Letztes Update am 16.08.2012, 16:04
Island: Die Schau der besten Stücke.
Im Reykjaviker Penismuseum dreht sich alles um den Phallus: 280 Exponate isländischer Lebewesen - inklusive Mensch - sind dort zu sehen.
Das Penismuseum in Reykjavik: Eine Kollektion der besten Stücke - vom Wal über den Hamster bis hin zu den Abdrücken der isländischen Handball-Nationalmannschaft.
"Ich bin ein ziemlich glücklicher Mann", sagt Sigurdur Hjartarson. Eine durchaus nachvollziehbare Aussage angesichts seines Werks: Der Isländer ist Gründer des Penismuseums in Reykjavik – des umfangreichsten der Welt, wenn man ihm glauben will.
Begonnen hat alles mit einem schlichten Bullenpenis: "Als Kind hat man mit einen Bullenpenis geschenkt, um ihn als Reitgerte zu benutzen", erzählt Hjartarson.
Mit der Reitgerte selbst konnte er nicht viel anfangen, vielmehr hat sich daraus die Leidenschaft des Phallus-Sammelns entwickelt. (Am Foto: Hjartarson mit Elefantenpenis.)
Vor 15 Jahren hat Hjartarson schließlich damit begonnen, Penis-Exponate aller isländischen Lebewesen zu sammeln. Obwohl anfangs nur in scherzhafter Absicht, ist der pensionierte Lehrer bei mittlerweile 280 Exponaten angelangt. Sie stammen von 93 verschiedenen Arten – immerhin 55 davon von Walen.
Auch ein menschlicher Penis ist seit kurzem zu sehen. Lange hat Hjartarson darauf gewartet, dass ein edler Spender sich dafür melde. Bekommen hat er ihn – laut eigener Aussage – „von einem berühmten Mann in Island." Ein Faschist, politisch tätig, mit 95 verstorben. "Und ein großer Frauenheld."
Bei der Konservierung dessen besten Stücks scheint aber etwas schiefgelaufen zu sein. Der einzige menschliche Penis des Museums wabert in Formaldehyd vor sich hin - und lässt keine deutlichen Rückschlüsse auf seine ehemalige Funktion zu. "Ich hätte ihn besser in Essig einlegen sollen", so der trockene Kommentar des Museumsdirektors.
Den kichernd vorgetragenen Größenvergleichs-Sager muss sich die Mannschaft nun von jedem Besucher gefallen lassen.
Die Frage: "Wer hat den größten?" hört Hjartarson klarerweise oft. Seine Standardantwort: Der Blauwal (siehe Foto). Mit 170 Zentimetern und 70 Kilo kaum zu überbieten.
Rekordhalter am anderen Ende der Skala ist der Hamster: Zwei Millimeter lang ist der in Reykjavik zu besichtigende Penisknochen.
Wen Hjartarson mit seinem Museum anziehen will? "Intelligente Menschen", meint er – "solche, die mit einem Lächeln das Gebäude verlassen." Dafür sorgt indessen übrigens gar nicht mehr selbst, sondern sein eigener Sohn. Die Besucher geben ihm Recht: 400.000 Personen haben sich die Penis-Kollektion bereits gesehen. Und das sind immerhin deutlich mehr, als Island Einwohner zählt. Wer das Museum auf Video sehen will, ist außerdem hier richtig.
Infos: www.phallus.is
(kurier/ep)
Erstellt am 16.08.2012, 12:06