Letztes Update am 14.07.2012, 19:21
Alanis Morissette in Wien: Chaotisch, aber beseelt.
Kritik: Freitagabend spielte Alanis Morissette in der ausverkauften Arena. Mit viel Ausstrahlung, aber durchwachsenem Sound.
Teils chaotisch, teils beseelt: Alanis Morissette, spielte Freitagabend ein durchwachsenes Konzert in der Wiener Arena. Den schlechten Sound ließ nur die strahlende Kanadierin selbst vergessen.
"Ich würde ohne euch nicht existieren", erzählte Alanis Morissette Freitagabend gegen Ende ihres Konzerts in der ausverkauften Wiener Arena.
Ihre Mutter war nämlich einst bei der Flucht von Ungarn nach Kanada kurz in Wien gewesen. "Danke dafür, dass ihr sie aufgenommen habt. Und danke dafür, dass ihr ein hervorragendes Publikum wart."
Das hat es leider auch gebraucht. Denn von Anfang an lief nichts rund. Die Band klang nie gut eingespielt, der Sound unausbalanciert.
Jene Stellen, die auf Platte fein ziselierte Arrangements aus Keyboard-Strukturen und Gitarre-Tönen sind, endeten in einem chaotischen Kräftemessen zwischen dem zu leisen Keyboarder und dem exzessiv auf Effekt-Pedale hackenden Gitarristen.
Die Lichtblicke: Das Programm, das keinen Hit ausließ und vier Songs vom Ende August erscheinenden Album "Havoc And Bright Lights" eingebaut hatte, und die immer strahlende Chefin:
Als wäre sie eine Löwin im Käfig‚ rannte sie von einer Bühnen-Ecke zur anderen, sang so beseelt wie eh und je. Umso schlimmer, dass ihre Stimme mal laut, mal leise klang, man von den persönlichen Texten nur Wortfetzen verstand.
Am Ende war’s kein schlechter Abend – ein netter Zeitvertreib, in dem weit mehr Spannung und Nachhaltigkeit drinnen gewesen wäre.KURIER-Wertung: *** von *****
(kurier)
Erstellt am 14.07.2012, 16:31