Letztes Update am 06.07.2012, 11:38
Zeitlos schön: 100 Jahre Modefotografie.
Der Modeverlag Condé Nast hat erstmals seine Archive in New York, Paris, London und Mailand geöffnet und Einblicke in 100 Jahre Modefotografie gewährt.
Von verführerisch bis provokant, banal bis exzentrisch. Seit mehr als einem Jahrhundert beeinflusst Fotografie das Bild von Mode, Models und Frauen allgemein. In der französischen Zeitschrift La Mode Pratique erschienen 1892 die ersten Bilder von Fotomodells. Von reinen Auftragsarbeiten entwickelte sich die Modefotografie hin zu einem Experimentierfeld zwischen Kommerz und Kreativität, Mainstream und Subkultur. Wie kein anderes Genre hält Modefotografie dabei nicht nur den jeweiligen Zeitgeist fest, sondern beeinflusst diesen auch. Der Verleger Condé Nast erkannte früh das Potenzial dieser Bilder und gründete die beiden Magazine Vogue (1892) und Vanity Fair (1914), die bis heute Maßstäbe in Sachen Mode setzen und die Haute Couture zur Kunst erhoben. Nun hat der Condé Nast Verlag erstmals seine Archive in New York, Paris, London und Mailand geöffnet und einen umfangreichen Einblick in eine Fotosammlung höchsten Ranges gewährt. Die Ausstellung in der C/O-Galerie in Berlin wird ab …
Von den klassischen Bildkompositionen der Gründungsväter wie Edward Steichen und George Hoyningen-Huene...
Bild: Edward Steichen, Amerikanische Vogue, (Dezember 1923)
... über die experimentelle Fotografie von Erwin Blumfeld und Irving Penn, der Sexualisierung und Voyerismus von Helmut Newton, der Cool Elegance von Peter Lindbergh bis hin zu neuesten Arbeiten von Mario Testino und Tim Walker.
Bild: Nickolas Muray, Vanity Fair, (Oktober 1929)
In der Modefotografie wurden oft als erstes neue Bildsprachen und Ästhetiken erprobt, eng verbunden mit der Weiterentwicklung der Technik. Interessanterweise wurde seit den Anfängen der Modefotografie das Objekt selbst, die Mode, zunehmend aus dem Fokus verdrängt.
Bild: John Rawlings, Amerikanische Vogue, (August 1944)
Stattdessen wurde die Bildsprache des Fotografen immer dominanter, opulent inszenierte Bildkompositionen und aufwendige visuelle Gestaltungen immer wichtiger.
Bild: Erwin Blumenfeld, Amerikanische Vogue, (März 1945)
Heutzutage sind die Grenzen zur kommerziellen Fotografie auf der einen und künstlerischen Praktiken auf der anderen Seite fließender – immer häufiger werden klassische Modefotografen vom Kunstmarkt gehandelt.
Bild: Diane Arbus, Glamour, (Mai 1948)
Seit seiner Gründung 1909 hat der Condé Nast Verlag Printmedien wie Vogue, Vanity Fair und Glamour etabliert.
Bild: Clifford Coffin, Amerikanische Vogue, (Juni 1949)
Aus dem Archiv des Verlages hat die Kuratorin Nathalie Herschdorfer eine Essenz aus 100 Jahren Modefotografie zusammengestellt – von seltenen Fotografien der Anfänge bis hin zu spektakulären zeitgenössischen Werken.
Bild: Norman Parkinson, Glamour, (Oktober 1949)
Die Ausstellung umfasst über 150 Vintage-Prints sowie originale Magazine.
Bild: Sebastian Kim, Teen Vogue, (Dezember/Jänner 2011)
(kurier/kob)
Erstellt am 06.07.2012, 09:02