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KURIER
Wagners Parzival wurde ab 22 Uhr von der katalanischen Theatergruppe "La Fura dels Baus" in einer Freiluftshow aufgeführt.
Wagners Parzival wurde ab 22 Uhr von der katalanischen Theatergruppe "La Fura dels Baus" in einer Freiluftshow aufgeführt. - Foto: APA/RUBRA

Letztes Update am 12.04.2013, 06:47

Der Schritt zu mehr Internationa­li­tät. Linz setzt auf den Ausbau zeitgenössischer Kunst und Kultur. Die Freiheitlichen boykottierten die Eröffnung.

Robert Menasse war ebenso gekommen wie Peter Handke oder ÖFB-Teamchef Marcel Koller und Bundespräsident Heinz Fischer. Die Eröffnung des neuen, 180 Millionen teuren und 1000 Sitzplätze umfassenden Musiktheaters in Linz geriet Donnerstagabend zum kulturellen und gesellschaftlichen Highlight. „Für das Kulturland Oberösterreich beginnt eine neue Zeitrechnung. Vor 210 Jahren ist das Linzer Landestheater eröffnet worden. Mit dem neuen Musiktheater bauen wir auf dieser Tradition auf“, sagte Hausherr Landeshauptmann Josef Pühringer in seiner Rede.

MUSIKTHEATER LINZ
Foto: APA/RUBRA
„Wir begnügen uns nicht damit, Waren zu exportieren, sondern zu unserem Exportportfolio gehört auch die Musik.“ Das Musiktheater sei ein kultureller Mittelpunkt, ein Zentrum des geistigen Lebens. Das Haus werte den Standort Oberösterreich auf, stärke die Internationalität und hebe die Wertschöpfung. Die Eröffnung sei auch eine wichtige Stunde der Politik, weil damit deutlich werde, dass letztlich in Oberösterreich Großprojekte, sogar solche der Kultur, noch durchsetzbar seien und nicht der grenzenlose Populismus am Ende siege.

Bilder von der Eröffnung

Mehr als 35 Jahre Diskussion seien damit zu Ende, und die Politik habe Entscheidungsfähigkeit bewiesen. Pühringer spielte damit auf die Gegnerschaft der FPÖ an, die das Projekt seit mehr als 15 Jahren zu torpedieren versuchte und die Kosten als Verschwendung kritisiert. Die Freiheitlichen blieben der Eröffnung auch geschlossen fern. FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner hatte die Eröffnungsfeier als „Champagnisieren“ bezeichnet.

Musiktheater Linz Großer Saal…
Foto: Reinhard Winkler
Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch betonte, nun sei ein jahrzehntelanger Traum verwirklicht worden. Linz habe sich von einer Stadt der Arbeit zu einer Stadt der Arbeit und Kultur weiterentwickelt. Dies sei auch deshalb gelungen, weil die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Land funktioniere. Man werde auf Dauer nur dann erfolgreich sein, wenn sich das offene Klima erhalten lasse.

Bundespräsident Heinz Fischer meinte, wer die Baugeschichte der Wiener Staatsoper kenne, wisse, dass damals von ungeteilter Zustimmung keine Rede gewesen sein könne. Nichtsdestoweniger sei die Staatsoper eine der besten der Welt und von größter Bedeutung. Er ermutigte die Linzer, ihren zeitgemäßen und aufgeschlossenen Weg weiterzugehen.

(KURIER) Erstellt am 11.04.2013, 23:00

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