Letztes Update am 05.12.2011, 08:42
Die deftigsten Mundl-Sager.
Nun kommt der zweite Kinofilm mit Edmund Sackbauer ins Kino. In den 70ern spaltete der grantelnde Wiener mit seinen Sprüchen noch die Fernsehnation.
Edmund Sackbauer - für die einen war das der Untergang des Abendlandes, für die anderen der Kultwiener schlechthin. Die jähzornige, oft auch derbe Figur aus der Feder von Autor Ernst Hinterberger, lieferte unzählige Tiraden und Bonmots, die teils zu Stehsätzen wurden. Egal, wie man zu den Ausfälligkeiten Mundls steht: "Ein echter Wiener geht nicht unter" schrieb Fernsehgeschichte. ...
Edmund (Karl Merkatz) und Toni Sackbauer (Ingrid Burkhard).
Toni: Mundi, sei ehrlich. Bist deswegen 'kündigt worden, weilst dein' Chef a Goschn ang'hängt hast?
Mundl: Aber geh, ich hab' ihn doch nur g'fragt, ob s' eam ins Hirn g'schissen haben.
Mundl: I trink' kein Wasser. I will doch ned inwendig verrosten!
Karli: Wo sind denn meine Schuach?
Mundl: Pass doch selber auf deine Hatschn auf. Am besten, du bind'st dir die Hammerln mit einem Schnürl um den Hals, dann hast du s' immer bei der Hand.
Mundl Sackbauer mit Sohn Karli (Klaus Rott)
Karli: Papa, i hau' den Hut heut' aufs Stemmer-Training. Für den Pimperlverein bin i eh gut genug.
Mundl: Karli, du Pipn. Am nächsten Sonntag treten wir gegen die Weh aus Floridsdorf an. Auf was du den Hut draufhaust, bestimm' i, ned du!
Toni: Ich hab' mir 'dacht, wir könnten heuer am Heiligen Abend eine Fischsuppe essen.
Mundl: Bitte, kauf ein paar Kilo Fisch, dass sich der Karli, der Trottel, anfressen kann, bis ihm die Grätn beim Mund rauswachsen. Für mich brauchst gar nichts kaufen, denn i bin ang'speist, wenn i dir am Heiligen Abend ins Gesicht schau'.
Toni: Du brauchst mir überhaupt ned ins G'sicht schauen, gehst halt in den Wald oder Park, setzt dich auf ein Bankerl und glurst halt die Spatzen an, du Rauschkind, du.
Mundl: Das hast du davon, Tonerl, von deiner depperten antiautoritären Erziehung. Wenn i amol mit meinem Vater so g'redet hätt', dann hätt' er mir a Watschn 'geben, dass mir vierzehn Tog der Schädl wock'lt.
Mundl mit seiner "goscherten" Tochter Hanni (Erika Deutinger).
Als Vorbild taugt Mundl, wenn auch mit "goldenem Wiener Herz" ausgestattet, nur bedingt:
Mundl: Lesen ist der größte Schaas. Das macht die Leut' nur deppert.
Karli: So eine Firma kann über Nacht tschali gehen... Siechst, wie guat, dass i mein' sicheren Posten beim Konsum hab', weil fressen werden die Leut' immer!
Letzteres hat was für sich, aber den Konsum gibt's trotzdem nicht mehr.
Bild: Karli, Mundl und die Schwiegertochter Irma Werner (Liliana Nelska)
Mundl (über seinen Schwiegersohn in spe): Schnapsen lernt er nie, weil da braucht man ein Hirn. Aber dichten kann er, alle Achtung, Franzi. In ein paar Jahren wird er Professor, weil das wird ja bei uns jeder Trottel.
Hannis Zukünftiger: Franz Vejvoda (Alexander Wächter)
Mundl: Ich kann mir schon denken, Schani (nicht im Bild), warum du auf den Franzi, den Schwammerlbrocker, so stehst. Weil der is' a so ein Intellektueller wie du!
Mundl: Der Franzi hat einen Hirnpecker, hörst! Ich hab' schon immer g'sagt, dass das ein Trottel sein muss, der Dioptrien-Otto. Wenn i den morgen seh', hau i eam durch die zug'machte Glastür raus auf'n Gang. Dann kann er sein Hörspiel auf'm Zentralfriedhof schreiben.
Harte Worte, die natürlich nie in die Tat umgesetzt wurden ...
Mundl: Wennst den Schnaps trinkst, dann darfst a halbe Stund' net rauchen, sonst explodierst.
Toni: Edmund, hast g'hört? Unsere Kinder am Opernball, mitten unter den ganzen Persönlichkeiten.
Mundl: Auf den Opernball geh'n nur Trotteln.
Toni: Jetzt hörst aber auf! Am Opernball sind lauter Berühmtheiten, Persönlichkeiten: Maler, Schriftsteller, Politiker, alles ist dort!
Mundl: Eh kloa, sog' i jo: Anständige Leut' geh'n dort ned hin.
Auch Edmunds Konversation mit dem Sittich Schurli ist legendär:
Mundl: Gell, Schurli, wir machen uns alles selber. Wir brauchen keine Weiber mehr. Schade, dass ihr Sittich' kein Bier sauft's.
Mundl: Jetzt kaufen wir jedem von den Werners eine Haube. Damit sie's warm haben, die Eierschädeln.
Mundl mit Karli und dessen Schwiegereltern, den Werners (Ilse Hanel und Jaromir Borek).
Mundls Umgang mit Tapeten wurde in der Wunsch-Sendung "Wurlitzer" auf und ab gespielt. Sein Weltbild war aber weniger Nachmittagsprogramm-tauglich:
Mundl: Es gibt jede Menge Tschuschen, da fährt die Eisenbahn drüber. Alles, was kein Wiener ist, ist praktisch ein Tschusch. Wurscht, ob er aus St. Pölten, Buxtehude, Japan oder aus dem Urwald kommt.
Karli: Papa, ich krieg ein Kind!
Mundl: Na Mahlzeit, Karli. Wenn des so a Trottel wird wie du, kannst dir gleich die Kugel geben.
Toni: Mundi, sei doch a bissl freundlicher zum Franzi!
Mundl: I bin ja eh allerweil freundlich. Ich lass' mi nur ned gern von so einem Bettbrunzer am Schmäh halten.
Zum Abschluss der Klassiker:
Toni: Mundi! Du mit deinem depperten Bier! Kannst ned an was anderes denken?
Mundl: Heeast, mei' Bier is' ned deppert!
(KURIER.at)
Erstellt am 14.12.2010, 13:00