Letztes Update am 17.07.2012, 17:23
Alice im Street-Art-Land.
Die italienische Street Art-Künstlerin Alice Pasquini beeindruckt mit großformatigen Porträts. Warum sie sprayt und die Straßen verschönert, erklärt sie im Interview.
Street Art schien bisher eine männerdominierte Domäne zu sein, sind der breiten Masse doch eher Künstler wie der britische Banksy, der französische Invader oder der belgische Roa bekannt. Aber auch Frauen gehen der künstlerischen Stadtverschönerung nach. Eine davon ist die Italienerin Alice Pasquini, die mit großformatigen Porträts auf sich aufmerksam macht.
Alice lebt und arbeitet hauptsächlich in Rom, ihre Werke sind aber unter anderem auch in den Straßen von England, Frankreich und Spanien zu finden.
Da Street Art nicht unbedingt Geld einbringt, arbeitet das Multitalent hauptberuflich als Illustratorin, Set Designerin, Visual Artist und Malerin.
"Aber es ist manchmal frustrierend für Klienten zu arbeiten", sagt Alice im Interview, ...
... "deshalb habe ich hin und wieder selbstgemachte Poster in den Straßen von Rom aufgehängt."
Richtig los ging es für sie allerdings erst, als sie Christian Guemy, alias C215 kennen und lieben lernte. "Christian zeigt mir, dass Street Art eine Lebenseinstellung ist, ...
... Kunst aus Freude zu machen, zusammen zu reisen und sich auf den Straßen auszudrücken... Es ist wie in einer Love-Story."
Für Alice ist das Endresultat zweitrangig. Primär geht es ihr "um das Malen selbst, um das Gefühl das ich währenddessen habe."
Die Bilder von Alice handeln von Menschen und ihren Beziehungen. Sie will ...
... "die Gefühle der Menschen zeigen und gleichzeitig ...
... aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten."
Alice mag besonders die "moving Pictures", "Bilder, die universelle Momente im Leben darstellen, ...
... Momente, die sich auch in Jahren nicht ändern werden.
"Es war dasselbe vor 50 Jahren und wird in 50 Jahren immer noch dasselbe sein."
Gleichzeitig ist die Künstlerin der Meinung, dass ihre Bilder nicht dafür gemacht sind, sie lange anzusehen. Ganz im Gegenteil ...
... "sie sind für einen kleinen Moment gemacht und der Betrachter entscheidet, wann dieser Moment gekommen ist, wann ...
... er dieses kleine Stück Wand in den Straßen entdeckt."
"Meine Bilder zeigen alltägliche Momente, die ...
... für mich die wahre Magie des Lebens repräsentieren - jeden Augenblick des Lebens zu genießen."
Obwohl auch in Italien das besprayen von Hauswänden alles andere als legal ist und ...
... das Gesicht, sowie der Name von Alice kein Geheimnis sind, wurde sie "Grazia a Dio!" noch nie von der Polizei erwischt.
Sie ist auch nicht daran interessiert ihre Kunst auf "legalen" Wänden zu präsentieren. Dies liegt vor allem daran, dass ...
... "die Illegalität, die Menschen auf der Straße, das Adrenalin in den Venen und der öffentliche Standort ...
... den Akt des Malens selbst so lebendig macht."
Auch ein paar Vorbilder in der Street Art-Szene hat Alice, darunter Größen wie ...
... Os gemeos, Swoon ...
... und "my love C215."
FragWürdig - 5 Fragen, 15 AntwortenEine Regel im Leben, an die ich mich halte:Sei du selbst und nimm dich dabei nicht zu ernst.
Zwei Entscheidungen, die ich bereue:Ich bereue keine Entscheidung, das wäre nicht sinnvoll. Ich nehme mir Zeit und lerne aus meinen Entscheidungen.
Drei Sachen, an die ich glaube:Brot, Liebe und Träume
Vier Dinge, für die es sich zu leben lohnt:Umarmungen, Reisen, Regenbögen und Schokolade
Fünf Dinge, die man über mich wissen sollte: Ich bin emotional, chaotisch, unruhig, widersprüchlich und voller Leben.
(KURIER)
Erstellt am 18.06.2012, 09:06