Festnahme nach Dalí-Diebstahl

SPAIN THEATER CURTAIN BY DALI
Foto: APA/Gustavo Cuevas

Vor acht Monaten wurde am helllichten Tag ein Dalí-Gemälde gestohlen. Nun gab es eine Festnahme.

Acht Monate nach dem Diebstahl eines Gemäldes von Salvador Dalí am helllichten Tag aus einer New Yorker Galerie hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Der 29-jährige Grieche Phivos I. sei am Samstag am internationalen Flughafen von New York gefasst worden, teilte der Staatsanwalt von Manhattan, Cyrus Vance, am Dienstag mit. Mit der Einladung eines angeblichen Galeristen habe die Polizei den Mann in die US-Metropole gelockt.

Das 1949 entstandene Bild "Cartel del Don Juan Tenorio" mit einem Schätzwert von 150.000 Dollar (112.000 Euro) war am 19. Juni vergangenen Jahres am helllichten Tag aus der neu eröffneten Galerie Venus Over Manhattan in der noblen Upper East Side am Central Park geklaut worden. Nach Polizeiangaben trug der Täter, der in der Galerie für einen Kunden gehalten wurde, das Bild einfach in einer großen Tasche hinaus. Eine Überwachungskamera nahm ihn auf. Anderthalb Wochen nach dem Diebstahl wurde das Bild aus Griechenland mit der Post zurückgeschickt.

Spektakuläre Kunstraube von Wien bis Oslo

Ganz so spektakulär wie Tom Cruises Einstieg ins CIA-Hauptquartier in "Mission Impossible" geht es im echten Leben selten zu. Im südschwedischen Landskrona ist im Oktober 2010 das offensichtlich unbemerkt gestohlene Munch-Gemälde "Zwei Freunde" bei einer Hausdurchsuchung durch bloßen Zufall wieder aufgetaucht. Das aus dem Museum in Malmö entwendete Werk wird immerhin auf eine Million Euro geschätzt, abgegangen ist es bis dahin allerdings niemandem. Aber nicht alle Kunsträuber sind so unauffällig. Sehen Sie hier die spektakulärsten Kunstraube der Welt. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erlangte der Raub der zwei berühmtesten Munch-Gemälde "Der Schrei" und "Madonna" im August 2004. Die beiden Bilder wurden bei einem bewaffneten Überfall aus dem Munch-Museum in Oslo entwendet. Zwei Jahre später konnten die Bilder jedoch wieder sichergestellt werden. Allerdings nicht ohne Schaden zu nehmen... Die "Madonna" (im Bild) weist seither Kratzer und sogar Löcher auf. "Der Schrei" hat einen unübersehbaren Wasserfleck. "Der Schrei" wurde 1994 schon einmal gestohlen. Damals allerdings eine andere Version aus der Nationalgalerie in Oslo. Das Werk wurde etwa drei Monate später sichergestellt. Der wohl berühmteste Kunstraub der Welt ereignete sich am 21. August 1911, als die "Mona Lisa" aus dem Pariser Louvre gestohlen wurde. Verantwortlich dafür war der ehemalige Museumsmitarbeiter Vincenzo Peruggia... Zwei Jahre versteckte er sich in einem Wandloch, ehe er ankündigte, dass er das berühmte Gemälde in seine Heimat Italien zurückbringen wolle. Weil Vincenzo Peruggia (im Bild) nicht mit krimineller Absicht gehandelt hatte, wurde er nur zu sieben Monaten und neun Tagen Haft verurteilt. In Italien wurde er wie ein Nationalheld gefeiert. In Wien kann man sich an den Raub der Saliera aus dem Kunsthistorischen Museum im Mai 2003 noch gut erinnern. Der Einbrecher stiegen über die eingerüstete Fassade (im Bild) gegen 4 Uhr Früh ein. Der Alarm wurde zwar ausgelöst, der Aufseher glaubte aber an einen Fehlalarm und unternahm nichts. Er schaltete die Alarmanlage sogar aus, um sie kurz danach wieder zu aktivieren. Der Diebstahl wurde erst am nächsten Morgen von einer Putzfrau entdeckt. Die durch den Diebstahl noch berühmter gewordene Saliera ist eine Skulptur von Benvenuto Cellinis und wurde zwischen 1540 bis 1543 im Auftrag von König Franz I von Frankreich gefertigt. Die Skulptur gelangte in den Besitz der Habsburger und anschließend des Kunsthistorischen Museums. Der Schätzwert liegt bei 50 Millionen Euro. Oktober 2005

Der Kriminalfall um die gestohlene Saliera ging 2005 weiter. Der Kunstdieb forderte zehn Millionen Euro und übermittelte als Beweis den abnehmbaren Dreizack. Die Wiener Polizei war ratlos. Wie sich später herausstellte war der Eindringling ein Discobesucher, der einfach über das Baugerüst kletterte, das Fenster eindrückte, mit einem Messer die Jalousie zerschnitt und die Saliera raubte. Im Mai 2006 stellt sich der 50-jährige Wiener bei der Polizei. Der Techniker für Alarmanlagen gab an, die Skulptur im betrunkenen Zustand geraubt zu haben. Einer der größten Kunstdiebstähle aller Zeiten fand im Mai 2010 in Paris statt. Aus dem Museum für Moderne Kunst wurden unter anderem Bilder von Picasso, Matisse und Braque im Wert von 500 Millionen Euro gestohlen. Auf der Überwachungskamera war ein maskierter Eindringling zu sehen, der in der Nacht durch das Fenster einstieg. Die Alarmanlage war zuvor ausgeschaltet worden. Fünf unfassbar wertvolle Meisterwerke wurden so in Paris gestohlen: "Le pigeon aux petits pois" von Pablo Picasso, "Nature morte aux chandeliers" von Fernand Léger und "La femme à l'éventail" von Amedeo Modigliani (v.l.n.r.). Außerdem "L'olivier près de l'Estaque" von Georges Braque... Auch "La pastorale" von Henri Matisse wurde in Paris gestohlen. Das Museum und die Polzei wollten das Verschwinden zunächst nicht bestätigen. Zuvor galt der Raub aus der Sammlung Bührle in Zürich als "größter Kunstraub Europas". Im Kunsthaus Zürich wurden 2008 gleich mehrere bedeutende impressionistische Gemälde gestohlen. Drei maskierte Männer drangen am Nachmittag in das Museum ein und bedrohten Besucher und Angestellte mit einer Waffe. Diese mussten sich auf den Boden legen, während die Räuber Werke von Claude Monet, Edgar Degas, Vincent van Gogh und Paul Cézanne abhängten. Auch der Diebstahl des Meisterwerkes "Die Festnahme Christi" des italienischen Renaissance-Malers Caravaggio im Juli 2008 in der Ukraine sorgte für großes Aufsehen. 2010 wurde das gestohlene Bild - auch bekannt als "Der Judaskuss" - in Berlin bei einem Kaufinteressenten sichergestellt. Es stellte sich jedoch als zeitgenössische Kopie heraus. Das Skurrile daran: Ob Original oder Kopie sei für die Festnahme unerheblich, so die Oberstaatsanwältin. Denn das beschlagnahmte sei das gesuchte Gemälde gewesen. Diese Stradivari-Geige wurde im Oktober 2008 auf dem Rittergut Bennigsen südlich von Hannover gestohlen. Der Versicherungswert liegt bei 1,5 Millionen Euro. Die Taktik der Polizei - darauf zu warten, dass die Diebe ihr Raubgut zu Geld machen wollen - erwies sich als erfolgreich. Die Fahnder boten ein Scheingeschäft an, die Ganoven ließen sich darauf ein und tappten in die Falle. "Le Cabanon de Jourdan" von Paul Cézanne sowie zwei weitere wertvolle Gemälde von Vincent van Gogh wurden im Mai 1998 aus dem Museum für moderne Kunst in Rom gestohlen. Nach Museumsschluss hatten die drei bewaffneten Ganoven, die Wächter gezwungen die Alarmanlage auszuschalten. Dann fesselten sie die Aufseher und machten sich in aller Ruhe an die Arbeit. Die Bilder tauchten aber bald darauf wieder auf. Kein Scherz aus einem schlechten Comic: Bereits 1998 wurde bei der "Security"-Messe in Deutschland dieses reißfeste Fangnetz präsentiert. Zusätzlich kann noch ein Gerät installiert werden, das mit Hilfe eines Stahlseils eine Fußfessel anlegt. Bisher kam dieser Diebstahlschutz in Museen jedoch nicht zum Einsatz.
(APA / moe) Erstellt am
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