Edita Gruberova erhält Karajan-Preis

 …
Foto: KURIER/schraml wilhelm

Die Sopranistin Edita Gruberova wird mit dem Herbert-von-Karajan-Musikpreis 2013 geehrt.

Die Sopranistin Edita Gruberova (66), die kürzlich ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum feierte, erhält den Herbert von Karajan Musikpreis 2013. Dies gab heute, Donnerstag, der Vorsitzende des Kuratoriums der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden, Clemens Börsig, bekannt. „Mit Edita Gruberova erhält in diesem Jahr eine der bedeutendsten Sängerinnen unserer Zeit diese wichtige Auszeichnung“, so Börsig. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird am 29. November im Festspielhaus Baden-Baden (Deutschland) im Rahmen eines Galakonzertes verliehen.

Die gebürtige Slowakin und Wahl-Österreicherin studierte schon mit 15 Jahren in Bratislava Gesang und feierte 1970 ihr Debüt an der Wiener Staatsoper. „Bis heute gilt Edita Gruberova als ‚Königin des Belcanto‘. Keine Koloratur ist ihr zu schwierig, große Rollen bereitet sie gewissenhaft vor und geht mit ihrer Stimme so sorgfältig um, dass sie Vorbild für alle Sänger sein sollte“, so Baden-Badens Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser.

Das Preisgeld von 50.000 Euro ist zweckgebunden für die musikalische Nachwuchsarbeit. Zu den bisher Geehrten zählten Anne-Sophie Mutter (2003), der Pianist Alfred Brendel (2008) sowie die Dirigenten Valery Gergiev (2006), Daniel Barenboim (2010) und Helmuth Rilling (2011). 2012 ging der Herbert von Karajan-Musikpreis an Cecilia Bartoli.

Gruberova: Die Königin des Belcanto

Von der Wiener Staatsoper aus machte die gebürtige Slowakin Weltkarriere. Seit 41 Jahren ist die "Primadonna assoluta" mittlerweile Ensemblemitglied des Hauses. Bild: 2002, bei ihrem 30-jährigen Staatsopernjubiläum. Geboren am 23. Dezember 1946 in Bratislava, sang sich Gruberova mit beeindruckenden Koloraturen und emphatischer Figurengestaltung aus der slowakischen Provinz in die Weltliga der Opernwelt. Ihr erstes Engagement hatte sie 1968 am Opernhaus von Banska Bystrica. Dort überzeugte sie bereits in den verschiedenen Rollen wie der Eliza in "My Fair Lady" und erhielt prompt ein Jahr später - nach dreimaligem Vorsingen - einen Zweijahresvertrag in Wien.
Bild: Eröffnung der Wiener Festwochen 1996 an der Seite von Christian Boesch Am 7. Februar 1970 debütierte Gruberova als Königin der Nacht in Mozarts "Zauberflöte" an der Staatsoper.
Bild: 2005 als Donna Anna in "Don Giovanni" an der Wiener Staatsoper Sechs Jahre später gelang ihr mit der Interpretation der Zerbinetta aus der Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" der Durchbruch. 
Bild: 2000 wiederholte sie ihren Triumph als Zerbinetta an der Staatsoper Unter Karl Böhm brillierte sie in der "Ariadne" in einer der schwierigsten Koloraturpartien der Opernliteratur, die neben Donizettis "Lucia di Lammermoor" zur zentralen Rolle für Gruberova werden sollte. 
Bild: Gruberova bei der Festveranstaltung "50 Jahre Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper", 2005 Es folgten Gastspiele an großen Opernhäusern in Europa und Übersee wie der Covent Garden Opera London, der Deutschen Oper Berlin oder dem Teatro Comunale in Florenz. In der Mailänder Scala gab sie eine 40-minütige Zugabe, die vom Publikum mit stürmischen Ovationen quittiert wurde. Mit Luciano Pavarotti sang sie 1982 in dem Opernfilm zu Verdis "Rigoletto" (auf DVD bei Deutsche Grammophon). Ein weiterer Meilenstein ihres Erfolges wurde der Auftritt 1989 in "La Traviata" unter Leitung von Carlos Kleiber an der New Yorker Met. In die Schlagzeilen gelangte Gruberova allerdings nicht nur aufgrund ihrer Leistungen auf der Bühne. 
Bild: 1996, mit dem verstorbenen Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat, der die Staatsoper besuchte Auf die Absage einer geplanten Produktion an der Volksoper Wien im Jahr 1999, bei der sie die Rolle der Marie in Donizettis "Die Regimentstochter" hätte spielen sollen, folgte ein Rechtsstreit. Gruberova forderte die Einhaltung ihres bereits abgeschlossenen Bundestheater-Vertrags. Im Sommer 2000 wurde das Haus am Währinger Gürtel zu Honorarzahlungen an die Künstlerin in Höhe von umgerechnet 109.000 Euro verpflichtet.
Bild: Mit Volksoperndirektor Dominique Mentha im Arbeitsgericht in Wien In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Sopranistin, die seit 1980 den Titel der österreichischen Kammersängerin trägt, vornehmlich auf Belcanto-Partien. Ihr wichtigste Basis blieb dabei die Wiener Staatsoper, wo sie in über 700 Vorstellungen und 44 Partien zu sehen war und deren Ehrenmitglied sie ist. 
Bild: Edita Gruberova, im Jahr 2000, als Elisabetta I. in Donizettis "Roberto Devereux" an der Staatsoper Gruberova erhielt zahlreiche Würdigungen wie 1995 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, oder 1996 den Goldenen Rathausmann (Bild, mit Bürgermeister Michael Häupl). Sie wurde auch mit mehreren Ausstellungen geehrt. Die Staatsoper richtete für ihre langjährige Solistin 2003 die Schau "Eine absolute Ausnahme" anlässlich ihres 25-jährigen Rollenjubiläums als "Lucia di Lammermoor" aus (Bild). Bereits am 8. und 18. Februar 2013 wird Edita Gruberova wieder im Wiener Musikverein auftreten - in der konzertanten Version von Bellinis "La Straniera".
Bild: Mit Mezzosopranistin Elîna Garanca während der "Gala der Opernweltstars", 2008 in der Wiener Stadthalle
(APA / moe) Erstellt am

Posten

Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?