Letztes Update am 17.10.2012, 14:12
Das Auge kauft mit.
Verpackungen begegnen uns andauernd und sind meist unscheinbar. Dabei regt ein kreatives Verpackungsdesign wie kaum etwas anderes zum Kauf an.
Es kann amüsieren oder langweilen, anziehend sein oder abstoßend. Es entscheidet maßgeblich, ob wir eine Sache kaufen oder nicht. Trotzdem ist Verpackungsdesign eine eher stiefmütterlich behandelte Kunstform. Schließlich steht an erster Stelle die Funktionalität: Packungen sollten transportfähig, stapelbar und informativ sein. Dass man eine pfiffige Optik auch mit praktischer Handhabung kombinieren kann, beweisen folgende Beispiele.
Ob grün, blau, buntgemustert, groß, klein, glitzernd: Kopfhörer sind ein individuelles, modisches Statement geworden. Die Designagentur JDA springt auf diesen Zug auf und verpackt ihre Kopfhörer typgerecht:
Die Tussi. Der Satanist. Der Punk. Der Hipster. Der Emo. Das Hippiemädchen.
Fruchtiges Design spricht an: Es wirkt frisch, bunt und gesund. Offenbar wirkt es besonders aktivierend, Kleenex-Taschentücher aus aufgeschnittenen Limetten, Melonen und Orangen zu ziehen.
Wem öfters mal die Jause von gierigen Arbeitskollegen oder hundsgemeinen Schulkollegen gefladert wird, der sollte dieses kreative Jausensackerl erstehen. Mit seinen Flecken wirkt es zunächst zwar seltsam, aber harmlos.
Dem Sandwich übergezogen entfaltet der "Antitheft-Lunchbag" seine wahre Pracht: Die Jause sieht nun so verschimmelt aus, dass jeder hungrige Dieb die Finger davon lassen wird.
Die russische Agentur bqb entwarf eine Kaugummipackung mit Biss.
Doritos sind Mais-Chips, die vorzugsweise in sogenannte Salsa getunkt werden. Markenzeichen der Knabberei ist dabei die dreieckige Form. Genau diese nahm sich Designer Petar Pavlov als Inspiration für seine vielfach faltbare Dorito-Verpackung.
Der Holländer Elroy Klee war vor seiner Zeit als Design-Freelancer Graffitikünstler. Das sieht man seinen Kreationen durchaus manchmal an. Für die Teemarke "Mount" gestaltete der Designer eine Special Edition - farbenfroh und dem Markennamen entsprechend in alpin anmutender Pyramidenform.
Innen Frucht, außen Frucht.
Kartonsparende Pizzapackung: Prädikat ökologisch und optisch wertvoll.
Sojamilch ist Ersatz für Kuhmilch. Deshalb kleidet sich diese Sojamilchflasche auch in grün-weißen Kuhflecken-Look.
Wie ein süßes Fruchtsafterl schaut der Vodka in dieser farbenfrohen Verpackung aus - Party, Spaß, Abenteuer verspricht das bunte Design.
Für die "Absolut Art Collection" gestalten Künstler wie Keith Richards oder Damien Hirst die Verpackung des Vodkas.
Ein ironischer Zugang zum ungesunden Glimmstängel: Auf dieser Zigarettenpackung heißt einen das Himmelstor Willkommen.
Klang wird normal eher zweckmäßig in quaderförmige Boxen verpackt. Man variiert maximal die Farbe - ansonsten wird die Optik von Lautsprecherboxen eher hintangestellt. Die Designagentur "The" hat hingegen den Begriff Lautsprecher wörtlich genommen und Boxen im Sprechblasen-Look kreiert.
Popcorn mögen alle. Aber die braunen Papiertüten, in denen die Maiskörner in die Mikrowelle gelegt werden, sind kein Augenschmaus. Ganz im Gegensatz zu dieser, von Origami beeinflussten Verpackung.
Pudding mit Kiwi-, Orange- und Guave-Geschmack befindet sich in diesen bunten Bechern.
Designer Marcel Buerkle ließ sich dabei von aufgeschnittenen Früchten inspirieren.
(KURIER)
Erstellt am 16.10.2012, 11:15