Letztes Update am 23.04.2012, 16:41
Powerfrau Barbra Streisand wird 70.
Das Multitalent aus New York ist einer der größten Stars des Show-Biz. Ihren Erfolg nützt Streisand auch für politische Anliegen.
Als einziger Künstlerin gelang Barbra Streisand das Kunststück in fünf aufeinanderfolgenden Jahrzehnten mit jeweils mindetstens einem Album auf Platz eins der US-Charts zu landen. Auch ihre Karriere in Hollywood ist beispiellos. Barbra Streisand ist eine der größten Frauen im Show- und Filmgeschäft. Am Dienstag, den 24. April, wird sie 70.
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Ungeachtet ihrer künstlerischen und kommerziellen Erfolge blieb die Powerfrau der amerikanischen Unterhaltungsindustrie nach eigenen Angaben stets scheu. "Ich leide immer wieder unter Lampenfieber, dass es mir fast den Magen umdreht", sagt sie.
Bild: Barbra Streisand bei einem Auftritt in Los Angeles im vergangenen Jahr.
Streisands Karriere begann in den 60er Jahren in Nachtclubs und Broadway-Revuen. In ärmlichen jüdisch-orthodoxen Verhältnissen im New Yorker Bezirk Brooklyn aufgewachsen, träumte sie schon früh von einer Gesangskarriere.
In einer Nebenrolle am Broadway ersang sich die junge Frau die Aufmerksamkeit der Produzenten. Ihre unverwechselbare, kräftige Stimme und ihr spröder Charme verhalfen ihr zur Hauptrolle im Broadway-Musical "Funny Girl"...
Bild: Barbra Streisand in einer Probe für "Funny Girl" im Jahr 1964.
Wegen ihrer auffallend großen Nase riet die Mutter angeblich von der Bühne ab. Andere verspotteten sie als hässliches Entlein. Doch ihr unerschütterlicher Wille brachte sie schneller ans Ziel als gedacht...
Bild: Barbra Streisand 1973.
...und bald danach zum Aufstieg in Hollywood. Gleichzeitig stellte sich der Erfolg in der Musik ein. Schon für das erste Album erhielt Barbra Streisand 1963 einen Grammy.
Bild: Barbra Streisand 1965 mit dem französischen Fashion-Designer Yves Saint Laurent.
Weltweit verkauften sich Streisands Alben 140 Millionen mal. Insgesamt veröffentlichte sie ganze 64 Alben. Ihre TV-Shows "My Name is Barbra" und "Color Me Barbra" gingen um die Welt und erzielten Rekordeinnahmen.
Bild: Ihr aktuelles Album "What matters most" ist 2011 erschienen.
Sie gehört zu der kleinen Gruppe von Multitalenten, die von Hollywood mit Oscars (1969 als Beste Hauptdarstellerin in "Funny Girl" sowie 1977 für den Besten Filmsong), von der Plattenindustrie mit Grammys und...
Bild: Barbara Streisand und Robert Redford bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2002. Die beiden spielten 1973 gemeinsam in "So wie wir waren".
... und vom Fernsehen mit Emmy-Preisen belohnt wurden. Der Broadway würdigte sie mit einem Tony-Preis.
Bild: Barbra Streisand posiert 1977 gemeinsam mit Jon Peters bei der Verleihung der Golden Globes in Hollywood.
Mit Robert Redford als Liebespartner machte sie in "Jene Jahre in Hollywood" Furore. Klassiker wurden auch "Hello Dolly", "Nuts", "Is was, Doc?" und...
..."Yentl". 15 Jahre hatte die Jüdin Streisand mit den Studiobossen in Hollywood gekämpft, ehe sie die anrührende Geschichte des jüdischen Mädchens Yentl verfilmen konnte, das sich Anfang des letzten Jahrhunderts als Junge verkleidete, um eine Talmud-Schule besuchen zu können.
Sie schrieb das Drehbuch, spielte die Hauptrolle, führte Regie und war obendrein die Produzentin.
Bild: Barbra Streisand als "Yentl"
"Herr der Gezeiten" war 1991 ihre zweite Regiearbeit. Streisand spielte an der Seite von Nick Nolte auch die Hauptrolle. Der Film wurde für sieben Oscars, unter anderem in der Kategorie "Bester Film" nominiert.
Zuletzt war das Multitalent als durchgeknallte Ehefrau von Dustin Hoffman und Mutter von Ben Stiller in der Focker-Trilogie "Meine Braut, ihr Vater und ich", "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" sowie "Meine Frau, unsere Kinder und ich" zu sehen.
Ende dieses Jahres soll sie mit einer Road-Trip-Comedy ("My Mother`s Curse") als Mutter von Seth Rogen in die Kinos zurückkommen.
Zwischendurch verabschiedete sich die Streisand von der Bühne und dem Film, um neues Liebesglück zu genießen. 1998 hatte sie - gut 25 Jahre nach der gescheiterten Ehe mit Elliot Gould - den Schauspieler James Brolin geheiratet.
Bild: Streisand mit ihrem Ehemann James Brolin.
"Jetzt, wo ich glücklich verheiratet bin, möchte ich mein Leben an der Seite des Mannes leben, den ich liebe", sagte sie Reportern im Jahr 2000. Doch ihr Vorsatz war nicht von Dauer - 2006 kehrte sie auf die Bühne zurück.
Bild: Barbra Streisand und ihr Mann James Brolin in einer Unterhaltung mit Prinz William.
Barbra Streisand ist auch abseits des Showgeschäfts eine große Nummer. Seit Beginn ihrer Karriere engagiert sich die New Yorkerin für die Demokratische Partei.
Bild: Barbra Streisand bei einer Rede von Präsident Obama in New York.
Die Bezeichnung "Bill Clintons schärfste Waffe in Hollywood" verdiente sie sich durch ihren besonders engagierten Einsatz im Präsidentschaftswahlkampf 1996.
Bild: Präsident Bill Clinton umarmt 1996 Barbara Streisand bei einer Spendengala in Beverly Hills.
Sie gilt als kompromisslos liberal und Kämpferin für Umweltschutz. 2006 spendete sie eine Million Dollar für die Stiftung von Ex-Präsident Bill Clinton.
Bild: 2011 überreichte sie Ex-Präsidenten Bill Clinton den William O. Douglas-Award.
Mit ihrer "Streisand Foundation" setzt sie sich gegen die Diskriminierung Homosexueller ein, was sie zu einer Ikone der Schwulenbewegung machte.
25 Millionen Dollar soll sie mit ihren Live-Auftritten für gute Zwecke gesammelt haben.
Bild: Barbra Streisand 1995
Diese Seite der amerikanischen Entertainerin mag in Europa weniger bekannt sein, in Amerika wird Streisand aber auch wegen ihrer Zivilcourage so geschätzt.
Bild: Barbra Streisand zu Gast bei Nicolas Sarkozym der sie 2007 zum Ehrenmitglied der Fremdenlegion ernannte.
Barbra Streisand wurde am 24. April 1942 in Brooklyn, New York als Barbara Joan Streisand geboren. Die Tochter jüdischer Einwanderer wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf.
Ihr Vater Emanuel Streisand starb, als sie 15 Monate alt war, ihre Mutter war Schulsekretärin. Beide Elternteile stammen aus Österreich - der ursprüngliche Familienname war Streusand.
Mit 18 Jahren strich Barbra Streisand das eine A aus ihrem Vornamen. Laut eigenen Angaben wollte sie keinen Künstlernamen annehmen, aber dennoch einen einzigartigen Namen haben - außerdem hätte sie Barbara einfach nicht schön gefunden.
(kurier/apa, kob)
Erstellt am 23.04.2012, 15:07