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Kurier Fotowettbewerb 2014
Theater-an-der-Wien-Chef Roland Geyer
Theater-an-der-Wien-Chef Roland Geyer - Foto: APA/Stiplovsek Dietmar

Letztes Update am 03.04.2013, 18:59

Großes Treffen der Opern-Intendanten in Wien. Das erste große europäische Intendantentreffen findet dieser Tage in Wien statt: Roland Geyer über seine Visionen.

350 Teilnehmer aus 86 Opernhäusern, die in 32 Ländern stehen – in Wien findet dieser Tage die erste große Konferenz von Opera Europa, der Interessensvertretung der europäischen Operntheater, statt. Am Donnerstagmittag diskutieren in der Staatsoper die drei Wiener Intendanten Dominique Meyer (Staatsoper), Robert Meyer (Volksoper) und Roland Geyer (Theater an der Wien) unter der Leitung von Peter de Caluwe (Brüssel) Gegenwart und Zukunft des Genres.

KURIER: Eine zentrale Frage wird dabei sicher sein: Braucht Wien drei Opernhäuser?


Roland Geyer: Wenn man den Publikumszuspruch nimmt, kann man nur sagen: Selbstverständlich. Die Staatsoper liegt über 99 Prozent Auslastung, wir im Theater an der Wien zwischen 94 und 95 Prozent. Aber die Zahlen hinter dem Komma interessieren mich nur als Mathematiker. Als Operndirektor geht es mir natürlich vor allem um die Kunst. Und ein solches Musik-Theater in beide Richtungen, wie wir es bieten, braucht Wien absolut.

Ihr Haus wurde bei einem Opera Award in London in der Kategorie „Best Opera Company“ als eines von fünf Theatern nominiert. Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?
Dieses Feedback zeigt, dass wir weit über die Grenzen hinaus wahrgenommen werden. Wir wurden ja auch in den vergangenen vier Jahren von der Zeitschrift Opernwelt drei Mal unter die drei besten Häuser gewählt.

"Eine Insel unter dem Damoklesschwert"

Ist Wien ökonomisch noch immer eine Insel der Seligen?
Vielleicht für meine Kollegen in den Bundestheatern, wo die Subvention in der Verfassung garantiert ist und man um eine Erhöhung kämpft. Wir bekommen bei den Vereinigten Bühnen seit 2009 jährlich drei Millionen Euro weniger Subvention, 37 statt zuletzt 40 Millionen Euro. Wenn man die Inflation dazurechnet, sind das mehr als 20 Prozent weniger seit 2006, als das Theater an der Wien zum Opernhaus wurde. Das Theater an der Wien hängt noch dazu im Verbund der Vereinigten Bühnen völlig mit drinnen in der kommerziellen Erfolgsfrage des Musicals. Wir sind eher eine Insel unter dem Damoklesschwert als eine der Seligen.

Wohin wird sich das Genre Oper in den nächsten zehn Jahren entwickeln?
Man sieht in den USA, wohin die Zukunft der großen Operntanker geht: Sie müssen aus finanziellen Gründen auf Nummer sicher programmieren. Nur Stagione-Häuser wie wir werden künstlerisch neue Wege wagen können.

(kurier) Erstellt am 04.04.2013, 06:00

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