Burning Gears 2010
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Montag, 15. März 2010

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"The Wolfman" Benicio del Toro

Das Wilde in dir wirst du nicht los: Eine Horror-Ikone kehrt zurück: Benicio del Toro spielt im Remake des Klassikers von 1941 den Wolfsmann.

Frank Ockenfels / Universal Pictures Ein Mann sieht Futter: In „The Wolfman“ mutiert Benicio del Toro zum bösen Wolf. Ab 12. Februar im Kino DruckenSendenLeserbrief
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Der Wolf hat Kreide gefressen.
"Ich bin ein Gentleman-Biest", sagt der 1,90-Meter-Mann, der vor uns im Berliner Hotel Adlon sitzt, mit samtweicher Stimme, "ein gutmütiger Mensch. Nur wenn ich das Gefühl habe, mich selbst zu belügen, erwacht der Wolf in mir".

Der "Wolfman" sei eine ewig gültige Metapher: "Für das Animalische in uns, den Wunsch, aus allen Konventionen auszubrechen." Gleichzeitig berge diese anarchische Lust Gefahren: "Das Wilde in dir wirst du nicht los, du kannst es höchstens zähmen. Du musst stets darauf achten, dass es nicht übermächtig wird."

In Joe Johnstons düsterem Remake des Horror-Klassikers von Lon Chaney jr. aus den Vierzigerjahren schafft del Toro es nicht, dieses Biest zu bezwingen. Er spielt den englischen Adeligen Lawrence Talbot, der auf der Jagd nach dem Mörder seines Bruders von einem Werwolf gebissen wird und danach selbst mit dem Fluch belegt ist, bei Vollmond zur reißenden Bestie zu mutieren. Nichts und niemand kann ihn davon abhalten, auch die Liebe - zur Witwe seines Bruders - nicht. "Er muss sterben, anders geht es nicht", resümiert del Toro, versonnen an seinem schweren, silbernen Totenkopfring drehend.
Ikonische Kinofiguren wie Bela Lugosis Frankenstein hätten ihn schon immer fasziniert: "Obwohl ,Frankenstein' 1932 gedreht wurde, kennt Lugosi auch heute noch jedes Kind." Diesen Anspruch erhebe er als "Wolfman" nicht, aber: "Ich bin stolz auf mein Biest. Diese Rolle war mein Wunsch."

Schmink-Tortur

Frank Ockenfels / Universal Pictures Als Mr. Talbot: Del Toro, noch harmlosDrei bis fünf Stunden täglich musste der Puertoricaner täglich in der Maske verbringen, um glaubwürdig vom athletischen Mannsbild zum reißenden Wolf zu mutieren. "Das war schon hart. Ich musste erst lernen, mich so lange zu disziplinieren. Anfangs hörte ich Musik und Nachrichten, tratschte mit allen. Am Ende schlief ich dann schon, während ich geschminkt wurde."

Für die meisterlichen Verwandlungen sorgte Maskenbildner Rick Baker, ein Profi in Sachen Biest. "Rick hat für seine Masken in ,American Werewolf' 1981 einen Oscar erhalten, daher bot er sich förmlich an. Er ist einfach der Beste seines Fachs." Baker zeichnete übrigens auch für den Look der "Men in Black", der "X-Men" und des verdammt coolen roten "Hellboy" verantwortlich.

Obwohl "The Wolfman" "das Härteste war, was ich je gemacht habe", sei es die pure Erholung, verglichen mit Steven Soderberghs vierstündigem Guevara-Biopic "Che", gewesen: "Das war wirklich anstrengend. Nicht nur körperlich, sondern auch ideologisch: Guevara steht ja für die große Revolution, ist der Kultstar der globalen Linken. Es muss dir gelingen, ihm den richtigen Ton zu geben, sonst wirkst du nur lächerlich."

Seit seinem Oscar-Gewinn als Bester Nebendarsteller in Soderberghs "Traffic - Macht des Kartells" im Jahr 2001 sei sein Leben spürbar leichter geworden, so del Toro: "Ich kann auch etwas fordern, kann - so wie jetzt bei ,The Wolfman' - einfach zu den Studioleuten marschieren und sagen: Das würde ich gerne spielen. Nehmt mich für diese Rolle." Seither fühle er, dass er auf dem richtigen Weg sei: "Mein zweiter Film war ja 1989 ,James Bond - Lizenz zum Töten', wo ich eine dieser Bösewicht-Klischeerollen spielte. Da fragst du dich schon, ob das genau das ist, was du machen willst."

Ob er auch gern ein Wolf wäre, wenn er sich in ein ein Tier verwandeln könnte, wird del Toro gefragt. Er blickt der Dame ganz tief in die Augen und sagt: "Kein Wolf, ein Alligator. Dann könnte ich viel länger auf dem Wasser liegen als du. Und dich in Ruhe fressen."


Artikel vom 06.02.2010 16:31 | Susanne Lintl | MH


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