Letztes Update am 29.06.2012, 12:08
Wunderbares Doppel: Calexico und das RSO.
Bei der FM4-Session am Donnerstagabend im Radiokulturhaus zeigten sich die Wüstenrocker Calexico mit dem Radio-Symphonieorchester im orchestralen Gewand.
Folk, mexikanische Folklore und Desert-Rock mit orchestraler Begleitung. Das konnte man am Donnerstagabend im Wiener Radiokulturhaus erleben, als die US-Band Calexico im Rahmen einer FM4-Session auf das ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) traf. Unter dem Taktstock von Cornelius Meister gelang eine wunderbare Symbiose zweier musikalischer Welten.
Eines fiel am Abend auf: Das an sich schon gelungene Zusammenspiel von Orchester und den Calexico-Bläsern, Drummer Convertino und der Burns Slide-Gitarre gelang umso besser, je mehr der jeweilige Song in Richtung dramatischer Folklore ging.
Die Übergänge innerhalb der Nummern wurden jedenfalls gekonnt gemeistert. Laute Mariachi-Trompeten wurden von fast traumwandlerischen Streicherpassagen abgelöst.
Am Ende setzte man dann gar noch das Publikum ein, das bei "Fortune Teller" zum Mitsummen aufgefordert wurde. Es war in Summe ein ziemlich einzigartiger und beglückender Abend mit Calexico und dem RSO.
Folk, mexikanische Folklore und Desert-Rock mit orchestraler Begleitung. Das konnte man am Donnerstagabend im Wiener Radiokulturhaus erleben, als die US-Band Calexico im Rahmen einer FM4-Session auf das ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) traf.
Unter dem Taktstock von Cornelius Meister gelang eine wunderbare Symbiose zweier musikalischer Welten.
Das begeisterte Publikum, das die Darbietung mit Standing Ovations bedachte, bekam dabei auch neue Songs der Band aus Tuscon (US-Bundesstaat Arizona) zu hören: Nummern aus dem Album "Algiers" (City Slang), das am 7. September erscheinen soll.
Es war das zweite Mal, dass die beiden Calexico-Masterminds Joey Burns und John Convertino eine Session für FM4 gaben. Ebenso war es für die Band, die sich einst als Abspaltung von Howe Gelbs Gruppe Giant Sand gebildet hat, das zweite Mal, dass man gemeinsam mit einem Orchester gespielt hat.
"Doch es wird diesmal etwas anders werden, weniger Fortissimo", versprach Sänger Burns vor dem Auftritt im Gespräch mit der APA. Beim ersten Mal spielte man mit dem Louisville Orchestra und Burns erwähnte, dass es damals einen weitaus rockigeren Ansatz gegeben hatte.
Das RSO hingegen setzte auf Zurückhaltung und das tat dem Abend mehr als gut. Das fast 60 Musiker umfassende Ensemble hielt eine gute Balance zwischen leisem Setzen von Akzenten und vollem Einsatz.
Der manchmal fast enthusiasmiert tänzelnde Dirigent Meister konnte mit Calexico zwar nur zweimal proben, doch das scheint mehr als gereicht zu haben, denn was man hörte, war äußerst harmonisch.
Schon früh brachte man mit "Epic" einen der neuen Songs aus "Algiers", das vier Jahre nach dem letzten regulären Studioalbum "Carried to Dust" erscheinen wird - und auch da war man schon sattelfest.
Eines fiel am Abend auf: Das an sich schon gelungene Zusammenspiel von Orchester und den Calexico-Bläsern, Drummer Convertino und der Burns Slide-Gitarre gelang umso besser, je mehr der jeweilige Song in Richtung dramatischer Folklore ging.
Die Übergänge innerhalb der Nummern wurden jedenfalls gekonnt gemeistert. Laute Mariachi-Trompeten wurden von fast traumwandlerischen Streicherpassagen abgelöst.
Bei "Two Silver Trees" sorgte das RSO fast für ein wenig James-Bond-Feeling, indem man beim Arrangement auf eine Spur Suspense setzte.
Am Ende setzte man dann gar noch das Publikum ein, das bei "Fortune Teller" zum Mitsummen aufgefordert wurde. Es war in Summe ein ziemlich einzigartiger und beglückender Abend mit Calexico und dem RSO.
(APA/moe)
Erstellt am 29.06.2012, 12:03