Letztes Update am 02.05.2012, 11:04
Amadeus Awards: Dialekt triumphiert.
Hubert von Goisern und Andreas Gabalier sind die großen Gewinner der diesjährigen Amadeus Awards. Enttäuscht waren die Trackshittaz. Alle Sieger im Überblick.
Die österreichische Musikbranche würdigte Dienstagabend einen ihrer Größten: Die Verleihung der Amadeus Austrian Music Awards im Wiener Volkstheater stand im Zeichen von Ludwig Hirsch.Der 2011 verstorbene Liedermacher wurde mit dem Amadeus für das Lebenswerk ausgezeichnet und ern-tete posthum stehende Ovationen. Laudator Ernst Grisse-mann zitierte Ringelnatz und schloss mit den Worten: „Dass wir so einen hatten, zeichnet das Land aus. Wir hätten noch viel von ihm erwarten können. Aber er würde sicher von seinem Wolkerl da oben aus sagen: ,Es reicht scho’!“
Die Gewinner zum Durchklicken ...
Die anwesenden Stars des Abends waren Hubert von Goisern und Andreas Gabalier, die mit je zwei Awards geehrt wurden. Von Goisern, der drei Mal nominiert war, gewann mit seiner jüngsten CD „Entwederundoder“ in der Königs-Kategorie „Album des Jahres“ und den Amadeus für „Pop/Rock“.
Er bedankte sich sichtlich gerührt: „Jetzt hob i des Gfüh’, i hob den Jackpot g’wonna!“
Zum Schluss – nach dem üblichen Hick-Hack in den Dankesreden über den Wert von kommerziellem Schlager im Vergleich zu anspruchsvoller Popmusik – baute er versöhnlich die Brücken: „Als ich gehört habe, dass ich nominiert bin, habe ich gewusst, dass ich mich vielleicht für die anderen mitfreuen muss – was gar nicht so leicht ist. Ich hoffe trotzdem, dass uns diese Preise nicht trennen, sondern die Musikerfamilie dadurch zusammenwächst.“
Andreas Gabalier hatte Chancen auf die Trophäen für „Albums des Jahres“ und „Song des Jahres“, konnte aber nur die für „Best Live Act“ und „Schlager“ nach Hause nehmen. Auffallend war die große Dichte an in heimischem Dialekt singenden Künstlern.
Krautschädl gewannen die Kategorie „Hard & Heavy“, 5/8erl in Ehr’n den Amadeus für „Jazz/World/Blues“ und ...
... Die Vamummtn den für „HipHop/ R&B“. Vermummt mit Totenkopf-Masken bedankten sie sich bei sich selbst fürs „Durchhaltevermögen und das Talent“, das sie aber in einem unnötigen Seitenhieb manchen der Nominierten absprachen.
Eine große Enttäuschung gab es für die je drei Mal nominierten Bands Trackshittaz und Elektro Guzzi. Österreichs Vertreter beim heurigen Song Contest eröffneten die Show mit einem Hit-Medley.
Elektro Guzzi, die mit Instrumenten elektronische Sounds nachahmen, mussten den „Electronic/Dance“-Preis an Parov Stelar abgeben.
Um den Fokus der Veranstaltung auf den heimischen Talenten zu halten, gab es bei den Live-Auftritten mit Jason Mraz heuer nur einen internationalen Stargast. In der Halbzeit der Show sang er zunächst seinen Hit „I Won’t Give Up“.
„Dass ich hier sein darf, ist eine Ehre. Aber noch größer ist die Ehre, dass ich mit so einer schönen österreichischen Stimme singen darf“, sagte er, bevor er mit Blues-Röhre Saint Lu akustisch ein großartig bluesiges „Lucky“ anstimmte.
Großen Applaus gab es auch für die Auftritte von Hubert von Goisern, der „Suach da an Anderen“ sang, und M185, die Gewinner des FM4-Awards.
Die Jungen Zillertaler nahmen den Amadeus Award in der Kategorie Volksmusik mit Nachhause und setzten sich gegen Marc Pircher, Edlseer und Hansi Hinterseer durch.
Und der Song des Jahres kommt vom Holstuonarmusigbigbandclub mit "Vo Mello bis ge Schoppornou".
Alle Amadeus-Gewinner im Überblick:Album des Jahres: Hubert von Goisern "EntwederUndOder"Song des Jahres: Holstuonarmusigbigbandclub - "Vo Mello bis ge Schoppornou"Best Live Act: Andreas GabalierFM4-Award: M185Alternative: 3 Feet SmallerElectronic/Dance: Parov StelarHard & Heavy: KrautschädlHipHop/RnB: Die VamummtnJazz/World/Blues: 5/8erl in Ehr`nPop/Rock: Hubert von GoisernSchlager: Andreas GabalierVolkstümliche Musik: Die Jungen ZillertalerLebenswerk: Ludwig Hirsch
(kurier)
Erstellt am 01.05.2012, 17:20