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Nur Halskrausen erinnern an eine längst vergangene Zeit: Umjubelte „Rigoletto“-Neuinszenierung in Erl
Nur Halskrausen erinnern an eine längst vergangene Zeit: Umjubelte „Rigoletto“-Neuinszenierung in Erl - Foto: APA/ROBERT PARIGGER

Letztes Update am 06.07.2013, 16:01

Erfolg mit Start des Verdi-Reigens. Giuseppe Verdis "Rigoletto" wurde zum Auftakt der 16. Tiroler Sommerfestspiele in Erl gefeiert.

Tosender Applaus am Freitagabend nach der Premiere bei den ersten Erler Sommerfestspielen im neuen Haus: Mit seiner Neuinszenierung von „Rigoletto“ brachte Festival-Leiter Gustav Kuhn das erste Werk der „Trilogio populare“ von Verdi auf die Bühne.

Im Mittelpunkt steht das im neuen Haus prominent positionierte Orchester. Kuhn dirigiert das mit Hits wie „La donna è mobile“ oder „Questa o quella“ gesättigte Drama um den buckligen Hofnarren, seine schöne Tochter Gilda und den skrupellosen Frauenhelden Herzog von Mantua packend und mit Verve. Auch die Chorakademie der Festspiele, verstärkt mit Choristen aus dem weißrussischen Minsk, überzeugen.


Ein gutes Gespür hatte Kuhn bei der Solisten-Auswahl: Der australische Bariton James Roser gibt einen hervorragenden Rigoletto, der bei Kuhn sogar noch einen Buckel haben und herumhumpeln darf wie der Glöckner von Notre Dame.

Gelungener Einstand

Die junge, georgische Sopranistin Sophie Gordeladze brilliert als berührende Gilda und US-Tenor George Vincent Humphrey als Herzog. Vor allem der japanische Bassbariton Yasushi Hirano als Kopfgeldjäger Sparafucile heimste viel Applaus ein.

Das Bühnenbild von Jan Hax Halama: sparsam und unaufwendig. Eine rot gefärbte Rampe vor blauem Hintergrund wird während der Vorstellung in verschieden farbiges Licht getaucht. Dazu gibt’s einige wenige Requisiten, ein paar Sessel und Sofas, Obstkisten zum Sitzen und vertrocknete Bäumchen in Terracottatöpfen. So modern wie das Bühnenbild sind Lenka Radeckys Kostüme. Einfache Anzüge und schlichte Kleider sind vorherrschend. Nur Halskrausen erinnern an längst vergangene Zeiten.

Ein rundum gelunger Auftakt für die nächsten Premieren: „Il trovatore“ gestern Samstag und „La traviata“ am kommenden Freitag.

Wagner gibt's erst wieder 2014, wenn der international beachtete „24-Stunden-Ring“ („Der Ring des Nibelungen“) von 2005 wiederholt wird.

INFO: Bis 28. 7. „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi. Musikalische Leitung, Regie und Dirigat: Gustav Kuhn. Mit James Roser (Rigoletto), George Vincent Humphrey (Il duca di Mantova), Sophie Gordeladze (Gilda), Michela Bregantin (Maddalena), Yasushi Hirano (Sparafucile). Tel. 05373/81 000 20
www.tiroler-festspiele.at

(kurier) Erstellt am 06.07.2013, 16:01

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