Shooting Girls: Jüdische Fotografinnen aus Wien

Vor 1938 prägten jüdischen Fotografinnen das Wiener Stadtbild. Die Ausstellung im Jüdischen Museum folgt ihrem Weg ins Exil. Noch bis 3. März 2013.

Atelier Blumberger-Schulz (Marianne Bergler & Annie Schulz), Thea von Uyy um 1925, Galerie Kicken, Berlin Trude Fleischmann, Dame mit Zigarette um 1930, Galerie Kicken, Berlin Trude Geiringer, Obdachloser, Prag 1936, Wien Museum Cécile Machlup (Wien 1868-1938 Wien), Straße in Görz um 1920, Postkarte, Privatbesitz Atelier Edith Glogau, Frauke Lauterbach im Badekostüm. Zeitungsclip, Anfang 1930er Jahre, Fotomuseum WestLicht d’Ora (Dora Kallmus, Wien 1881-1963 Frohnleiten)
Ziegenkopf (Aus der Serie Pariser Schlachthausbilder), um 1956, Fotomuseum Westlicht Ylla (Camilla Koffler, Wien 1911-1955 Bharatpur), Bemalter Elephant, Indien 1955, © Pryor Dodge Atelier Geiringer & Horovitz (Trude Geiringer / Dora Horovitz), Elisabeth Bergner auf dem Kobenzl, Wien 1931, Fotomuseum WestLicht d’Ora (Dora Kallmus, Wien 1881-1963 Frohnleiten)
Madame Agnès, Paris um 1927, Universitätsbibliothek Wien Edith Tudor Hart, Elendsquartier – Hinterhof in Wien-Erdberg um 1930, Fotomuseum WestLicht, Wien Trude Fleischmann, "Dolly Haas als Scampolo", um 1932, Eigentümer: Photoinstitut Bonartes. Maria Austria (Maria Caroline Östreicher, Karlsbad 1915-1975 Amsterdam) Deutsche Soldaten marschieren durch die Vondelstraat, Amsterdam, 1943 (von Maria Austria aus ihrem Versteck heraus fotografiert) © Maria Austria Institut, Amsterdam Gerti Deutsch (Wien 1907-1979 Leamington Spa)
Kriegsheimkehrer, Wien, 1948, gettyimages/Fotohof Pepa Feldscharek (Náchod/Böhmen 1899-1939 verschollen), Modefoto, Wien, frühe 1930er Jahre, Jüdisches Museum Wien Trude Fleischmann, Fräulein A. M., um 1930, Wien Museum Edith Glogau, Abendkleid aus Organdy, Internationale Modeausstellung, Wien 1933, Wien Museum d’Ora (Dora Kallmus, Wien 1881-1963 Frohnleiten)
Maurice Chevalier, Paris um 1929, Jüdisches Museum Wien k.k. Hof-Atelier Adèle (Adele Perlmutter), Fanny de Worms, geb. Todesco um 1871, Jüdisches Museum Wien Lisl Steiner, Bruno Kreisky, Wien 1980, Galerie Johannes Faber, Wien Lisl Steiner (geb. 1927 in Wien, lebt in New York)
Castros Stiefel, 1957,  Galerie Johannes Faber

Selbstverwirklichung, Karriere und künstlerisches Schaffen war für Frauen um die Jahrhundertwende keine Selbstverständlichkeit. Dora Kallmus erkannte als eine der ersten das Potenzial, das Fotografie für Frauen hatte. Man brauchte kein akademisches Studium, was damals noch klare Männerdomäne war, und  Studio-Arbeit war theoretisch sogar von zu Hause aus möglich; man musste lediglich in die technische Ausrüstung investieren. Als Madame d'Ora entwickelte Dora Kallmus einen unverwechselbaren Stil und feierte Erfolge in Wien und Paris. Ihr Studio wurde zum Ausbildungsstätte für junge Frauen.

Die Ausstellung "Vienna’s Shooting Girls – Jüdische Fotografinnen aus Wien" zeigt neben Arbeiten von Madame d’Ora und Trude Fleischmann, der 2011 eine Personale im Wien Museum gewidmet wurde, auch Fotografien von weniger bekannten Frauen wie Hilde Zipper-Strnad oder Claire Beck. Die Arbeiten von etwa 40 jüdischen Fotografinnen bieten ein repräsentatives Bild der Geschichte der österreichischen Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Denn die Mädchenbildung hatte in jüdischen Haushalten schon seit dem späten 19. Jahrhundert einen hohen Stellenwert. Höhere Schulbildung und Berufsausbildung waren selbstverständlich. Und so war der Anteil der jüdischen Fotografinnen besonders hoch. Sie waren vor allem in der Mode- und Porträtfotografie tätig. Der "Anschluss" sorgte jedoch für das radikale Ende dieser Ära, den Wenigsten gelang es, im Exil ihren Beruf weiter auszuüben.

Info

Vienna’s Shooting Girls – Jüdische Fotografinnen aus Wien
23. Oktober 2012 bis 3. März 2013
Jüdisches Museum Wien / Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Sonntag bis Freitag, 10:00-18:00 Uhr
Samstags geschlossen

Die Bilder zur Ausstellung

(Kurier) Erstellt am
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