück, sagen Forscher. Den Pandas könnte dann langfristig eine Hungersnot drohen.

Der Große Panda steht bereits auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN, was bedeutet, dass er stark gefährdet ist. Frei lebend kommen die Säugetiere mit der auffallend schwarz-weißen Zeichnung nur noch in einigen isolierten Bergregionen Chinas vor, darunter in den Qinling-Bergen.

Jahrzehntelange Wilderei hatten die Population stark dezimiert. Zum Schutz der Pandas startete die chinesische Regierung im Jahr 1992 ein nationales Schutzprogramm. Doch nun kommt ein neues Problem hinzu: Bambus ist das Grundnahrungsmittel der Pandas - bis zu 38 Kilogramm verdrückt ein ausgewachsenes Tier davon pro Tag.

Forscher warnen

Eine Simulation eines Forscherteams von der Michigan State University liefert dazu besorgniserregende Daten. Wie Studienleiter Jianguo Liu berichtet, verringert der Klimawandel nämlich die Bambusvorkommen in den Panda-Lebensräumen. Die in der Region angesiedelten drei Bambusarten werden im Laufe des 21. Jahrhunderts "substanziell" zurückgehen, warnen die Wissenschafter im Fachmagazin Nature Climate Change.

Auch das Abholzen sowie der Rückgang der Artenvielfalt in vielen Wäldern tragen dazu bei, dass die Bambuspflanzen allmählich immer mehr zurückgedrängt werden. Dazu kommt, dass Bambus sehr selten blüht (teilweise nur 10 bis 120 Jahre), und er sich deshalb auch schlecht an veränderte Klimabedinungen anpassen kann.

Auch die Prognosen des UN-Klimarates IPCC gehen in diese Richtung. "Obwohl diese Vorhersagen unausweichlich unter vereinfachenden Annahmen und mit Unsicherheiten entstanden, zeigen sie potentielle Herausforderungen für den Erhalt der Pandas", so das Plädoyer des Expertenteams aus Michigan.

Der Große Panda gehört zu den seltensten Säugetieren der Welt und steht seit 1939 unter Artenschutz. Stellvertretend für die bedrohte Tierwelt, ziert er daher auch das Wappen des WWF. Sein Name leitet sich aus dem Nepalesischen ab: "nigalya-ponya" bedeutet auf Deutsch "Bambusesser". Bis zu 38 Kilogramm Bambus nimmt ein ausgewachsenes Exemplar pro Tag zu sich. Der Panda lebt ausschließlich in China. Als Lebensraum bevorzugt der gemütliche Pflanzenfresser lichte Laub- und Nadelwälder mit Bambus als Unterholz in höher gelegenen Bergregionen. Da Bambus ein Immergrün ist, und damit (noch) das ganze Jahr zur Verfügung steht, hält der friedliche Zeitgenosse auch keinen Winterschlaf. Eine Besonderheit ist der verlängerte Handwurzelknochen, der sozusagen ein kleiner „sechster Daumen“ ist, welcher das Halten und Abstreifen der Bambuspflanzen erleichtert. Pandaweibchen sind nur für einige Tage im Frühjahr fruchtbar, die Tragezeit beträgt ca. 4 Monate. Mehr als zwei Junge kommen sehr selten zur Welt. Nach eineinhalb Jahren sind die Pandas ausgewachsen und verlassen die Mutter. Pandas werden etwa 12 bis 14 Jahre alt.
(KURIER) Erstellt am
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