Letztes Update am 14.09.2012, 16:19
Am Freitag wurden die Verhandlungen um die Honorare der freien ORF-Mitarbeiter ausgesetzt. Radiodirektor Karl Amon bietet freien Radio-Mitarbeitern 20.000 Euro fix.
Der Krach zeichnete sich schon am Donnerstag ab, als die freien ORF-Mitarbeiter in einem offenen Brief harsche Kritik an der Unternehmensführung äußerten: Sie seien "Freiwild für neoliberalistische Finanzierungspläne" und würden im Stich gelassen. Am Freitag wurden die Honorarverhandlungen ausgesetzt, weil die Positionen zu weit auseinanderliegen. Das ORF-Management verweist auf Sparzwänge; laut Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser habe die Geschäftsführung "die Dramatik der Situation" nicht verstanden.
Etwas anders ist die Situation bei den Gesprächen, die Radiodirektor Karl Amon seit einem Dreivierteljahr mit den freien Radio-Mitarbeitern führt – und die er eigentlich spätestens im Sommer abgeschlossen wissen wollte. Hier sind seit dem Frühjahr die freien Mitarbeiter am Zug. Seit Mai gibt es Amons Angebot, das den freien Mitarbeitern mindestens 20.000 Euro im Jahr bei "minimalen Pflichten" garantiert. Die freien Mitarbeiter sollten sich für eine Redaktion als Hauptbeitragsabnehmerin entscheiden. Sollten die gesammelten Honorare eines Jahres darunter liegen, wird die Differenz auf die zugesicherten 20.000 Euro am Jahresende ausgezahlt.
Eine Obergrenze gibt es nicht. Das Modell, mit dem Amon den freien Mitarbeitern Planungs- und Einkommenssicherheit bieten möchte, könnte sofort starten. Jedoch: Die freien Mitarbeiter konnten sich laut Amon bisher nicht darauf einigen, weil deren Interessenslagen "zu unterschiedlich" seien.
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