Letztes Update am 12.04.2012, 10:06
"Subway": Porträts aus dem Untergrund .
In seiner Serie "Subway" porträtiert Bruce Davidson die New Yorker U-Bahn und ihre Fahrgäste. Eine Ausstellung in Berlin zeigt die Fotos des Straßenfotografen.
New York, Anfang der 80er Jahre. Eine Stadt zwischen Hedonismus und Abgrund. Die Subway als Nervenbahnen der Metropole. Gleichzeitig Schauplatz von Überfällen, Mord, Drogenhandel. Ein gefährliches Pflaster. Mittendrin porträtiert der Fotograf Bruce Davidson die Fahrgäste zwischen Uniformität und Vielfalt, Anonymität und Intimität, Depression und Inspiration.Die Ausstellung "Bruce Davidson. Subway." in Berlin zeigt seine Fotos.
Davidson agierte als Fahrgast, als stiller Beobachter der Szenerie in und um die Metro und wartete auf den entscheidenden Moment, um mit seiner Kamera abzudrücken. Egal ob Liebespaare, Musiker, Obdachlose, Touristen oder Geschäftsleute – ...
... in der New Yorker Subway und ihren Passagieren fand er die perfekte Metapher für das Leben in der Metropole mit ihrer Aggression und Hässlichkeit, mit ihrer Hoffnung und Menschlichkeit.
Bruce Davidson begann sein Projekt in Schwarz/Weiß, wechselte aber schnell zur Farbfotografie. Denn nur so konnte er die Mischung aus dunklen Schatten, glänzender Haut und sterilem Neonlicht optimal einfangen.
Der Fotograf schaffte es, mit seiner Art der Straßenfotografie die dunkle und unpersönliche Realität der U-Bahn in eine farbige Welt voller Emotion und Energie umzuwandeln.
Bruce Davidson wurde 1933 in Oak Park in den USA geboren. Bereits als Jugendlicher begann er zu fotografieren und studierte Kunst am Rochester Institute of Technology und an der renommierten Yale University.
Während seines Militärdienstes in der Nähe von Paris lernte er 1957 Henri Cartier-Bresson - einem der Begründer von Magnum Photos - kennen. Ein Jahr später wurde er selbst in den erlesenen Kreis der Magnum Fotografen aufgenommen.
Im LIFE Magazin konnte er seine ersten Serien veröffentlichen.
Viele seiner Langzeit-Projekte drehen sich um Menschen im urbanen Kontext. Er dokumentierte 1959 Mitglieder einer Gang in Brooklyn, von 1961 bis 1965 Bürgerrechtler, von 1966 bis 1968 Bewohner eines der heruntergekommenen Wohnblocks in East Harlem, 1980 Passagiere der New Yorker Subway und von 1992 bis 1995 den Central Park und seine Nutzer.
Bruce Davidson hat in seiner Karriere bereits zwei Stipendien der Stiftung "National Endowment for the Arts" und ein Guggenheim-Stipendium erhalten und wurde 2004 mit dem Lucie Award für "Outstanding Achievement in Documentary Photography" sowie 2007 einem "Gold Medal Lifetime Achievement Award" des National Arts Club ausgezeichnet.
Bruce DavidsonSubway17.3. - 20.5. 2012C/O Berlin
(kurier)
Erstellt am 11.04.2012, 12:11