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So sieht die "Spotted"-Seite der Universität Salzburg auf Facebook aus.
So sieht die "Spotted"-Seite der Universität Salzburg auf Facebook aus. - Foto: viral

Letztes Update am 14.01.2013, 10:44

"Spotted": Liebe finden mit Facebook. Egal ob auf der Uni oder im Nachtleben: Mit „Spotted“ hat nun jeder via Facebook eine zweite Flirtchance.

Den oder die Richtige zu finden gehört nicht zu den leichtesten Aufgaben, die man in seinem Leben bewältigen kann. Vor allem beim Ansprechen verlässt viele oft der Mut, egal ob auf der Universität, im Nachtleben oder gar in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf Facebook wird jetzt Abhilfe geschafft, und zwar in Form von so genannten Spotted-Seiten. Diese erfreuen sich, vor allem in letzter Zeit, immer größerer Beliebtheit.

Das System ist simpel: Entdeckt man jemanden, den man toll findet, sich aber nicht traut die Person anzusprechen, kann man eine Nachricht an die Fanpage schreiben, welche diese dann anonym postet. Anschließend kann man nur noch hoffen, dass die entsprechende Person die Nachricht liest und sich daraufhin meldet – und die Wahrscheinlichkeit ist nicht einmal gering. Die „Spotted“-Seiten erfreuen sich nämlich, nach nicht einmal einem Monat (Dezember 2012), großer Beliebtheit.


Der Verdacht, dass einige Nachrichten nicht ganz ernst gemeint oder gar gefälscht sind, weisen die Betreiber, welche übrigens anonym bleiben wollen, zurück. „Wir posten nur Nachrichten, von denen wir glauben, dass sie absolut echt sind. Unpassende, die jemanden verletzen können, gar nicht.“

"Hoffe auf einen Volltreffer"

Witzige Formulierungen und schmachtende Postings tragen sicherlich auch einiges bei, um die Beliebtheit der Seiten zu stärken. So kann man auf der „Spotted: University of Salzburg“-Seite etwa lesen: „Ich hab dich gestern um eine Zigarette gebeten und du hast mir Tabak und Papes zum "Wutzln" gegeben. Du kommst urspr. aus Köln, bist ca. 185 groß, blond, tauchst gerne und bist in Ägypten einige Kamele wert.“ Auch die Studenten der Boku scheinen Gefallen an der Idee gefunden zu haben: "Hallo. Habe schon öfters im Hörsaal und im Innenhofstandl ein gesprächiges Mädl gesehen und mich nicht getraut sie anzusprechen. Ich glaube sie ist Kärntnerin und studiert AW. Sie hat braune gelockte Haare und ein gebärfreudiges Becken das einem sofort auffällt und mir sehr gefällt. Hoffe auf einen Volltreffer ;) "

Auch die geposteten Kommentare sind teilweise wirklich lesenswert – hier werden Vorschläge sowie auch Ratschläge erteilt. Oftmals taucht auch die Frage auf, warum man denn nicht einfach gleich den- oder diejenige angesprochen hat. Laut der Seitenbetreiber liegt das tatsächlich oftmals daran, dass viele einfach nicht so mutig sind, jemanden gleich direkt anzusprechen. "Es haben sich aber bereits tatsächlich Paare gefunden, die sich zu anfangs EINFACH nicht getraut haben."

Keine Spur von Privatsphäre?

So simpel und erfolgreich die Idee hinter "Spotted" auch ist, es gibt doch auch Kritikpunkte. Auf ein Posting werden - mal mehr, mal weniger - Antworten mit direkten Vorschlägen, und folglich auch Verlinkungen zu den Seiten der vermeintlich gemeinten Person getätigt. Dadurch kann es natürlich passieren, dass sich Leute auf einer der Seiten wiederfinden, ohne es zu wollen. Obwohl die Postings zwar anonym geschehen, gilt das also für die Kommentare keineswegs - von Privatsphäre keine Spur. Natürlich wird niemand gezwungen sich mit jemandem zu treffen, ebenso kann man beim "Spotted"-Team eine Löschung beantragen, sofern man sich belästigt fühlt.

Obwohl es in Österreich immer mehr "Spotted"-Seiten gibt, etwa auch für die Universität Wien oder sogar die Wiener Linien, ein rein österreichisches Phänomen sind diese Seiten nicht. Auch in Deutschland oder Irland, findet "Spotted" regen Zulauf. Und auch wenn für manche diese Seiten eine Vorstufe zum Stalking bilden, der Erfolg gibt den Betreibern recht. Denn den Nerv unserer Zeit treffen sie allemal.

(KURIER/jr) Erstellt am 14.01.2013, 10:44


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