Thursday, May 24, 2012

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Vater Peter äußert sich zu Niko Pelinka

Die "News"-Berichterstattung über die ORF-Pläne seines Sohnes sei laut Peter Pelinka objektiv. Auch dessen Onkel, Anton Pelinka, meldet sich zu Wort.

Letztes Update am 05.01.2012, 14:50


"News"-Chefredakteur Peter Pelinka erklärte, dass Sohn Niko seit acht Jahren "völlig eigenständig lebt, denkt und handelt".

Peter Pelinka wehrt sich gegen "Sippenhaftung": Dass die Berichterstattung des Wochenmagazins News über die Causa "Niko Pelinka im ORF" durch die familiäre Nähe zwischen dem Chefredakteur (Vater) und dem "Stein des Anstoßes" (Sohn) beeinflusst sein könnte, wies Pelinka senior am Donnerstag auf APA-Anfrage weit von sich. Die Redaktion sei "völlig frei" und könne objektiv berichten. Es gäbe "weder Druck noch Befürchtungen" unter den News-Redakteuren. Auch er selbst "kann und muss" das trennen.

Seit die Bestellung von Niko Pelinka zum Büroleiter von Alexander Wrabetz vor knapp zwei Wochen bekannt und in Folge dessen eine lawinenartige Diskussion über die Unabhängigkeit des ORF losgetreten wurde, fragt sich die Medienbranche, wie die Berichterstattung des Wochenmagazins News aussehen wird. Am Donnerstag gab es die Antwort darauf: In einem Informationsartikel unter der Rubrik "Aktuell" berichtet News in zwei Absätzen sachlich über die Causa.

Stimmen gegen unfaire Berichterstattung

Zum Gegenschlag holt indes der Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell aus, der in einem Gastkommentar in News und auch in der Wiener Zeitung die seines Erachtens unfaire und interessengetriebene Berichterstattung über den Fall kritisiert.

News-Chefredaktionsmitglied Walter Pohl legt nach und attackiert in einem Kommentar frontal Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die in einem aktuellen Text die Bestellung von Niko Pelinka als Symptom für das Ende der Sozialdemokratie charakterisiert. Pohl rückt in News Jelineks Text in die Nähe des Nationalsozialismus und bezeichnete ihre Wortwahl als "widerlich und degoutant". Pohls Kommentar stößt indes beim Chefredakteur nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Laut Pelinka sei der Beitrag "leider höchst emotional und persönlich" - er selbst habe den Text erst gesehen, als die Zeitschrift schon im Druck war.

Peter Pelinka selbst outet sich im Editorial des aktuellen Hefts als Vater des Betroffenen und erwähnt, dass sein "in die Causa höchst involvierter Sohn" seit acht Jahren "völlig eigenständig lebt, denkt und handelt". Die Sorge der ORF-Mitarbeiter kann Pelinka senior verstehen und bezeichnet sie im Editorial als "berechtigt". Dass es zu politischen oder redaktionellen Einflussnahmen in den ORF kommen könnte, müsse verhindert werden, findet auch der News-Chefredakteur. News will das Thema daher auch nicht auf sich beruhen lassen, sondern die Angelegenheit im nächsten Heft mit einem von ORF-Protagonisten geführten Streitgespräch weiterziehen.


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Anton Pelinka kritisiert falsche Häme gegenüber seinem Neffen


Politologe Anton Pelinka

Mit Nikos Onkel, dem Politikwissenschaftler Anton Pelinka, meldete sich am Donnerstag ein weiteres Familienmitglied zu Wort. In der "Zeit" prangert Anton Pelinka die "Falsche Häme" an, die derzeit auf seinen Neffen einprasselt. "Das ist nicht Kritik - das ist der irrationale Zorn einer Generation, die sich eines nicht eingestehen will: Auch ihr folgt eine neue Generation nach." Der ORF-Geschäftsführung wirft Anton Pelinka vor, sich bei der Bestellung des Büroleiters "von einer atemberaubend dilettantischen Seite gezeigt" zu haben, auch wenn er nicht versteht, dass "diese so unprofessionell eingeleitete Personalentscheidung eine Welle der Erregung mitsamt moralisierendem Geraune ausgelöst hat, die mittlerweile bereits zwei Wochen anhält und nicht abzuebben scheint".

Daraus, dass Niko Pelinka politisch etikettiert ist, macht Anton Pelinka keinen Hehl. Was allerdings, fragt er, sei neu daran, "dass Personen mit eindeutiger parteipolitischer Bindung in die Führungsetage des ORF gehievt werden". Das Vorgehen des Generaldirektors bei der Wahl seines Büroleiters unterstreiche, "dass er das System des ORF, die allgemein akzeptierte Balance politischer Verflechtungen, aufrechtzuerhalten gedenkt".

Niko Pelinka sah 2006 "Pragmatiker und Realisten" im Aufwind

Auf Twitter macht unterdessen ein alter Standard-Artikel die Runde unter Medienprofis: Niko Pelinka moderierte dort 2006 ein Streitgespräch zwischen Partei-Kollegin Laura Rudas (heute SPÖ-Bundesgeschäftsführerein) mit Johann Gudenus von der FPÖ. Im Kurznachrichtendienst amüsieren sich die Twitterati im Nachhinein über die abschließende Bemerkung Pelinkas, als er konstatierte: "Vergleicht man die jungen Parteifunktionäre von früher mit heutigen Jungpolitikern, hat man das Gefühl, dass Pragmatiker und Realisten die Revolutionären und Aufmüpfigen abgelöst haben."


Letztes Update am 05.01.2012, 14:50


Artikel vom 05.01.2012 12:41 | apa, red. | tem | « zurück zu Kultur


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