Roberto Alagnas spektakuläre Pläne

Opera Faust
Foto: dapd/Ken Howard Roberto Alagna singt in „Don Carlo“,  „Otello“, Trovatore“ und „Turandot“ in Wien sowie erstmals Wagners „Lohengrin“ in Bayreuth 

Er singt in Wien "Don Carlo" – und bald mit Netrebko Wagner.

Am Sonntag ist es soweit: Roberto Alagna singt zum ersten Mal im Haus am Ring die Titelpartie von Giuseppe Verdis "Don Carlo" – nur der Auftakt für sehr viele Wiener Pläne des Künstlers.

Aber ist "Don Carlo" eigentlich nicht eine Routine-Angelegenheit? "Nein, nein! Oper ist nie Routine. Außerdem habe ich diese Rolle in der italienischen Fassung bisher erst einmal gesungen. An der New Yorker MET. Da war ich für etwas anderes engagiert, für zwei, drei schwere Partien. Aber dann bin ich doch eingesprungen. Es ist gut gegangen. Für Wien habe ich die Oper wieder neu gelernt. Heute, etwa bis sechs Uhr in der Früh", lacht der Startenor im KURIER-Gespräch. Denn: "Wien ist für mich immer besonders."

Das wird in den kommenden Jahren auch so bleiben, denn Alagna verkündet spektakuläre Pläne. "Ich werde hier Verdis, Otello‘ singen, den Kalaf in Puccinis, Turandot‘ und an der Seite von Anna Netrebko den Manrico in einer Neuproduktion von Verdis ,Trovatore‘. Ich freue mich auf diese Aufgaben."

Bayreuth

Gibt es abseits des italienischen und französischen Fachs weitere neue Rollen? Alagna: "Oh ja. Ich habe da eine Anfrage bekommen, bei der ich zuerst dachte, die meinen das nicht ernst. Aber ich habe dann spontan zugesagt. Ich werde in Bayreuth meinen ersten ,Lohengrin‘ singen, wieder mit Anna Netrebko als Partnerin. Christian Thielemann dirigiert. Und wenn er meint, ich kann das, wird er schon recht haben."

Außerdem habe Alagna jetzt ein großes Plus: "Aleksandra hat mir schon angeboten, mir für den ,Lohengrin‘ beim Deutschlernen zu helfen. Es ist toll, so eine fantastische Frau zu haben." Die Rede ist von der polnischen Top-Sopranistin Aleksandra Kurzak, die seit einiger Zeit die neue große Liebe an Alagnas Seite ist. Heftiger Scheidungskrieg mit der langjährigen Ehefrau, Superstar Angela Gheorghiu, inklusive.

Unsinn

Alagna… Foto: /Sylvain Gautier Alagna: "Ich bin froh, dass es jetzt so ist, wie es ist. Was damals alles über mich, über uns, geschrieben wurde, was da alles in den sozialen Netzwerken herumgeisterte, war oft blanker Unsinn. Andere können an so etwas zerbrechen, mich hat die ganze Situation aber stärker gemacht. Nur frage ich mich schon: Was ist denn bitte an mir so interessant? Ich gehe von zu Hause in die Oper und nach der Oper nach Hause zu meiner Familie. Ich bin Sänger, das ist es."

Seit seinem 15. Lebensjahr steht der Franzose mit italienischen Wurzeln bereits auf der Bühne; Berührungsängste mit anderen Musikgenres kennt er nicht. Aber, so Alagna: "Ich bin jetzt 51 Jahre alt, ich habe eine Familie. Ich nehme nicht mehr jedes Engagement an. Im Moment habe ich Verpflichtungen bis 2020, das ist lang. Ich will mehr Zeit mit Aleksandra und unserer kleinen Tochter verbringen. Wien etwa wäre da ein idealer Wohnsitz."

Zuvor aber kommt noch eine neue CD und vor Weihnachten die ultimative Alagna-Kollektion. "Damit ich weiß, was ich bisher so alles gesungen haben."

(kurier) Erstellt am
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