Letztes Update am 20.07.2012, 14:50
Die bewährtesten Actionfilm-Klischees.
Schnelle Autos, schöne Frauen, Explosionen und natürlich: Harte Sprüche. In Actionfilmen existiert sie noch: Die Machowelt längst vergangener Tage.
Schnelle Autos, schöne Frauen, Explosionen und natürlich: Harte Sprüche. In Actionfilmen existiert sie noch: Die Machowelt längst vergangener Tage.
Das Filmportal Totalfilm.com hat die Top 10 der Actionfilmklischees zusammengetragen.
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Nummer 10: "Explosion? Welche Explosion.“Egal wie effekthascherisch die Explosion auch ist – ein richtig harter Kerl würdigt sie keines Blickes. Da können ganze Tankstellen in einem riesigen Feuerball aufgehen, Fensterscheiben im Umkreis von zwei Kilometern zerbersten – ein wahrer Actionheld geht einfach weg, als wäre nichts gewesen. Dabei hat er doch mit seinem achtlos weggeworfenen Zippo, wahlweise auch seiner Zigarette, das ganze Inferno erst ausgelöst. Aber für einen Hollywood-Actionhelden gehört das einfach zum täglich Brot. Den perfekten Abgang lieferten ohne Zweifel Antonio Banderas und Salma Hayek in "Desperado" – unglaublich cool, wie sie da in Zeitlupe und wallenden Mähnen den heißen Feuerball einfach Feuerball sein lassen.
Nummer 9: "Er gehört mir!"Game Over – umzingelt von dutzenden Gegnern, entwaffnet und verwundet, muss sich unser Held nun endgültig eingestehen, dass es eine dumme Idee war, es alleine mit den bis an die Zähne bewaffneten Gegnern aufzunehmen. Sie könnten kurzen Prozess machen, einfach abdrücken. Aber welcher Actionfilm, der etwas auf sich hält, endet denn schon so? Also schickt der Oberboss seine Schergen zurück, legt seine Waffen ab – nicht der Fairness halber, es geht um die Ehre – und presst zwischen den Lippen ein bedrohliches: "Er gehört mir!" hervor. Dass er daraufhin ordentlich den Hintern versohlt bekommt, versteht sich von selbst.
So gesehen in "Matrix: Revolution", oder in gleich zwei Teilen der "Stirb langsam"–Reihe: Wo die bösen deutschen Terroristen ihre Schläger zurückrufen, um den Job selbst zu erledigen.
Nummer 8: Ist er wirklich tot?Fünf Kugeln in die Brust – überall Blut. Der Bösewicht wankt, ungläubig schaut er unseren Helden an, bevor er endgültig das Gleichgewicht verliert und über die Brücke in den reißenden Fluss fällt. Keine Chance, dass er das überlebt hat – oder? Was ein echter Bösewicht ist, lässt sich von so einem kleinen Zwischenfall doch nicht aufhalten. Er ist nicht tot, sondern jetzt erst richtig sauer. Deswegen merke: Immer vergewissern, ob der Bösewicht auch wirklich tot ist. Im Zweifel einfach noch mit einem Kopfschuss nachhelfen, den hat noch keiner überlebt. So gesehen in "Sin City", "Stirb langsam" und "Men in Black".
Nummer 7: "Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“Schlägereien, Verfolgungsjagden, Schießereien und ständig diese 100-Meter-Sprints. Wenn die körperlichen Schmerzen nur noch mit Tabletten gelindert werden können und der Wunsch mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen größer ist als der nach Massenschlägereien in diversen Bars, dann sind Actionstars einfach "Zu alt für diesen Scheiß." So gehört von Danny Glover in „Lethal Weapon", Bruce Willis in "Stirb langsam 4" und sogar Harrison Ford in "Indiana Jones".
Nummer 6: "Den Bösewicht retten."Sie bekriegen sich mit Panzerfäusten, verschießen ganze Magazine um einander auszuschalten. Aber wenn der Gegner dann endlich gestellt und in aussichtloser Lage ist – weil er zum Beispiel von einem Hochhaus runterhängt, oder vor einer Klippe gerade dabei ist das Gleichgewicht zu verlieren – greift der Held dann doch in letzter Sekunde noch zu und bewahrt ihn unter Einsatz seines eigenen Lebens vor dem Fall in die Tiefe. Ach, was ist das doch für ein guter Mensch, dieser Actionheld. Am Ende bringt er den Schurken dann trotzdem um – allerdings aus Notwehr im letzten Moment, versteht sich.
So gesehen in "Batman", "Daredevil" und "In the Line of Fire".
Nummer 5: "Nur eine Fleischwunde."Alles halb so schlimm. Auch wenn der Arm ab und der Bauch aufgeschlitzt ist – ein Pflaster reicht meist, um die Blutung zu stillen – weiterkämpfen geht sowieso immer. Dass der Mensch nur fünf bis sechs Liter Blut hat, wird dabei großzügig übersehen. An Blutverlust ist in Actionfilmen noch niemand gestorben. Wie in Punkt acht schon angedeutet, wird’s erst richtig ernst, wenn der Kopf betroffen ist. Je nach Genre entweder durch die scharfe Klinge eines Schwertes vom Leib getrennt, oder mit einer massiven Ladung Schrot bearbeitet.
So gesehen in "Die Ritter der Kokosnuss", "Rambo", "Mr. & Mrs. Smith".
Nummer 4: "Der hinterhältige Feigling"Je strahlender der Held, desto mehr Feinde. Da gibt es nicht nur den Bösewicht – dem Helden in Statur und Brillanz ebenbürtig, sondern auch den hinterhältigen Feigling. Immer etwas kleiner als der Held, im Extremfall sogar mit Buckel. Getrieben von Eifersucht geht es ihm einzig darum, den Helden von seinem hohen Ross stürzen. Bevorzugtes Mittel: Der Verrat.
In Perfektion zu sehen in "300".
Nummer 3: Die bösen Europäer.Ende der 80er Jahre beschäftigten sich die Sowjets mehr mit Glasnost und Perestroika, als mit Atombomben und der Weltherrschaft. Neue Schurken mussten her. Die Stunde der europäischen Terroristen hatte geschlagen. "Meistens von Engländern mit Bart gespielt", wie das Totalfilm.com meint. Bestes Beispiel dafür sei Alan Rickman. Er spielte 1988 Hans Gruber (in der deutschen Fassung "Jack" genannt) in "Stirb langsam" und natürlich den Sheriff von Nottingham in, "Robin Hood: König der Diebe".
Ebenfalls ein echter Euro-Schurke: Jeremy Irons. Der Engländer spielte 1995 Simon Gruber in "Stirb langsam: Jetzt erst recht".
Nummer 2: "Pläne für die Zukunft"Nur noch dieser eine verflixte Tag bis zur Pension. Früher einmal war er einer der besten Detectives der Stadt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Seit ihn vor einigen Jahren seine Frau verlassen hat, ist er nur noch am Trinken und wartet auf seine Pensionierung. Fast hat er es geschafft, nur noch ein Tag und er kann diesen kranken Job hinter sich lassen und sich endlich auf sein Hobby, dem Hochseefischen, konzentrieren. Ausgerechnet jetzt muss er seinen letzten großen Fall lösen, der seinen müden Knochen noch einmal alles abverlangt.
Dieses Setting funktioniert übrigens auch wundervoll für andere Charaktere: Auftragskiller und Meisterdiebe wollen beide nur noch einen letzten großen Coup, einen letzten Job – dann haben sie genug verdient, um es sich für den Rest ihres Lebens auf einer Insel in der Karibik gemütlich zu machen.
Unangefochtenes Nummer 1-Klischee für einen klassischen Actionfilm: Harte Sprüche.
Wer ein echter Actionheld sein will, muss auch immer einen harten Spruch auf den Lippen haben. Am besten funktioniert der natürlich kurz vorm Ziehen des Abzugs.
"I’ll be back!", und natürlich "Hasta la vista" Arnold Schwarzenegger nutzte seine berühmtesten Sprüche sogar für seinen Wahlkampf zum Gouverneur von Kalifornien.
"Mein Name ist Bond, James Bond." – die gefährlichste Vorstellung der Welt."Geschüttelt, nicht gerührt", so trinkt er seinen Wodka-Martini am liebsten.
"James ich brauche dich." Bond: "England auch!"; "Für England, James?" - Bond: "Nein, für mich!", braver Agent nur nach Bedarf.Echte Agentenattitüde: "Sie sind etwas misstrauisch." Bond: "Lieber etwas misstrauisch als etwas tot!"
Schnell zum Kult wurde "Das ist Sparta" von Gerard Butler in "300". Auch nicht schlecht: Das martialische "Spartiaten, was ist euer Handwerk?" (Videolink)
Eines der größten Sprüchefeuerwerke wurde in "The Rock – Fels der Entscheidung" abgefeuert. Beispiel gefällig?
"Wenn Sie aufsässig sein wollen, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie das mit ein wenig mehr Respekt tun würden.""Das ist der reinste Wahnsinn, General Sir. Ich persönlich halte Sie für einen verfluchten Idioten!"
"Yippie Ya Yeah Schweinebacke", im englischen Original deutlich ruppiger "Yippie Kay Yay, Motherfucker!" Dieser Kultspruch setzt der "Stirb langsam"-Reihe die Krone auf und macht Bruce Willis unserer Meinung nach zum coolsten Actionhelden der 90er.
Groß im Austeilen: Steven Seagals Sprüche stehen seinen Schlägen in Sachen Härte um nichts nach.
In "Driven to Kill" (2009) fragt ihn Tanya: "Oh mein Gott, woher wusstest Du das?" - "Ich wusste es nicht. Der Trick war, dass es mir egal war." ("The trick was just not to give a fuck")"Wenn du Fehler machst, hast du das von deiner Mutter, wenn du alles richtig machst, hast du das von mir." In "The Patriot" (1999)
1991 brachte es Bruce Willis in "Last Boy Scout" auf den Punkt "Wir leben in den Neunzigern, du kannst nicht einfach jemandem ins Gesicht schlagen, du musst vorher was Cooles sagen."
(kurier)
Erstellt am 20.04.2012, 09:59