Letztes Update am 17.04.2012, 16:04
Venedig ohne Touristen.
So haben Sie Venedig noch nie gesehen: Der Fotograf Christopher Thomas befreit in "Venedig. Die Unischtbare" die Lagunenstadt von den Menschenmassen.
Die Gondeln warten auf ihre Gondolieres, doch die scheinen noch zu schlafen oder an diesem Tag blau zu machen. Venedig schläft - und mit ihr die Touristen. Nur einer war scheinbar zu diesem Zeitpunkt hellwach: der Fotograf Christopher Thomas, der mit dem Bildband "Venedig. Die Unsichtbare" eine menschenleere Lagunenstadt porträtiert.
Auf 152 Seiten, die mit einem Leineneinband zusammengehalten werden, eröffnen sich einem verlassene, regennasse Piazzas und leere Cafes: Dieses Buch zeigt uns Venedig, eine der belebtesten Städte der Welt, in Fotografien von betörender Schönheit.
Sogar auf dem sonst so belebten Piazza San Marco scheint die Zeit stillzustehen. Keine Tauben, keine Menschen - alle sind weg.
Es brennen zwar die Laternen und die Schaufenster auf dem Piazza San Marco werden ausgeleuchtet, aber von einer flanierenden Menschenmasse keine Spur. Stattdessen erfasst der Fotograf die ...
... Seele der Stadt in all ihrer morbiden Schönheit und tiefen Melancholie.
Der Dogenpalast (Palazzo Ducale) wirkt menschenleer und in Nebel gehüllt sehr futuristisch wie bedrohlich.
Der Nebel zieht sich überhaupt wie ein roter - ähm - weißer Faden durch den Bildband. Die Fotos werden mit schönen Gedichten von Albert Ostermaier umrahmt. Venedig "ist eine schwimmende Dunkelkammer durch die wir als Photopapier unserer Träume ziehen."
Christopher Thomas hat für die Aufnahmen eine Großformatkamera und Polaroid Schwarzweiß-Filmmaterial verwendet, um die Orte in den frühen Stunden des Tages einzufangen.
Es sind die Orte, an denen Donna Leon seinen Commissario Brunetti auf Tätersuche schickt.
Die Häuser wirken verlassen - und auch in den Gassen herrscht kein Leben. Stadtromantik einmal anders - geheimnissvoll und zum Träumen einladend.
Christopher Thomas: "Venedig. Die Unsichtbare". Mit Gedichten von Albert Ostermaier. Herausgegeben von Irma Stehmann und erschienen im Prestel Verlag. 152 Seiten mit 70 Duoton-Abbildungen.
(kurier)
Erstellt am 23.03.2012, 10:08