Letztes Update am 14.08.2012, 16:52
"Bambi" rührt seit 70 Jahren zu Tränen.
Der Tod der Kitzmutter bleibt wohl eine der traurigsten Filmszenen aller Zeiten - Vor 70 Jahren sprang Bambi zum ersten Mal über die Leinwand.
Die berühmteste Szene aus "Bambi" ist im Film selbst gar nicht zu sehen: Wie die Kugel eines Jägers Bambis Mutter trifft, wird nicht gezeigt. Trotzdem wird ihr Tod wohl für alle Zeiten als einer der traurigsten Filmmomente überhaupt in Erinnerung bleiben. Bambi und seine Mutter fliehen von einer Wiese, ein Schuss fällt. "Mama?", ruft das Rehkitz in der nächsten Szene verzweifelt im Schneegestöber.Vor 70 Jahren rührte dieser Filmmoment das Kinopublikum zum ersten Mal zu Tränen.
"Du brauchst auf deine Mutter nicht mehr zu warten", sagt sein plötzlich aufgetauchter Hirsch-Vater mit tiefer Stimme: "Du musst jetzt tapfer sein." Am 13. August 1942 bewegte diese Szene - rund 40 Minuten nach Anfang des Films - zum ersten Mal das Kinopublikum. Bambi ist der der fünfte abendfüllende Zeichentrickfilm aus dem Hause Disney.
"Bambi" erzählt die Geschichte eines Rehbock von seiner Geburt bis zu dem Zeitpunkt, an dem er selbst eine Familie gründet. Millionen Menschen beweinten bis heute den Tod von Bambis Mutter - der ersten Toten in einem Disney-Film, die nicht zu den Bösewichten gehörte.
Kritiker bemängeln bis heute das konservative Familienbild und dass der Film eigentlich viel zu traurig für Kinder sei. Jäger beschwerten sich über ihre negative Darstellung. Aber auch in der Buchvorlage des österreichisch-ungarischen Autors Felix Salten von 1923 war die Reh-Mutter gestorben.
Walt Disney verteidigte seine Entscheidung in einem Interview: "Ich halte nichts davon, Sachverhalte für Kinder zu verharmlosen, sei es im richtigen Leben oder im Film."
Den Ex-Beatle Paul McCartney machte "Bambi" sogar zum Tierschutz-Aktivisten. "Ich glaube, dieser Film hat mich in dem Bewusstsein aufwachsen lassen, dass Jagen nicht cool ist", sagte er einmal.
Anfangs spielte der mitten im Zweiten Weltkrieg veröffentlichte, rund 70 Minuten lange Film Verluste ein. 1943 wurde er für drei Oscars nominiert und 1947 erneut in die Kinos gebracht - diesmal mit deutlich mehr Erfolg.
Bis heute gilt "Bambi" als einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und als Meilenstein der Trickfilmgeschichte.
Die auf Gesichtsausdrücken von Kleinkindern basierende Mimik der Protagonisten faszinierte viele Zuschauer. Kritiker bemängelten die Verniedlichung der Tiere allerdings als zu extrem.
Heimlicher Star des mit dramatischer klassischer Musik unterlegten Films bleibt der vorlaute Hase Klopfer, der beste Freund des neugierigen und tollpatschigen Bambis.
"Was hat dir dein Vater gesagt?", muss er sich stets anhören, wenn er wieder einmal seine Hasenschnauze zu weit aufmacht.
Klopfer gebührt auch der alles eröffnende erste Satz des zeitlosen Filmklassikers: "Bei Familie Reh gibt`s Nachwuchs."
Bei Familie Reh? Der Bambi-Irrtum sorgt bis heute für Verwirrung. Eigentlich ist Bambi nämlich ein Hirsch. Sein Vater ist mit seinem mächtigen Geweih leicht als stattlicher Hirsch zu erkennen.
Als Kind ist Bambi jedoch ein kleines Rehkitz - und eben kein Hirschkalb. Die Verwechslung ist legendär und doch verwunderlich, hatte Walt Disney für seine Skizzen doch extra reale Bildvorlagen studiert (Bild).
Sechs Jahre lang arbeiteten der akribische Arbeiter Disney und sein Team an der Umsetzung des Filmes. Sie hielten sich sogar junge Hirsche am Studiogelände, deren Wachstum sie in Skizzen festhielten.Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt: Bambi ist ein Klassiker der Zeichentrickgeschichte.
(apa/kob)
Erstellt am 14.08.2012, 09:34