Letztes Update am 30.06.2012, 10:41
Fotografie-Festival: Geschichte ist jetzt.
Unter dem Titel "The History of Now" zeigt das Leipziger Fotografie-Festival "f/stop" politische Bilder, deren Macht ungebrochen scheint.
Nicht nur das Internet bietet mit seinen technischen Neuerungen immer neuere Möglichkeiten der Nutzung. Auch das alte Medium der Fotografie ändert sich in rasantem Tempo. Obwohl mit den Möglichkeiten der Technik auch Zweifel an der Wahrhaftigkeit und Authentizität einhergehen, bleibt die Wirkungsmacht der Bilder ungebrochen. Unter dem Primat der Schnelligkeit werden die Grenzen der Fotografie ständig neu definiert und erweitert. Bilder sind somit immer mehr unmittelbare Augenzeugen bzw. Zeitzeugen eines gesellschaftlichen oder politischen Ereignisses.Andree Korpys & Markus Löffler, Film Still aus "Stadt von Morgen" (2007)
Unter dem Motto "The History of Now" lotet deshalb das "f/stop"-Festival für Fotografie in Leipzig die mediale Macht der Bilder aus und klärt, wie sich auch die Fotografie-Kunst mit dem schneller werdenden Medium verändert.
Bild: Ivor Prickett - Junge Wache in der nähe von Zamalek, Ägypten - aus der Serie: "Days of Anger" (2011)
Das Spannungsverhältnis zwischen dokumentarischer Kunst und aktueller journalistischer Berichterstattung wird anhand von vier Ausstellungsreihen, in denen unter anderem Bilder junger deutscher Nachwuchsfotografen präsentiert werden, gezeigt.
Bild: Armin Linke & Fabian Bechtle, (1974)
Ob Titos fotografisches Archiv, die mediale Verwertung Osama Bin Ladens Tod,Bild: Armin Linke & Fabian Bechtle - Tito umarmt einen Vertreter der arabischen Liga im Jahr 1959
die spannungsreichen Proteste während des arabischen Frühlings in Ägypten,
Bild: Ivor Prickett - Demonstration auf dem Tahrir-Platz in Kairo 2011.
die opulenten Inszenierungen der Unabhängigkeitstage asiatischer und afrikanischer Staaten oder das konstatierte Trauma in postsozialistischen Ländern – Politik macht Bilder, Bilder machen Politik.
Bild: Leon Kahane - Bild aus der Serie "Frontex" (2009)
So liegt der Fokus von "f/stop" in diesem Jahr auf dem Begriff des Dokumentarischen und auf der Problematik der fotografischen Berichterstattung.
Bild: Andree Korpys & Markus Löffler, Film Still aus "Stadt von Morgen" (2007)
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Verhältnis von künstlerischer Fotografie und medialen Bildern? Wie kann man auf aktuelle Ereignisse reagieren? Welche Auswirkung hat die Allgegenwart fotografischer Bilder auf unsere Wahrnehmung?
Bild: Véronique Besnard: aus der Serie: Kings Road, (2007)
Und wie gehen Künstler damit um? Diese Fragestellungen werden auch in einem umfangreichen Rahmenprogramm während des Festivals geklärt.
Bild: Véronique Besnard: aus der Serie: Kings Road, (2007)
Neben den vier Ausstellungen mit jungen und renommierten Fotografen wird das Thema "History of Now" in Diskussionsrunden, Lesungen, Filmen und Führungen bearbeitet.
Bild: Mona Vatamanu & Florin Tudor Film Still "Rite of Spring" (2010)
"f/stop" ist eines der wichtigsten Festivals für Fotografie in Deutschland. Es wurde 2007 zum ersten Mal vom Zentrum für zeitgenössische Fotografie Leipzig veranstaltet.Bild: Maryam Jafri, Syrien-Indien-Kongo 1946-1960, aus der Installation: Independence Day 1936–1967, 2009–heute.
(kurier/kob)
Erstellt am 29.06.2012, 15:17