Letztes Update am 24.07.2012, 09:04
Jedermann: Die Geschichte in aktuellen Bildern.
Der "Jedermann" gehört seit 1920 zum fixen Bestandteil der Salzburger Festspiele. Aber worum geht es in dem Stück eigentlich?
"Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes" von Hugo von Hofmannsthal wurde am 1. Dezember 1911 in Berlin, unter der Regie von Max Reinhardt uraufgeführt. Seit 1920 ist es fixer Bestandteil des Spielplans beim von Hofmannsthal mitbegründeten Festival und gehört zu den Festspielen wie der Salzburger Schnürlregen. Um was es in dem Stück eigentlich geht, erfahren Sie hier.
Der "Jedermann" zieht jährlich tausende Besucher nach Salzburg und ist vom Spielplan nicht mehr wegzudenken. Und darum geht`s: Als Gott bemerkt, dass er auf der Erde nicht mehr geschätzt wird, entschließt er sich dazu, die Menschen wieder an seine Macht zu erinnern. Bild: Martin Reinke als "Gott"
Der Tod ist dabei sein Gehilfe. Dieser soll zu Jedermanns Haus gehen und ihn vor das göttliche Gericht rufen. Bild: Ben Becker als Tod
Jedermann will seiner Buhlschaft einen Lustgarten schenken und will deshalb ein Grundstück kaufen.Bild: Nicholas Ofczarek als Jedermann
Auf dem Weg dorthin trifft er einen armen Nachbarn, der ihm um eine Gabe bittet. Jedermann gibt ihm nur einen Schilling. Der Nachbar appelliert an seinen christlichen Glauben - Jedermann schickt ihn daraufhin weg.Bild: Martin Reinke als "Armer Nachbar/Gott" und Nicholas Ofczarek als Jedermann
Jedermann geht weiter und trifft einen Schuldner der ihn bittet, den Schuldschein zu zerreißen. Er lässt ihn einsperren.Bild: Nicholas Ofczarek als Jedermann und Robin Sondermann als Schuldknecht
Nach diesen Begegnungen hat er keine Lust mehr, das Grundstück zu besichtigen und möchte seine Buhlschaft sehen. Jedoch trifft er seine Mutter.Bild: Elisabeth Rath als Jedermanns Mutter und Nicholas Ofczarek als Jedermann
Diese wirft ihm einmal mehr sein Verhalten gegenüber Gott vor.
Kaum hat er das Gespräch hinter sich, kommt ihm seine Buhlschaft entgegen und bringt ihn auf ein Fest, das ihm zu Ehren gegeben wird.Bild: Nicholas Ofczarek als Jedermann und Birgit Minichmayr als Buhlschaft
Jedermann hat aber keinen Spaß auf dem Fest. Er fühlt sich schwach, krank und er hat seltsame Erscheinungen.
Nur er hört ein Glockenläuten.
Nur er hört wie jemand seinen Namen ruft. Die Gäste denken, er hat Fieber.
Doch es ist die Wirklichkeit die den Jedermann ereilt. Als er sich umblickt, steht ein ihm unbekannter Mann hinter ihm - der Tod.
Dieser fordert ihn auf, sich für den letzten Weg bereit zu machen.
Jedermann wird sich seines schlechten Charakters bewusst und fleht den Tod an, ihm eine kurze Frist zu gewähren um einen Freund zu finden, der ihm vor Gottes Gericht beisteht.
Der Tod gewährt ihm eine Stunde.
Jedermann fragt seinen Freund den Gesellen, der sich zuerst auch bereit erklärt, sich dann aber weigert, als er hört, dass ihn die Reise vor das Gericht Gottes führen soll.Bild: Peter Jordan als "Guter Gesell" und Nicholas Ofczarek als Jedermann
Auch seine zwei Vettern und seine Buhlschaft weigern sich.Bild: Felix Voertler als "Dicker Vetter", Nicholas Ofczarek als Jedermann und Thomas Limpinsel als "Dünner Vetter"
Von allen verlassen, will Jedermann wenigstens sein Geld mit in die Ewigkeit nehmen.Bild: Sascha Oskar Weis als "Mammon" und Nicholas Ofczarek als Jedermann
Aus der Truhe steigt jedoch Mammon und weigert sich ebenfalls, mit ihm zu gehen.
Völlig verzweifelt hört Jedermann eine leise Stimme aus dem Hintergrund. Er dreht sich um und erblickt eine alte, gebrechliche Frau.Bild: Lina Beckmann als Gute Werke und Nicholas Ofczarek als Jedermann
Sie sei seine "guten Werke" und würde ihn gerne ins Jenseits begleiten, erklärt sie. Allerdings ist sie zu schwach, da er sie vernachlässigte.
Sie könne aber ihre Schwester, den Glauben darum bitten.
Der Glaube klärt Jedermann über die unendliche Liebe Gottes auf und rät ihm, Gott um Vergebung zu bitten.
Jedermann greift nach dem letzten Strohalm der Hoffnung und versucht zum Glauben zurück zu finden. Ein Mönch hilft ihm dabei.
Inzwischen kommt der Teufel, der sich der Seele von Jedermann sicher ist, um ihn mit in die Hölle zu nehmen.Bild: Peter Jordan als Teufel
Er muss jedoch zu seinem Verdruss erkennen, dass sie ihm durch die Gnade Gottes entrissen wurde.
Der Jedermann kann nun mit ruhigem Gewissen und in Begleitung des Glaubens und der guten Werke vor Gottes Richterstuhl treten.
(kurier)
Erstellt am 22.07.2012, 11:27