Messerschlucker und Feuerspucker

Am 14. und 15. September fand am Karlsplatz das Buskers Festival statt und brachte zahlreiche internationale Straßenkünstler nach Wien.

Musikalisch, farbensprühend, artistisch und manchmal schlicht tollkühn - Am 14. und 15. September gehörte der Karlsplatz in Wien ganz den Gauklern, Schaustellern, Gassenmusikanten und Stadtakrobaten. Das Wiener Straßenkunstfestival rund um den Buskers Verein und dessen Clubobmann Christian Dzwonkowski fand heuer bereits zum zweiten Mal statt. Aus beinah allen Ecken und Enden der Welt pilgerten Straßenkünstler für das junge Festival nach Wien. Hier jonglierte Mr Marcus aus England nonchalant eine Kettensäge und zwei Messer. Das überwiegend junge Publikum schien noch nicht über alle Maßen beeindruckt zu sein. Kein Problem, zum Glück waren ja noch das überdimensionale Einrad und die Fackeln bei der Hand. Zum großen Finale wurde ein Feuerwerk auf dem Scheitel gezündet und fröhlich mit Flammen jongliert. Die Menschentraube rund um den englischen Straßenkünstler bekundete mittlerweile mit begeisterten Oh- und Ah-Rufen ihre Bewunderung. Die Truppe "Residual Gurus" betreibt eine ganz besondere Form des Recyclings: Die Trommeln der spanischen Band sind aus diversem Müll zusammengebastelt... ...und sahen dementsprechend amüsant aus. Erheiternd waren auch die Grimassen, die sich die Residual Gurus offenbar als zweites Markenzeichen angeeignet haben. Das Publikum zeigte sich großzügig mit Jubel und Hutgeld. Viele saßen gemeinsam im Kreis oder flanierten rund um den Karlsplatz, denn es fanden zahlreiche Acts gleichzeitig statt. Auch Karikaturisten, Porträtmaler und Spraykünstler hatten rund um die Karlskirche ihre Zelte aufgeschlagen. Ian Deadly ließ auf magische Weise eine Glaskugel auf seinem Körper hin und her wandern. Dann wurde noch eine junge Assistentin aus dem Publikum auserkoren und anschließend mit ein paar Keulen jongliert. Dafür gab`s zum Schluss ein Bussi. Doch da Luft und Liebe nicht zum Überleben reichen, appellierte Ian Deadly am Ende seiner Darbietung an die Großzügigkeit der Wiener - denn außer der Anreise bekam die große Mehrheit der Straßenkünstler für ihren Auftritt am Buskers nichts bezahlt. Viele Familien mit Kindern standen unter den Schaulustigen. Der deutsche Gaukler und Feuerspucker Accendo nahm das mit dem Ring of Fire mal so richtig wörtlich und ließ einen brennenden Reifen um seinen Hals kreisen. "Kinder, versucht das nicht daheim." - Diesen Satz hörte man beim Buskers Festival öfters. Schaut ja auch tatsächlich nicht ganz unspektakulär aus. Auch nächstes Jahr soll das Buskers Festival wieder stattfinden - denn anders als letztes Jahr ist man auf der Veranstalterseite mit Sponsoren wie der Raiffeisenbank zuversichtlich, heuer mit einem Plus auszusteigen.
(kurier) Erstellt am

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