So grauslich kann Marzipan sein

Miss Cakehead
Foto: Miss Cakehead

Eine ungewöhnliche Werbeaktion verhilft dem Horrorstreifen "The Helpers" zu unerwarteter Aufmerksamkeit.

Wie sieht die perfekte Werbeaktion für einen Low-Budget-Horrorfilm aus? Zum Kinostart konnten sich die Londoner davon ein Bild machen:  Man backe einfach einen Kuchen, überziehe ihn mit Marzipan, dazu etwas Erdbeersauce und Himbeermarmelade und fertig ist die Horrorpuppe. Das glauben Sie nicht? Sehen sie selbst:

Verantwortlich für die unorthodoxe Aktion ist die Künstlerin Emma Thomas - aka "Miss Cakehead". In Londons hippen East End betreibt sie zusammen mit Kollegen den "Evil Cake Shop", in dem sie ihre Backkreationen anbietet. Wer Sachertorte und Malakoffschnitte sucht, ist dort aber an der falschen Adresse. Stattdessen gibt's abgehackte Hände mit Nussgeschmack... ... und feine Brustwarzen in mundgerechten Häppchen. Genau das richtige Essen also für einen Horrorfilm wie "The Helpers" Und so wurde Thomas beauftragt zum Kinostart in London vergangenes Wochenende entsprechendes Gebäck feil zu bieten. Mit ein bisschen Backpulver, Mehl und viel Marzipan gelang so ein überraschender Werbecoup. Sogar die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über die unappetitlichen Bilder. Eine Resonanz, auf die "The Helpers" sonst nicht gestoßen wäre. Der Horrorstreifen von Regisseur Chris Stokes muss laut IMDB.com mit gerade einmal vier Millionen Dollar Budget auskommen. Da bleibt nicht mehr viel Geld für aufwendige Werbeaktionen.
Nach einem Unfall stranden in "The Helpers"  sieben Freunde auf ihrem Roadtrip nach Las Vegas in einem einsamen Motel. Die zunächst freundlichen Motel-Besitzer entpuppen sich jedoch schnell als perverse Folterspezialisten, die ihren Gästen "helfen" wollen sich von ihrem Unglück zu befreien. So klassisch gestrickt "The Helpers" ist, so unorthodox ist die Promotionaktion. Zum Kinostart backte Miss Cakehead das gesamte Filmset nach - inklusive essbarer Autobatterien... ... der obligatorischen Bibel und Kondomen mit Marzipangeschmack. "Ich denke, dass uns der Horrorfilm ermöglicht, wirklich extreme Kuchen zu machen", sagte Küchenbäckerin Thomas im Interview mit Reuters. "Doch diese Idee funktioniert auch für andere Projekte". "Mein erstes Projekt war eine essbare Kunstausstellung. Essen wird einfach immer funktionieren." Vor Kurzem hatte Emma Thomas auch mit einer anderen Aktion auf sich aufmerksam gemacht. Unter dem Titel "Menschenschlachterei" zerstückelte sie einen manngroßen Kuchen in seine Einzelteile. Info: evilcakehead.com


 

(KURIER / kob) Erstellt am

Posten

Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?