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Kurier Fotowettbewerb 2014
Foto: APA/JAVIER LIZON

Letztes Update am 04.01.2013, 15:19

Viel Bullshit und ein gutes Karma zum Mitnehmen. Geoff Dyer liefert mit "Sex in Venedig, Tod in Varansi" einen Roman in zwei Teilen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.

Ein freiberuflicher Journalist berichtet von der Biennale in Venedig. Offensichtlich ist es eine Zeit, in der Medienhäuser noch nicht sparen müssen. (2009 erschien der Roman im Original, da gab es zwar schon Krise, aber anscheinend war sie noch nicht bei den Verlagen angelangt). Jeffrey Atman, Mitte vierzig, ausgebrannt und zynisch, hat für Kunst nur noch wenig übrig. Er schreitet durch die Pavillons der Biennale und hat alles schon tausend Mal gesehen. Alles Porno und „Bullshit“, die Kunstszene ist für ihn eine Veranstaltung, wo Kaisers neue Kleider verkauft werden. Sein Verlag zahlt ihm ein hübsches Hotel, er genießt Partys, Koks, und Sex und muss bloß einen Artikel abliefern.

Leichenverbrennung

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Foto: Dumont Verlag
Im zweiten Teil, diesmal nicht in der dritten, sondern der ersten Person erzählt, besucht ein nicht namentlich genannter Erzähler, ebenfalls freier Journalist, die indische Stadt Varansi. Er soll eine Reisereportage schreiben, findet Gefallen am guten Karma, das überall verkauft wird und an den Leichenverbrennungen am Ganges (zuletzt badet er im Fluss).


Der Brite Geoff Dyer, 54, ist preisgekrönter Roman- und Sachbuchautor, unter anderem der Jazz-Studie „But Beautiful“. Von Autorenkollegen wurde er überschwänglich gelobt für sein „Sex“-Buch. Dyer schreibt leichtfüßig, bleibt aber immer an der Oberfläche.

KURIER-Wertung: *** von *****

(KURIER) Erstellt am 04.01.2013, 15:19


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