Letztes Update am 14.08.2012, 14:22
Sziget 2012: Das "bessere" Donauinselfest.
Das Festival auf der Óbudai-Donauinsel in Budapest wurde heuer 20 Jahre alt. Wir haben mal beim etwas anderen Donauinselfest vorbeigeschaut.
Wien rühmt sich gerne mit dem Donauinselfest, aber so einzigartig ist es gar nicht. 244km südöstlich liegt Budapest und die haben nicht nur die nötige Donau und Inseln darin, sondern auch ein Donauinselfest: das „Sziget“-Festival. („Sziget“ heisst im Übrigen auf ungarisch nichts anderes als Insel)
Das "Sziget" feierte in diesem Jahr 20sten Geburtstag, 2011 wurde es gar zum besten europäischen Festival gewählt. Wer es noch nicht kennen sollte, im Folgenden die wesentlichsten Unterschiede zur heimischen Variante.
Im Gegensatz zu Wien fließt die Donau direkt durch`s Herz der ungarischen Metropole und teilt die Stadt in Buda und Pest. Künstliche Inseln wie die Unsrige gibt es nicht, dafür sieben Natürliche.
Eine davon, die „Óbudai-Sziget“ beherbergt alljährlich im August ca. 400.000 Festivalwütige.
Party gibt es jedoch nicht bei freiem Eintritt, will man die volle Dröhnung, muss man rund 200 Euro für 7 Tage berappen, der Tagespreis beträgt 45 Euro. (Im Bild: Deryck Whibley von Sum41 sucht den richtigen Ton)
Das Fest ist auch Besucher-technisch internationaler, neben Ungarn (logisch) trifft man haufenweise Holländer, Italiener, Franzosen, Briten und Deutsche.
Trotzdem geht es friedlich zu. Die am Wiener Donauinselfest obligatorischen Promille-Raufereien ab Mitternacht waren nicht zu beobachten. Vielleicht waren ja alle schon zu betrunken.
Apropos trinken, Bargeld hilft einem auf der Insel nicht weiter, bezahlt wird ausschließlich mit einer eigenen "Sziget-Kreditkarte“.
Aufgeladen wird Selbige an speziellen Containern. Mit der Karte im Gepäck kann man jedoch nicht nur Essen und Trinken digital erwerben..
..sondern auch jeglichen anderen (kostenpflichtigen) Vergnügungen nachgehen, wie z.b. Bungee jumpen. Einfach Karte ans Lesegerät halten und ab in die Tiefe.
Andere Vergnügungen sind umsonst. Heiraten kann man am „Sziget“ übrigens auch (für die Festivaldauer). Das kostet nichts, außer Überwindung.
Gecampt wird auf der Insel, wo es einem gefällt. Auch irgendwo am Wegesrand, neben den Bühnen, oder zwischen Dixi-Toiletten. Da ist für jeden Geschmack was dabei.
Glück hat, wer mit Schwerhörigkeit, Staub-Resistenz und olfaktorischer Sinnesarmut ausgestattet ist. Allen anderen hilft Alkohol (oder ein VIP-Zeltplatz) für gesegneten Schlaf.
Auffällig gegenüber etwa dem „Frequency“ oder dem „Nova Rock“: Viele bringen ihr Fahrrad mit!
Bei der Größe des Geländes keine schlechte Idee. Ob man damit auch wieder nach Hause fährt, oder per pedes den Heimweg antritt, das ist eine andere Geschichte.
Nach all den Unterschieden nun noch zu den Gemeinsamkeiten, denn bestimmte Dinge gehören zum Festival-Alltag einfach dazu. Egal wo. So eine Mülltonne beispielsweise lässt sich mannigfaltig verwenden, etwa um die Weitsicht zu verbessern.
Aber auch für einen Power Nap zwischendurch.
Wer auch das Nova Rock besucht, der kennt das: Staub. Wohin das Auge blickt. Speziell beim Pogen vor den Bühnen ist eine Gesichtsmaske schwer zu empfehlen.
Ach ja, apropos Bühnen, Musik gab es natürlich auch zu Hören und Sehen! Unter anderem Snoop Dog.
Die US-Rocker Korn.
Die Festival-Haudegen Placebo.
Aber auch echte musikalische Schmankerln wie Emir Kusturica und sein "No Smoking Orchestra".
(kurier)
Erstellt am 14.08.2012, 14:07