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KURIER

Letztes Update am 21.09.2012, 14:32

Entstellte Gesichter als Gesellschafts­kri­tik. "Dysmorphophobie" taufte die spanische Fotografin Natalia Pereira ihre Fotoserie, mit der sie die Verformung der Identität durch die Konsumgesellschaft zeigen will.

Dysmorphophobie (altgr. dys "schlecht" (hier: "Miss-"), morphé "Form" (hier: "gestaltet"-), phóbos "Furcht"). Soweit das Lexikon. Bei der Krankheit handelt es sich um eine Störung der Selbstwahrnehmung. Soll heißen, man empfindet sich und seinen Körper als missgebildet, entstellt oder hässlich, erträgt den Anblick seines eigenen Spiegelbildes nicht.

Diesen Krankheitsausdruck verwendete die spanische Fotografin und Grafikerin Natalia Pereira für ihre Fotoserie. "Das Projekt soll zeigen, dass der eigentlich vollkommene Mensch durch unser Bewusstsein verzerrt wird und so unser Körper, unser Handeln, unsere Träume und unsere Identität verformt. Immer auf der Suche nach etwas, das wir nicht sind."

Die Hauptschuld an dieser ständigen Verbiegerei unserer selbst gibt die Fotografin der Konsumgesellschaft, die uns "dauernd mit makelloser Schönheit und Idealen bombardieren" und so den verwirrenden Wunsch generiert, ein perfektes Leben führen zu wollen." Ein perfektes Spielzeug, die perfekten Freunde, das perfekte Haus - alles ohne Ecken und Kanten.

Zur Person: Natalia Pereira

Natalie Pereira wurde 1983 in Castellón, Spanien, geboren. Nach ihrem Industrial Design-Studium zog sie nach Barcelona und machte einen Master in Kommunikationsstrategien. Dort gründete sie auch ihr Designbüro Coco D’Mor. Sie versucht dabei eindrucksvolle Bilder, Kritik, Ironie und Surrealismus miteinander zu verbinden.

www.cocodmor.com

(KURIER) Erstellt am 20.09.2012, 13:01

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