Letztes Update am 15.07.2012, 15:07
Picasso: Der Maler als Model.
Pablo Picasso war nicht nur Maler und Lebemann, er liebte es auch fotografiert zu werden. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt nun 250 Porträts des Künstlers.
Er war eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts, Frauenheld und Macho, Exzentriker und Egomane: Pablo Picasso. Der wahrscheinlich bekannteste Maler der Moderne hatte noch eine andere Leidenschaft, er liebte es fotografiert zu werden. Nicht von irgendjemandem, sondern von den bekanntesten Fotografen seiner Zeit. Unter ihnen Richard Avedon, Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Man Ray, Cecil Beaton oder Madame d`Ora. Teilweise beauftragte Picasso die Fotografen, die ihm mit ihren Porträts bei seiner eigenen Mythenbildung halfen. Ab Freitag zeigt das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe in der Ausstellung "Ichundichundich. Picasso im Fotoporträt" 250 Aufnahmen von 34 berühmten Fotografen - vom Schnappschuß bis hin zu gestellten Aufnahmen.Fotograf: Edward Quinn, 1967
Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt zwischen dem 13. Juli und 21. Oktober 250 Aufnahmen des spanischen Künstlers Pablo Picasso.Fotograf: Willy Maywald, 1947
Picasso gilt als einer der bekanntesten Maler der Moderne und liebte es, sich fotografieren zu lassen.Fotograf: Man Ray, 1930-Jahre
Alleine in seinem Nachlass sollen 5000 Fotografien gefunden worden sein.Fotograf: Jacques-Henri Lartigue, 1955
Ablichten lies er sich am liebsten von bekannten Fotografen. In der Hamburger Ausstellung sind Werke von 34 verschiedenen Fotokünstlern zu sehen.Fotograf: André Villers, 1958
Unter ihnen bekannte Namen wie Richard Avedon, Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Man Ray, Cecil Beaton oder Madame d`Ora.Fotograf: Herbert List, 1944
Die Porträts zeigen die verschiedenen Seiten von Picasso. Fotograf: Herbert List, 1948
Manche wollen das „wahre" Gesicht des Künstlers offenbaren, andere zeigen Atelieraufnahmen - die Orte seines Schaffens.Fotograf: Cecil Beaton, 1933
Aber auch Momentaufnahmen, die Picasso in seinem Lebensumfeld zwischen Künstlerfreunden, Sammlern und seiner Familie zeigen sind zu sehen.Fotograf: Dora Maar, 1955/56
Vor allem aber machen die Fotografien deutlich, wie Picasso sich selbst sah und wie er gesehen werden wollte. Fotograf: Madame d`Ora, 1955
Bewusst setzte er die Fotografie als Medium zur Inszenierung seiner Persönlichkeit ein - sie dienten seiner Legendenbildung.Fotograf: Man Ray, 1933
Die Aufnahmen zeigen gleichzeitig alle Stationen seines Lebens: als Student in Madrid, als Bohemien im Pariser Künstlerviertel Montparnasse und in seinen letzten Lebensjahrzenten in Südfrankreich, wo sein markanter Kopf zu einer Art „Marke" wurde.Fotograf: Michel Sima, 1946
Pablo Picasso erkannte früh die Möglichkeiten des Mediums Fotografie, arbeitete selbst mit ihm, verstand es aber vor allem wirksam zum Aufbau seines Personenkults zu nutzen.Fotograf: Edward Quinn, 1953
Wohl kalkuliert transportieren diefotografischen Bildnisse das Image des leidenschaftlichen, willensstarken und virilen Künstlers.Fotograf: André Villers, 1955
Picasso pflegte häufig intensive Beziehungen mit seinen Fotografen und ließ eine gewisse Intimität und Nähe zu. Fotograf: André Villers, 1955
Auf diese Weise entstanden Bilder, die den Künstler immer wieder auch in ungewohnten und berührenden Momenten einfangen.
So war die Liebe Picassos zur Fotografie nicht nur reine Außenschau, sondern bot ihm auch eine besondere Möglichkeit der Innensicht, des Blicks auf die eigene Person.
Das Gedächtnis und Erinnerungsmedium Fotografie war dem Künstler teilweise näher als der Blick in den Spiegel.
Ichundichundich. Picasso im Fotoporträt13. Juli bis 21. Oktober 2012Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
(kurier)
Erstellt am 12.07.2012, 11:28