Letztes Update am 24.06.2012, 08:57
Spencer Tunick rief - 1.700 zogen sich aus.
Das neueste Projekt von Nackedei-Künstler Spencer Tunick führte ihn ins konservative Bayern. 1.700 Menschen kamen und zogen sich für ihn aus.
Rund 1.700 Menschen haben am Samstag nackt für ein Fotoshooting des US-Künstlers Spencer Tunick in München posiert. Ab 3.00 Uhr früh haben sich die Teilnehmer am Marstallplatz ausgezogen und selbst mit Körperfarbe bemalt.
Die roten und goldenen Leiber formierten sich anschließend an vier verschiedenen Orten zu Elementen aus Richard Wagners "Ring des Nibelungen". Die Bayerische Staatsoper startete mit dem Projekt ihre Opernfestspiele.
Kurz nach Sonnenaufgang um 5.15 Uhr, bei einer Temperatur von knapp 13 Grad, machte Tunick seine ersten Aufnahmen auf der Ludwigstrasse mit Blick auf das Siegestor. Hunderte rote Körper formten eine Flamme, sinnbildlich für Wagners Unterwelt "Nibelheim".
Einem feurigen Drachenschlund glich das Motiv auf dem Odeonsplatz. Der Max-Joseph-Platz war Treffpunkt für alle roten und goldenen Teilnehmer, die das Hauptmotiv bildeten - den Ring.
Im prunkvollen Königssaal des Nationaltheaters stellte ein Berg aus goldenen Körpern zuletzt den angehäuften Reichtum dar.
"Das Anmalen der Körper, die Farben, die Orte und Formen - alles ist neu für mich und versetzt mich in große Aufregung", sagte der Fotokünstler.
Der "Ring" ist Tunicks erste groß angelegte Aktion in Deutschland. Rund 80 freiwillige Helfer unterstützten die Mitarbeiter von Tunick.
Das Nationaltheater zeigt ab dem 30. Juni ein vierminütiges Video über das Münchner Shooting. Die nächsten Aufnahmen plant der Künstler in Berlin, Skandinavien und Italien. Bekannt ist der New Yorker für seine gesellschaftskritischen Nacktfotografien -
Tausende Menschen in natura hat er unter anderem auf einem Gletscher oder im Toten Meer sowie vor dem Opernhaus in Sydney abgelichtet, auch in Wien war er schon zwei Mal tätig, zuletzt bei der EURO 2008.
Ursprünglich hatten sich sogar 2500 Menschen gemeldet, um hüllenlos für Tunick in München zu posieren. Etliche fehlten aber schließlich bei der Aktion. Der Künstler hatte aus Erfahrung schon damit gerechnet, dass viele seiner potenziellen Modelle kurzfristig wieder abspringen.
Die älteren Aktionen von Tunick zum Durchklicken ...
Der für seine Projekte mit nackten Menschen bekannte US-Fotograf Spencer Tunick hat für eine seiner letzten Aktionen etwa 1200 Menschen am Toten Meer versammelt.
Das "Nackte-Meer-Projekt" ist Teil einer Kampagne, um die Anerkennung des Toten Meers als ein Naturwunder der Welt zu erreichen. Im November kann im Internet darüber abgestimmt werden.
Das Tote Meer liegt rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel und ist durch die zunehmende Bewässerung von Ackerflächen vom Austrocknen bedroht.
Das Fotoprojekt, zu dem die Freiwilligen nackt auf einem privaten Strand zusammen kamen, ...
... hatte im Vorfeld in Israel für heftige Kritik gesorgt. Orthodoxe Rabbiner und Politiker warnten vor "Sodom und Gomorrha" und drohten mit juristischen Schritten, um die Aktion zu verhindern. Aus diesem Vorhaben wurde aber nichts, wie die Bilder zeigen.
Spencer Tunick ist bekannt für seine aufwändigen Massen-Installationen mit nackten Menschen. Der Fotograf versammelte in den vergangenen Jahren bereits tausende nackte Menschen für Projekte in Sydney, New York, London, Barcelona, Wien und Düsseldorf sowie auf einem Schweizer Gletscher.
Im belgischen Schloss Gaasbeek versammelte der Aktfotograf in diesem Jahr bereits rund 800 Menschen.
Zunächst verteilte Tunick die nackten Menschen im Schlossgarten.
Die regnerische Witterung schreckte manche der Freiwilligen ab.
Geschätzte 800 haben sich aber dennoch völlig entkleidet ...
... und posierten in verschiedenen Formationen.
Dann fassten sie aber noch spezielle Utensilien aus ...
Am Ende gab es kein Halten mehr. Was im Kindesalter gerade noch an Orgiastischem erlaubt ist, durften die Erwachsenen im Schlossgarten ungehemmt ausleben: ...
Eine gigantische Polsterschlacht. Die Installation fand im Zusammenhang mit der Ausstellung "Sleeping Beauties" statt, die im Kasteel van Gaasbeck zu sehen sein wird.
Nackte Tatsachen und weiche Federung: Der Schlosspark wurde zum weißen Daunen-Meer.
Spencer Tunicks Models arbeiten grundsätzlich ohne Gage. Zum Dank für ihre Teilnahme erhalten sie ein signiertes und in limitierter Auflage produziertes Foto der Installation.
Seit 1992 arbeitet Tunick mit der lebenden nackten Figur in der Öffentlichkeit. Bild: Installation im Museum Kunstpalast in Düsseldorf (2006) ...
Seine Bilder sieht Tunick weniger als Aktfotos, vielmehr als Landschaftsskulpturen. 2007 drapierte er 600 Menschen auf dem Schweizer Aletschgletscher, um gemeinsam mit Greenpeace auf das Problem der Klimaerwärmung aufmerksam zu machen.
Weitere Schauplätze von Tunicks rund 100 Installationen: Die französischen Weingärten von Pouilly-Fuissé (2009, wieder für Greenpeace) ...
Zur Bewerbung seiner Installation in Sydney fiel Tunick 2010 eine besonders aktionistische Idee ein: ...
Bei der Präsentation hatte der Amerikaner vor sich eine nackte Frau liegen, auf deren Körper Sushi angerichtet war.
Rein optisch sah das zum Anbeißen aus.
Auch in Österreich war Tunick bereits zu Gast. Nach 1999 (die Aktion auf der sogenannten Zweierlinie war eine der ersten seiner Installationen außerhalb der USA) kehrte Zunick 2008 wieder nach Wien zurück ...
... und verteilte 1.840 nackte Menschen zur Fußball-EURO im Ernst-Happel-Stadion.
Dieses Foto, das Tunick beim Einweisen der Freiwilligen zeigt, wurde 2008 eines der der Reuters RNPS-Bilder des Jahres.
Das Sagamore Hotel in Miami Beach (2007) ...
Der Peel Park, Salford, in Nord-England (2010) ...
Eine Parkgarage in Amsterdam ...
Seine größte Aktion veranstaltete Spencer Tunick bisher in Mexiko City 2007 versammtelte er auf dem zentralen Platz der Millionenmetropole, dem Zocalo.
(KURIER.at, APA/Peter Temel, Marco Weise, moe)
Erstellt am 23.06.2012, 10:58