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Kurier Fotowettbewerb 2014
Flimmit zählt derzeit rund 2000 Filme und Serien, der Großteil davon österreichische Produktionen
Flimmit zählt derzeit rund 2000 Filme und Serien, der Großteil davon österreichische Produktionen - Foto: Flimmit

Letztes Update am 20.06.2014, 16:34

ORF will Videostreaming-Plattform Flimmit kaufen. Der ORF will einen Netflix-Konkurrenten aufbauen und plant dafür die Übernahme des österreichischen Videostreaming-Anbieters Flimmit.

Der ORF plant die Übernahme des österreichischen Video-On-Demand-Anbieters Flimmit. Das hat die futurezone aus gut informierten Kreisen erfahren. Die Verhandlungen sollen bereits abgeschlossen sein, die Ergebnisse werden nun dem Stiftungsrat vorgelegt. Flimmit zählt derzeit mehr als 2000 Filme und Serien, der Großteil davon sind österreichische Produktionen. Der ORF möchte mit dem Kauf dem US-Streaming-Anbieter Netflix zuvorkommen, der noch dieses Jahr in Österreich startet. Flimmit lehnte eine Stellungnahme ab, der ORF gab bis Redaktionsschluss ebenfalls keinen Kommentar ab.

Prüfung durch KommAustria

Auch in Deutschland planten ARD und ZDF eine ähnliche Plattform, scheiterten aber an einer Prüfung des Bundeskartellamtes. Eine ähnliche Hürde steht auch dem ORF bevor. Sollte der Stiftungsrat den Kauf absegnen, muss dieser anschließend von der KommAustria geprüft werden. Die Pläne des ORF sind bereits seit mehreren Monaten bekannt, laut ORF-Chef Alexander Wrabetz soll sich dieses über "Werbung, Abonnement und Abrufgebühren" finanzieren. Es wäre möglich, eine Prüfung durch die KommAustria zu umgehen, dafür dürften jedoch für Übernahme und Betrieb keinerlei Gebührengelder fließen. Der ORF nahm 2013 knapp eine Milliarde Euro ein, davon stammen 615 Millionen Euro aus Gebühren.


Film-Suche und Lizenzen für Apple und Google

Im Gegensatz zu Netflix bietet Flimmit keine Flatrate an, Nutzer können Videos für 48 Stunden ausleihen oder dauerhaft kaufen. Aktuelle Blockbuster von großen Hollywood-Studios sucht man auf Flimmit vergeblich, das Angebot konzentriert sich vor allem auf österreichische Filme und Serien, beispielsweise „Bad Fucking“ von Harald Sicheritz oder der TV-Serie „Braunschlag“. Derzeit zählt der Dienst rund 13.000 Nutzer. 

Die Geschäftsergebnisse des 2007 gegründeten Unternehmens liegen nicht offen, der Betrieb wird aber unter anderem durch zahlreiche österreichische und europäische Förderprogramme ermöglicht. Neben dem direkten Vertrieb von Filmen und Serien bietet Flimmit auch eine Suche für Filme bei anderen Anbietern, zum Beispiel iTunes, an. Zudem lizenziert Flimmit seine Inhalte an die Konkurrenz, unter anderem Apple und Google. Laut Horizont war Flimmit auch in Verhandlungen mit Netflix, Sky und Maxdome sowie österreichischen Kabelnetz-Betreibern.

Riese Netflix

Video-Streaming wächst rasant, vor allem in den USA. Dort macht Netflix, der derzeit größte Videostreaming-Anbieter, ein Drittel der im Internet übertragenen Daten aus. Weltweit zählt der Dienst rund 50 Millionen zahlende Nutzer aus 41 Nationen. Noch dieses Jahr soll eine große Expansion in Europa erfolgen, darunter auch Österreich. Das Geschäft ist trotz der geringen monatlichen Gebühr - diese liegt, je nach Markt, zwischen acht und zehn Euro - erfolgreich. 2013 wurden rund 4,4 Milliarden US-Dollar umgesetzt, dabei wurde ein Plus von 112 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Netflix produziert auch eigene Inhalte, unter anderem die mit einem Emmy ausgezeichnete Serie House of Cards, die in Österreich im ORF gezeigt wird.

(futurezone) Erstellt am 20.06.2014, 16:34

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