Letztes Update am 20.04.2012, 21:24
Die Bühnenbilder von Rolf Langenfass.
Der Kostüm- und Bühnenbildner Rolf Langenfass ist am Freitag im Alter von 67 Jahren "nach einer schweren Krankheit" in Wien gestorben.
Der Kostüm- und Bühnenbildner Rolf Langenfass ist am Freitag im Alter von 67 Jahren "nach einer schweren Krankheit" in Wien gestorben. Der gebürtige Deutsche, der seit mehr als 30 Jahren österreichischer Staatsbürger war, prägte die Bühnen an allen wichtigen Theatern und Opernhäusern Europas sowie bei zahlreichen Festspielen. Ab 1987 band ihn Helmuth Lohner als Technischen Direktor an die Josefstadt.
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Ab 1991 stattete er zudem die Operettenbühne in Mörbisch aus.
Bild: "Eine Nacht in Venedig", Seefestspiele Mörbisch 1999
Mehr als 30 Jahre war Langenfass für die Josefstadt tätig und prägte die Ästhetik des Hauses maßgeblich.
Bild: Ronald K. Hein als der Alpengeist Alpanor (li.) und Siegfried Walther in der Rolle des Herrn von Silberkern in Ferdinand Raimunds "Der Alpenkönig und der Menschenfeind", im Theater in der Josefstadt, 2003
International zählten Ausstattungen etwa für die Metropolitan Opera, die Mailänder Scala, das Teatro Regio in Turin, die Staatsoper in Hamburg und das Opernhaus Zürich zu den bekanntesten Aktivitäten von Langenfass.
Im Bild: Donizettis "Don Pasquale" an der MET, mit Anna Netrebko, 2006
"Höllenangst", Josefstadt, 1997, mit Karlheinz Hackl
Turrinis "Glaube Liebe Hoffnung", Josefstadt, 1999.
Bild: Maria Köstlinger, Martin Zauner
Becketts "Das letzte Band", Gert Voss, 1999. Minimalismus in der Josefstadt.
Für "Eine Nacht in Venedig" verlegte Rolf Langenfass das Flair der Lagunenstadt 1999 an den Neusiedlersee.
Im Strauß-Jahr 1999 führte Helmuth Lohner bei den Seefestspielen Mörbisch Regie.
"Der Schwierige", Theater in der Josefstadt, 2000. Bild: Marianne Nentwich, Helmuth Lohner
Langenfass wurde am 9. Juni 1944 im deutschen Dorf Bayrischzell geboren, wuchs in München auf und absolvierte sein Studium in Theatre Design an der "Wimbledon School of Art" in London.
Sein erstes Engagement in Wien erhielt er unter Rolf Kutschera am Theater an der Wien. In der Folge wurde Wien zu seiner künstlerischen Heimat, erhielt er Aufträge u.a. an Staatsoper, Volksoper und Burgtheater. 1980 erhielt er die Kainzmedaille für zwei Ausstattungen - "Operette" von Gombrowicz am Volkstheater und "Die Gräfin vom Naschmarkt" am Theater an der Wien.
2003 entwickelten der neue Josefstadt-Direktor Hans Gratzer und Rolf Langenfass ein Grund-Bühnenbild, das bei den ersten Premieren jeweils adaptiert wurde.
Bild: Herbert Föttinger (Herr von Rappelkopf, l.) und Erich Schleyer (Astragalus) in Ferdinand Raimunds "Der Alpenkönig und der Menschenfeind", im Theater in der Josefstadt, 2003
Harold Pinters "Der Hausmeister" im Theater in der Josefstadt, 2003. Mit Otto Schenk.
Mit Helmuth Lohner arbeitete Langenfass immer wieder gemeinsam. 2004 an der Grazer Oper für Jacques Offenbachs "La Périchole".
Für "Don Pasquale" an der MET 2006 arbeitete Langenfass mit Otto Schenk (Regie) und Anna Netrebko zusammen.
Auf den Wunsch von Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger war Langenfass schließlich auch ab 2006 maßgeblich für die "neue Ästhetik" des Theaters verantwortlich.
Bild: Sandra Cervik in der Rolle der Sophie und Herbert Föttinger als Herr von Silberkern in Ferdinand Raimunds "Der Alpenkönig und der Menschenfeind", 2003 in der Josefstadt.
Mit "Mein Nestroy" von Peter Turrini startete Föttinger 2006 seine Josefstadt-Direktion.
Bild: Andreas Wimberger in der Rolle des Carl Carl, Karl Markovics als Johann Nepomuk Nestroy und Martin Zauner (von links)
"Wiener Blut" von Johann Strauß, Mörbisch, 2007, in der Regie des Oscarpreisträgers Maximilian Schell"
Den Hintergrund der Operette bildete eine überdimensionale Landkarte Europas.
Bild: Wiener Blut" von Johann Strauß, Mörbisch, 2007 Regie: Maximilian Schell
Thomas Manns "Die Buddenbrooks" bei den Bregenzer Festspielen 2008
Im Bild: Gabriel Barylli, Sandra Cervik, Michael Dangl, Joachim Bissmeier, Else Ludwig
"Der blaue Engel" im Josefstadt-Theater, 2009.
Bild: Erwin Steinhauer als "Prof. Immanuel Rath" und Katharina Straßer als "Rosa Fröhlich, genannt Lola Lola"
Bild: Erwin Steinhauer als "Prof. Immanuel Rath"
Arthur Schnitzlers "Das weite Land" in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger, im Theater in der Josefstadt, 2010
Bild: Sandra Cervik (Genia) und Gertraud Jesserer (Anna Mainhold-Aigner, re.)
Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald" stattete Langenfass im Theater in der Josefstadt mehrmals aus. 1998 und zuletzt im Jänner 2012.
Bild: Erwin Steinhauer als "Zauberkönig", Florian Teichtmeister als "Alfred" und Alma Hasun als "Marianne"
Im Theater an der Wien wird im März 2013 Beethovens "Fidelio" in einem Langenfass-Bühnenbild Premiere haben. An der Josefstadt, wo er in der laufenden Spielzeit "Blütenträume" und "Geschichten aus dem Wiener Wald" betreute, steht am 3. Mai die Premiere des von Langenfass ausgestatteten Turrini-Stücks "Endlich Schluß" an.
Bild: Rolf Langenfass im Jahr 2011
(kurier/tem)
Erstellt am 20.04.2012, 16:24