Die Kinoflops 2012

Filmflops
Foto: Montage

Der unrühmliche Blick zurück auf die größten Misserfolge an den weltweiten Kinokassen.

Blockbuster über Blockbuster. Hollywood feuerte auch 2012 ein wahres Feuerwerk an großen Kassenschlagern ab: Mit den "Avengers" und "The Dark Knight" knackten gleich zwei Filme die fantastische Milliardengrenze. Und mit "Der Hobbit" läuft gerade ein vielversprechender Kandidat in den Kinos, der das Stockerl bald komplett machen könnte.

Die Hollywood-Studios fuhren aber nicht nur Gewinne ein. 2012 war auch das Jahr einer Vielzahl von Kinoflops (siehe Bildergalerie). Besonders peinlich: Schauspielstars, die ihren Zenit längst überschritten, aber noch nichts davon mitbekommen haben. Weshalb sonst würde sich Nicole Kidman als geföhnte Südstaatenschönheit und Tom Cruise als 80er-Jahre-Rocker hergeben?

"The Paperboy": Budget: 12, 5 Mio Dollar //
Einnahmen: 693.000 Dollar // Der Südstaaten-Thriller mit Trash-Anleihen floppte trotz Staraufgebots (Nicole Kidman, Zac Efron, Matthew McConaughey) wie kein anderer Film im vergangenen Jahr. "Dredd": Budget: 45 Mio. Dollar // Einnahmen: 36,4 Mio. Dollar // Remakes waren auch 2012 beliebt. Mit "Judge Dredd" und "Total Recall" wurden gleich zwei erfolgreiche Blockbuster der etwas anderen Art verfilmt. Beide floppten. 90er-Action-Trash ist zwar Kult, aber eben kein Klassiker. Das spürten die Macher auch an den Kinokassen. "Total Recall": Budget: 150 Millionen Dollar // Einspielergebnis: 198,47 Millionen Dollar // Auch das Remake des Schwarzenegger-Films blieb trotz enormem Werbebudgets hinter den Erwartungen. Auch Colin Farrell, Kate Beckinsale und Jessica Biel konnten daran nichts ändern. "John Carter": Produktionskosten: 250 Millionen Dollar // Einspielergebnis 284 Millionen Dollar // Der Blockbuster von Disney drohte im vergangenen Jahr zum größten Flop der Filmgeschichte zu werden. Sogar der Chef der Disney-Filmsparte, Rich Ross, musste seinen Hut nehmen. In den USA floppte der Film tatsächlich ordentlich. Dort spielte das Science-Fiction-Desaster nur 73 Millionen ein. International kam der Film allerdings deutlich besser an. Der befürchtete Riesenflop blieb aus. "Der Mann mit den eisernen Fäusten": Budget: 15 Mio. Dollar // Einnahmen: 7,9 Mio in USA, 15 Mio. weltweit // Das Regiedebüt von RZA wurde von vielen Wu-Tang Fans und Feunden der blutigen Martial-Arts-Unterhaltung mit Spannung erwartet. Leider konnte der Film weder Kritiker noch Publikum überzeugen. In Österreich kam er deswegen gar nicht erst in die Kinos. "Noch tausend Worte": Budget: 40 Mio. Dollar // Einnahmen: 20 Mio. Dollar // Eddie Murphy muss es 2012 die Sprache verschlagen haben. Sein Film spielte gerade mal die Hälfte der Produktionskosten ein. Die großen Zeiten des Plappermauls sind wirklich längst vorbei. "The Oogieloves in the Big Balloon Adventure": Budget: 20 Mio. // Einnahmen: 1 Mio. Dollar // Dieser Film lief zwar nicht in den heimischen Kinos, muss aber aufgrund seines phänomenalen Totalflopps an den Kinokassen erwähnt werden. 1/20: Das ist der relativ erfolgloseste Film des vergangenen Jahres. "Mavericks": Budget: 20 Mio. Dollar // Einnahmen bis dato: 5,8 Mio. Dollar // In Amerika floppte das Surfer-Film mit Gerald Buter ("300") bereits. Vielleicht können sich die österreichischen Kinogeher ja des Dramas annehmen. Bei den Kritikern fiel der Streifen mit seinen seichten Lebenswahrheiten bereits durch. Als Kinostart ist der 17. Jänner vorgesehen. "Der Chaos-Dad": Budget: 70 Mio. Dollar // Einnahmen: 57,7 Mio. Dollar // Auch Adam Sandler greift einmal daneben. Als "Chaos-Dad" wollten ihn 2012 nur eingeschworene Freunde der allzu leichten Unterhaltung sehen: 57,7 Millionen Dollar Einnahmen bei 70 Millionen Budget - das tut weh. "Rock of Ages": Budget: 75 Mio. Dollar // Einnahmen: 56,4 Mio. Dollar // Tom Cruise als lässiger 80er-Glamrocker? Die großen Zeiten von Tom Cruise sind zwar nicht ganz so lange her. Mit Scientology im Gepäck neigen sie sich aber auch dem Ende zu. Die Musical-Verfilmung selbst wurde ob ihres nicht ganz ernst gemeinten Überdrüber-Kitsch durchwegs positiv bewertet. "Battleship": Budget: 211 Mio. Dollar // Einspielergebnis: 304 Mio. // In den USA mit mageren 65 Mio. Dollar ein Riesenflopp, retteten die weltweiten Rihanna-Fans den Blockbuster vor dem Untergang. Bei den Kritikern fiel der Film sowieso durch: "Wenn ein Film auf dem Spiel "Schiffe versenken" basiert, kann eigentlich nur Müll dabei herauskommen. Doch "Battleship" hat noch ganz andere Probleme als die hanebüchene Story. Zum Beispiel die grottenschlechten Schauspieler, allen voran Rihanna, die hier ihr desaströses Filmdebüt gibt.", schreibt Hannah Pilarczyk von Spiegel.de "Wanderlust": Budget: 35 Mio. Dollar // Einnahmen: 21,5 Mio. Dollar // Jennifer Anistons und Paul Rudds Suche nach einem neuen Leben endete in "Wanderlust" in einem Hippie-Dorf. Für das Publikum war das zu viel freie Liebe und zu wenig echtes Gefühl. "Back in the Game": Budget: 60 Mio. Dollar // Einspielergebnis: 46,3 Millionen //  "Trouble with the Curve", so der Titel im englischen Original, ist nicht nur ein heißer Anwärter auf den Titel "Schlechteste Filmtitelübersetzung 2012". Clint Eastwood spielt darin einen alternden Baseball-Scout. Clint Eastwood steht erstmals seit "Gran Torino" (2008), nicht auch hinter, sonder nur vor der Kamera. Vielleicht eine Erklärung für die schwache Vorstellung des Altmeisters. "Cloud Atlas": Budget: 102 Mio. Dollar // Einspielergebnis bis dato: 65 Mio. Dollar // Die bildgewaltige Verfilmung David Mitchells Weltbestseller wurde von den Kritikern zwar durchwegs positiv aufgenommen. Vor allem die schauspielerische Leistung von Tom Hanks und Halle Berry stieß auf viel Lob. Auch wenn "Cloud Atlas" noch in einigen Kinos läuft, die 37 Millionen Dollar um ausgeglichen zu bilanzieren wird der Film wohl nicht mehr aufholen, bricht der Umsatz an den Kinokassen in der Regel bereits in der dritten Woche um zwei Drittel ein. "Zeit zu leben": Budget: 16 Mio. Dollar // Einnahmehn: 12,4 Mio. Dollar // Für Hollywood-Verhältnisse sind 16 Millionen Dollar ohnehin schon eher knapp bemessen. Das Einspielergebnis von 12,4 Millionen kann das aber noch unterbieten. Zu viel Kitsch. "Alex Cross": Budget: 35 Mio. Dollar // Einnahmen: 25,8 Mio. Dollar // Kein Platz für klassische Action. Alex Cross konnte mit der alten Geschichte ein Mann (in diesem Fall Tyler Perry) gegen den Rest der (in diesem Fall Unter-) Welt nicht überzeugen.

(KURIER / kob) Erstellt am
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