Letztes Update am 19.09.2012, 15:23
Nach Cannes, Toronto und Berlin zeigte der heimische Regisseur Michael Haneke sein Erfolgswerk endlich auch in Wien.
Seine Drehbücher zeigt Michael Haneke immer zuerst seiner Frau Susi. "Früher war es meine Tante", erzählte er vor kurzer Zeit in einem KURIER-Interview. Die geliebte Tante lebt nicht mehr. Doch an sie dachte der Künstler, als er seinen Film "Amour" (Liebe) gemacht hat, in dem es um das Sterben geht.
Montagabend präsentierte der Star-Regisseur im Beisein zahlreicher Prominenter sein preisgekröntes Werk (Haneke hatte heuer für "Amour" seine zweite Goldene Palme in Cannes bekommen) nach dem Filmfestival in Toronto und der Deutschland-Premiere in Berlin nun endlich im Wiener Gartenbaukino. Mit dabei: Emmanuelle Riva (85), die die weibliche Hauptrolle spielt. Leider musste Hauptdarsteller Jean-Louis Trintignant (81) aus gesundheitlichen Gründen absagen – für ihn hat Haneke die Rolle des George geschrieben. Haneke: "Er war gerade im Krankenhaus, als wir Kontakt aufgenommen haben. Er hat erzählt, dass er sich, als er aus dem Spital nach Hause geführt worden ist, im Geiste schon den Baum ausgesucht hat, gegen den er später mit dem eigenen Auto fahren will. Er sagte, er wolle nicht mehr spielen, er wolle nur sterben. Daraufhin meinte meine französische Produzentin Margret Menegoz: Sterben kannst du nachher auch noch`. Dann hat er gelacht und es gemacht."
Es wurde ein voller Erfolg. Am Freitag, wenn "Amour" in den heimischen Kinos startet, erhält Haneke beim Filmfestival in San Sebastian den FIPRESCI-Preis von der internationalen Kritikervereinigung. Er selbst wird aber nicht anwesend sein. "Amour" ist auch für den europäischen Filmpreis nominiert und im Jänner erfährt man, ob "Amour" für den Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert wird.
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