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Werner Schneyder: „Ich bin konservativ“ – aktualisiert und ergänzt.
Werner Schneyder: „Ich bin konservativ“ – aktualisiert und ergänzt. - Foto: Jeff Mangione

Letztes Update am 28.12.2012, 16:40

"I pfei' mi nix"-Solo eines Spötters. Kabarett: Werner Schneyder gastiert zu Silvester mit seinem Programm "Ich bin konservativ" im Akademietheater.

Ständig erneuert Werner Schneyder – heute live im Akademietheater (16 Uhr) – sein Solo „Ich bin konservativ“. Denn der Stoff geht ihm nie aus. Und mit unverminderter Lust tritt der Doyen der Kabarettisten mit Köpfchen dorthin, wo’s weh tut.

Im Lauf der Jahre sei er viel diskussionsfähiger geworden, sagt der 75-Jährige: „Früher habe ich sofort gebrüllt. Jetzt kann ich sehr gut zuhören.“

Seine grundsätzlichen Standpunkte habe er freilich nie ändern müssen: „Man beginnt irgendwann einmal zu differenzieren.“ Keiner Ideologie oder Religion fühlt er sich zugehörig, sondern einzig jener Minderheitsbewegung, die sich der Vernunft verschrieben hat. Und aufrecht sei, dass er „jedem Waffenproduzenten eine in die Goschen hauen möchte“.

Gesellschaftskritik

So ist „Ich bin konservativ“ – jetzt auch auf CD bei Hoanzl erhältlich – ein brillantes „I pfei' mi nix“-Programm eines geistvollen Spötters.

„Wahrheiten müssen zu Akrobaten werden, damit man sie erkennt“, heißt es bei Oscar Wilde. So entlarvt auch Schneyder ohne vor- und rücksichteln Unsinn mit scharf geschliffenen Pointen: Etwa den Slogan vom „Recht auf Arbeit“ und den Begriff „Minuswachstum“, dessen Gegenteil im Weltbild der Wirtschaftsleute dann „Plus-schrumpfen“ heißen müsste.

Er brandmarkt die Wachstumsideologie als Suchtkrankheit und attackiert die triste Medienwelt: „Der Dreck der Menschheit fließt in die Kanäle. Und aus den Kanälen kommen die TV-Programme. Das Fernsehen gibt mehr Unterhaltung aus als es hat. Anderswo heißt das betrügerischer Bankrott.“

Aufs Korn nimmt Schneyder die Politiker, „die gern ernste Probleme auf sich zukommen sehen, und dabei jene übersehen, die schon da sind“, und den Islam, „weil er die Frauen versteckt, was schlimm genug ist, aber die Männer herzeigt“. Ein Dorn im Auge sind ihm schließlich jene, die partout nicht teilen wollen: „Die Räuber nicht die Beute, die Ökonomen nicht die Arbeitszeit und die Manager nicht die Zelle.“

Info

Am 31. 12. Akademietheater (16 Uhr); W. Schneyder „Ich bin konservativ“, mit Jo Barnikel am Klavier; Karten www.oeticket.at 01/96096 www.ticketonline.at 01/88088 www.culturall.com 01/5131513

(kurier) Erstellt am 28.12.2012, 16:40

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