Wenn die Jugend Puccini rockt

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Foto: Armin Bardel/Vereinigte Bühnen Wien

In der Kammeroper ist "La Bohème" endlich im Jahr 2013 angekommen - jung, klug, verstörend, berührend.

So jung, so klug, so heutig, so verstörend und berührend kann Oper auch sein. Die Rede ist von Giacomo Puccinis „La Bohème“ in der Wiener Kammeroper. Und zwar in der musikalischen Kammerfassung von Jonathan Dove, mit elektronischen Zwischenspielen der Komponistin Sinem Altan.

In der Kammeroper sieht und hört man eine unmittelbare, von Kitsch oder gar Pathos befreite „Bohème“, die endlich im Jahr 2013 angekommen ist. Auch dank Regisseurin Lotte de Beer und dem genialen Ausstatter-Duo Clement & Sanôu, die Puccinis Drama ins coole Bobo-Milieu verlegen, die eine gelangweilte Pseudo-Kunst-Schickeria zeigen. Penthouse, Kaufhaus und Krankensterbezimmer – so direkt, so unverfälscht ist Oper selten.

Dirigentin Claire Levacher animiert das Wiener Kammerorchester zu einem hochdramatischen Puccini; die Sänger sind teils sensationell. Allen voran: Ciğdem Soyarslan als intensive Mimì, Andrew Owens als starker Rodolfo, Ben Connor als hinreißender Marcello und Anna Maria Sarra als It-Girl Musetta. Oleg Loza, Igor Bakan und Martin Thoma ergänzen ein Ensemble, von dem man wohl noch viel hören und sehen wird.

KURIER-Wertung: ***** von *****

Szenenfotos der Oper

(KURIER) Erstellt am
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