Letztes Update am 03.06.2012, 10:46
Kristen Stewart: Ausschau nach neuen Ufern.
Mit "Snow White and the Huntsman" und "On the Road" hat der Jungstar nun zwei Filme präsentiert, die sie weg vom "Twilight"-Image bringen sollen.
Kristen Stewart (22) ist spätestens seit den "Twilight"-Filmen eine der größten jungen Hoffnungsträgerinnen Hollywoods. In ihrer noch jungen Karriere hat sie bereits 25 Filme gedreht.
Kristen Stewart im Porträt . . .
Genauso wie "Twilight"-Kollege Robert Pattinson, der bereits mit Christoph Waltz drehte ("Water for Elephants"), versucht auch sie, mit neuen Filmprojekten weg vom Teeniestar-Image zu kommen.
Seit Freitag ist Kristen Stewart mit "Snow White and the Huntsman" in den österreichischen Kinos zu sehen, einer dunklen und bösen Interpretation des kinderkompatiblen Disneyzuckerwattenmärchens.
So jung wie eingangs geschrieben ist die Karriere der 22-Jährigen aber gar nicht. Zählt man den TV-Film "Das dreizehnte Jahr" von 1999 dazu, dann ist heuer auch Kristen Stewarts dreizehntes Jahr im Filmgeschäft.
Kristen Jaymes Stewart wurde quasi bereits in der Traumfabrik geboren. Dies geschah 1990 in Los Angeles. Der Vater ist Fernsehproduzent und die australische Mutter Script Supervisor in Hollywood. Die Schule besuchte sie nur bis zur siebenten Klasse. Danach ging es mit Privatunterricht weiter bis zum Highschool-Abschluss 2009.
Bekannt wurde sie dann 2002 durch David Finchers klaustrophobischen Thriller "Panic Room", in dem sie eine Hauptrolle spielte. Mutter und Tochter (Diabetikerin) flüchten sich dabei in ihrem frisch bezogenen Haus vor Einbrechern in einen sogenannten Panikraum, der ihnen Schutz bietet.
David Fincher habe Stewart ihrer Konkurrentin, Hayden Panettiere, vorgezogen, weil er sie "irritierend" fand. Laut dem "Fight Club"- Regisseur wuchs die kleine Kristen während der Dreharbeiten um sieben Zentimeter. Davor war sie etwas kleiner und danach größer als Co-Star Jodie Foster.
Nach mehreren mediokren Filmen aus dem Horror und Actiongenre kam dann 2007 wieder ein Auftritt in einem bemerkenswerten Film: ...
In Sean Penns Aussteiger-Drama "Into The Wild" (2007) nach dem Roman von Jon Krakauer spielte sie die junge Folksängerin Tracy Tatro, die dem trampenden Hauptdarsteller Christopher McCandless (Emile Hirsch) in einem Wohnwagenpark ganz schön den Kopf verdreht.
Bitter genug, dass der junge Mann letztlich doch den Reizen Kristens widerstehen kann, und seine Reise in den Untergang in der Wildnis von Alaska fortsetzt. Reisende sollte man eben manchmal doch aufhalten. Aber "Into The Wild" ist eben eine True Story - was will man da machen?
"Bis(s) zum Morgengrauen" - Mit dem Auftakt zur erfolgreichen "Twilight"-Saga kam auch die weltweite Berühmtheit. Stewart spielte in der Stephenie Meyer-Verfilmung die verträumte Isabella Marie Swan, die aus dem sonnigen Phoenix zu ihrem Vater in das verregnet trübe Küstenstädtchen Forks zieht. Rasch findet die 17-jährige auf der Highschool neue Freunde und hat schon nach kurzer Zeit zahlreiche Verehrer.
Aber ausgerechnet der mysteriös bleichgesichtige Edward Cullen (Robert Pattinson) hat es Bella angetan. Immer kühl und abweisend, umgibt ihn ein düsteres Geheimnis. Edward ist ein Vampir und fürchtet, wenn er der von ihm verehrten Bella zu nahe kommt, in Blutrausch zu geraten.
In einen "Blutrausch" verfallen freilich auch Filmproduzenten, wenn sie folgende Zahlen lesen: 2,5 Milliarden Dollar haben die - vergleichsweise kostengünstig produzierten - vier bisherigen "Twilight"-Filme weltweit eingespielt.
Und niemand bringt den Hollywood-Studios relativ gesehen so viel Geld ein wie Kristen Stewart. Für jeden Dollar, den die Schauspielerin an Gage verdient, spielte sie nach den Berechnungen des Wirtschaftsmagazins Forbes 55,83 Dollar wieder ein. Anne Hathaway landete mit 45,67 Dollar für jeden Dollar Honorar auf dem zweiten Rang, noch vor Robert Pattinson, der es beim Input-Output-Vergleich immerhin auf 39,43 Dollar brachte.
Kristen Stewart und Pattinson (26) harmonieren nicht nur vor der Kamera miteinander, sie sind auch privat ein Paar. Angeblich sollen "RobSten" sogar an einem gemeinsamen Drehbuch arbeiten. "Es stimmt. Wir versuchen, ein Drehbuch zu schreiben“, bestätigt Robert Pattinson in einem Gespräch mit der französischen Ciné Télé Revue.
Bevor aber der endgültige Durchbruch im ernsthaften Fach gelingen kann, sind noch einmal Herzblut, Vampire und Werwölfe angesagt. Denn der letzte Teil "The Twilight Saga: Breaking Dawn" ist auf zwei Episoden aufgeteilt. Diesen Schmäh kennt man schon seit dem "Harry Potter"-Finale.
Im ersten Teil von "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht" (lief November 2011 in den Kinos an) durften Bella und Edward - weil mittlerweile verheiratet - zum ersten Mal miteinander schlafen. Da wurde auch gleich das Promo-Plakat etwas aufgepeppt: Bei Kristen Stewarts Oberweite wurde offenbar grafisch etwas nachgeholfen.
"Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2" soll im November diesen Jahres in die Kinos kommen. Fix scheint, dass sich da die Fans wieder die Augen aus dem Gesicht weinen werden - wenn ihre geliebte Saga im Kino endet.
Und dann dürfte auch Schluss sein mit den Teenager-gerechten Magazin-Storys über die junge Frau zwischen zwei Burschen: "Vampir" Robert Pattinson und "Werwolf" Taylor Lautner (links).
In ihrem aktuellen Film "Snow White and the Huntsman" muss sie sich als schlimmes Schneewittchen auch zwischen zwei Männern entscheiden: Der Jägersmann (Chris Hemsworth) oder der Jugendfreund. Es scheint bis zum Schluss nicht so klar, ob sie nicht beide will . . .
Das Schneewittchen hat in dieser Version auch nicht Lust, wie in der Grimm-Märchenvorlage die meiste Zeit im Tiefschlaf zu verbringen und zieht gegen die böse Königin (Charlize Theron) in den Krieg.
Freund Pattinson ist ja der Meinung, dass Kristen "weiß, wie man gute Drehbücher findet, sie hat eine Nase für so etwas." KURIER-Kritikerin Veronika Franz fragte sich hingegen: "Warum hat sich diese zweifellos gute Schauspielerin ausgerechnet so einen faden Fantasyfilm für ihre Post-Twilight-Phase ausgesucht?"
Für die Jack Kerouac-Verfilmung "On The Road" von Walter Salles hatte sich Kristen Stewart bereits entschieden, als sie noch weit davon entfernt war, ein "Twilight"-Star zu sein. Nun wurde der Film, sieben Jahre später, endlich in Cannes präsentiert.
Aber der Film riss die internationalen Kritiker in Cannes auch nicht gerade von den Sitzen. Dabei hatte Jack Kerouac 1957 mit der Buchvorlage "On the Road" über seine Reise-Erfahrungen durch die USA die Literaturwelt revolutioniert.
Salles` Film schafft es nicht, wirklich zu fesseln. Laut KURIER-Kritikerin Alexandra Seibel liefert der Brasilianer mit seiner "ideenlosen Verfilmung des Beatnik-Klassikers" "richtiges Schnarchsack-Kino" ab. Da hilft es offenbar auch nicht, dass Kristen Stewart wieder einmal gnadenlos gut aussieht.
Auf dem Red Carpet von Cannes präsentierte sich die wie immer stilvoll Gekleidete nicht mit Partner Robert Pattinson, sondern an der Seite ihrer "On the Road"-Kollegen Viggo Mortensen ...
... und Tom Sturridge. Letzterer begleitete sie zur Premiere von "Cosmopolis", der neue Film mit Robert Pattinson von Kultregisseur David Cronenberg.
Foto: www.photopress.at
Gemeinsame Fotos des "Twilight"-Paares konnten in Cannes nur im Paparazzi-Stil geschossen werden - hier bei der Premierenparty für "Cosmopolis".
Foto: www.photopress.at
Ihre Hand- und Fußabdrücke durfte Kristen Stewart bereits im Beton vor dem legendären Grauman`s Chinese Theatre in Hollywood verewigen. Die künstlerisch wertvollen Auszeichnungen warten allerdings noch. Zumindest konnte sie es - trotz mehrerer Nominierungen für "Twilight" - bisher vermeiden, mit dem Schmähpreis "Goldene Himbeere" verhöhnt zu werden.
2010 wagte Kristen Stewart bereits einmal einen Sidestep von der "Twilight"-Saga und schlüpfte für "The Runaways" an der Seite von Dakota Fanning in die Rolle der Rockgitarristin Joan Jett. Hierzulande schaffte es der Film trotz des Starbonus leider nicht in die Kinos, sondern wurde direkt als DVD veröffentlicht.
Dass die Karriere der intelligenten jungen Frau also wirklich eines Tages in Richtung Oscars und großes Kino einbiegt, ist also noch keineswegs eine ausgemachte Sache. Spätestens nach dem Ende der "Twilight"-Saga wird der unnachahmlich verträumte Blick allein nicht mehr reichen.
(kurier)
Erstellt am 01.06.2012, 11:00