Letztes Update am 12.07.2012, 18:42
Was man über den "Boss" wissen sollte.
Heute Abend wird Bruce Springsteen das Wiener Ernst-Happel-Stadion zum Kochen bringen. Zur Einstimmung haben wir die wichtigsten Facts über den "Boss".
Am 12. Juli spielt Bruce Springsteen im Wiener Ernst-Happel-Stadion das Konzert des Jahres. Zur Einstimmung lesen Sie hier, was Sie schon immer über den "Boss" wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben . . .
Harte Schulzeit: In der Katholischen Schule habe ihn eine Nonne in einen Mistkübel gesteckt, der unter ihrem Tisch stand. "Dort gehörst du hin", habe die Erzieherin zum kleinen Bruce gesagt - wie Bruce Springsteen selbst erzählt. Einige Jahre Später, im Ocean County College, sollen seine Mitstudenten eine Petition herumgereicht haben, mit dem Ziel, ihn von der Schule zu verweisen.
Mit 13 kaufte er sich um 18 Dollar seine erste Gitarre. Drei Jahre später lieh er sich 60 Dollar von seiner Mutter, um eine Kent-Gitarre zu kaufen. Der erste Song, den Bruce auf der Gitarre lernte, war "Twist and Shout" von den Beatles.
Die E Street, nach der seine legendäre Band benannt ist, gibt es wirklich. Sie verläuft in nordöstlicher Richtung in der Stadt Belmar, in Springsteens Heimat New Jersey. Dort, im Haus des damaligen Keyboarders David Sancious, durfte die Band proben. Geboren wurde Springsteen allerdings 1949 in Long Branch, New Jersey.
"The Boss": Seinen Spitznamen hat er von seinen frühen Projekten in den späten Sechzigern, unter anderem das Trio "Earth". Bei den diversen Clubgigs nahm er stets die Gage an sich und teilte sie unter den Musikern auf. Springsteen selbst ist gar nicht so überzeugt von dem Spitznamen, da er er sich ja den kleinen Leuten, und nicht den Bossen verpflichtet sieht. Aber es klingt immerhin besser als "Doctor" - so hieß er auch einmal.
Weitere frühe Bands des "Boss" hießen The Castiles oder Steel Mill. Die Band mit der er 1972 sein erstes Album "Greetings from Asbury Park, N.J." aufnahm, trug noch keinen Namen, wird aber als frühe E Street Band angesehen. Offiziell wurde sie erst ab 1974 mit diesem Namen angekündigt.
1972 sah Springsteen eine Postkarte mit dem Motiv "Greetings from Asbury Park, N.J." in einem Souvenir-Geschäft am Gehsteig. Er kaufte sie, brachte sie zu Columbia Records und meinte, das sei das Covermotiv für sein erstes Album, das am am 5. Jänner 1973 veröffentlicht wurde.
Nach einem Konzert 1976 in Memphis, beschloss Springsteen. der offenbar ein paar Gläschen zuviel erwischt hatte, das berühmte Elvis-Anwesen Graceland zu stürmen. An der Eingangstür wurde aber von Securitys abgefangen. Es hätte ohnehin nicht viel gebracht. Elvis, der Springsteens erste Inspiration war, befand sich gerade außer Haus, in Lake Tahoe.
"Hungry Heart" hat der "Boss" eigentlich für die Ramones geschrieben. Wie es dazu kam? Er hat die Punkrocker 1979 im Asbury Park, New Jersey, spielen sehen. Joey Ramone bat ihn damals, einen Song für sie zu verfassen. Dieser wäre "Hungry Heart" gewesen. Sein Manager hielt ihn aber davon ab. Gut für den "Boss".
Sowohl Bruces damalige Frau, Julianne Phillips, als auch seine Bald-Ehefrau Patti Scialfa (Bild) sind in dem Musikvideo zu "Glory Days" zu sehen. Auch nicht schlecht.
Nicht nur Johnny Cash hat im Gefängnis gespielt. Der originellste Auftrittsort von Bruce und the E Street Band dürfte wohl das Gefängnis Sing Sing im Jahr 1972 gewesen sein. Sie spielten einige R&B-Cover-Versionen und Clarence Clemons sang Buddy Miles` "Them Changes".
Warum Clarence Clemons (†) als "Big Man" bezeichnet wurde, ist nicht schwer zu erklären. Bei der "Wrecking Ball"-Tournee wird der 2011 Verstorbene von seinem Neffen Jake am Saxofon vertreten.
Springsteens liebster Duettpartner, Steve Van Zandt, wird hingegen "Little Steven" genannt. Er spielte Silvio in der erfolgreichen Mafia-Serie "Sopranos".
Ein Komet, der seinen Namen trägt: Bruce Springsteen hat seinen eigenen.
Weltall, die Zweite:1999 wurde die Crew des Space Shuttle Discovery mit dem Springsteen-Song "Rendezvous" geweckt, bevor es zum Rendezvous mit dem Hubble-Space-Teleskop kam.
Der "Boss" hat auch einen Oscar gewonnen: für den Song "Streets of Philadelphia" aus dem HIV-Drama "Philadelphia" mit Tom Hanks und Denzel Washington.
Mit "Born in the U.S.A." hat er 1984 einen der am öftesten missverstandenen Songs geschaffen. Viele halten das Lied noch immer für eine patriotische Hymne, obwohl es im Text eigentlich darum geht, wie schlecht Amerika mit seinen Vietnam-Veteranen umgeht. Der "Boss" selbst ist darüber auch nicht erfreut. Hauptsächlich liegt es wohl an der euphorischen Melodieführung.
Springsteen selbst blieb von einem Vietnam-Einsatz verschont. Nachdem er bei einem Motorradunfall eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, wurde er als körperlich nicht geeignet eingestuft. Sein "verrücktes" Verhalten beim Test tat sein übriges.
Seit dem 1975er-Album "Born to Run" hat jedes Album des "Boss" die Top 5 der US-Album-Charts erreicht. Die einzige Ausnahme: "The Ghost of Tom Joad" von 1995. Das folkige Album, das auf John Steinbecks "Früchte des Zorns" basiert, erreicht lediglich Platz 11 der Billboard 200, der mutige Stilwechsel wurde aber von den Kritikern honoriert.
Mit seiner zweiten Frau Patti und den drei Kindern Evan, Jessica und Samuel lebt Springsteen auf einer 150-Hektar-Pferdefarm in New Jersey. Tochter Jessica ist übrigens Springreiterin.
2011 wirkte er als Gastmusiker auf dem Album "Going Out In Style" von der Folk-Punk Band Dropkick Murphys mit - und zwar bei dem Lied "Peg O`My Heart".
Insgesamt hat Springsteen 120 Millionen Alben verkauft.
Das längste Konzert seiner Karriere spielte der 62-Jährige erst vor wenigen Wochen auf der "Wrecking Ball"-Tour: 3 Stunden und 48 Minuten lang begeisterte er seine Fans in Madrid. Die Wiener Fans können sich also auf einen ausdauernden "Boss" freuen, der einfach "Born To Run" ist.
(kurier)
Erstellt am 10.07.2012, 15:45