Thursday, February 23, 2012

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Mit Verspätung souverän: Duran Duran live

Zweimal mussten die 80er-Helden ihr Wien-Konzert wegen Simon Le Bons Stimmproblemen verschieben. Nun war es aber soweit: Duran Duran im Gasometer.

Letztes Update am 24.01.2012, 13:22


Es hat etwas gedauert, bis die britischen 80er-Jahre-Helden von Duran Duran ihren Weg nach Wien gefunden haben: Nachdem im vergangenen Jahr das geplante Konzert mehrmals aufgrund der Stimmprobleme von Sänger Simon Le Bon verschoben werden musste, war es am gestrigen Montagabend soweit und das in der gut 30-jährigen Karriere mitgewachsene Publikum gab sich im Gasometer zahlreich die Ehre.

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Als Entschädigung für den verspäteten Besuch von Disco-Beats und Co gab es einen souveränen Start-Ziel-Erfolg der ehemaligen Poster-Boys, gespickt mit alten Großtaten und neuen Einsprengseln.

John Taylor (rechts) sagte am Rande des Konzerts: "Es war wirklich ein Alptraum. Zunächst haben wir für ein paar Wochen alle Shows abgesagt, dann wurde daraus ein Monat, schließlich sogar drei Monate. Niemand konnte sicher sagen, ob er (Simon Le Bon) zurückkommen würde. Aber er hat sich einer intensiven Therapie unterzogen und als wir im August wieder einige kleinere Shows in England spielten, war schnell klar, dass er sogar besser sang als zuvor. Klopfen wir auf Holz - es läuft toll seitdem."

Das orchestrale Intro des Openers "Before The Rain" vom aktuellen Album "All You Need Is Now" sollte an diesem Abend noch den feinfühligsten Part markieren, danach wurde knapp zwei Stunden lang die große Geste mit allen Mitteln des Rock und Pop exerziert. Schon "Planet Earth" vom selbstbetitelten Debüt überzeugte durch einen knackigen, wenn auch nicht immer ganz transparenten Sound, den speziell Session-Gitarrist Dom Brown immer wieder mit Zwischenspielen veredelte. Garniert wurde der musikalische Rundumschlag mit einer effektvollen Video- und Lichtshow, die sich aber leider im Laufe der Zeit selbst zu überholen drohte und etwas repetitiv wurde.

Dafür lässt sich behaupten, dass Duran Duran auch am Anfang ihrer vierten Dekade als Band nichts von ihrer Daseinsberechtigung eingebüßt haben. In Würde altern wäre zwar vielleicht etwas zu viel behauptet, sind doch die Bewegungen und modischen Anflüge gerade von Sänger Le Bon ...

... oder Keyboarder Nick Rhodes zu sehr "ihrem" Jahrzehnt, den 1980ern, verhaftet. Allerdings kann man Hits wie "Wild Boys", dem durch US-Rapper Notorious B.I.G. auch im Hip-Hop zu Ruhm gekommenen "Notorious" oder dem zurückhaltenden "Ordinary World" ihre Qualität einfach nicht absprechen.

Verstärkt durch Sängerin Anna Ross und Multiinstrumentalist Simon Willescroft gaben Le Bon, Rhodes sowie Schlagzeuger Roger Taylor und Bassist John Taylor dem Publikum was es wollte, und das war eine Reise in die Vergangenheit mit modernen Mitteln.

Dass man sich "nach 30 Jahren auf der Bühne immer noch überraschen lassen kann", wie es John mit dem Aufruf, per Twitterbotschaft etwas an die Videowall zu senden, vermerkte, ging allerdings etwas in die Hose: ...

... das Wiener Publikum ließ den überdimensionalen Twitter-Bildschirm schwarz bleiben.

Am Nachmittag sind John Taylor und Nick Rhodes (Bild) ins Leopold Museum gegangen. Taylor: "Wir beide sind große Fans von Schiele und Klimt. Und Schieles Gemälde sind einfach großartig. Speziell das Bild "Die Eremiten", das Schiele und Klimt zeigt, hat es uns angetan, auch weil wir uns mit beiden identifizieren."

Dafür gab Le Bon den Experten in Animation, ließ sich von einer Besucherin ansagen und leuchtete mit Glitzerhemd auch in den letzten Winkel des Saals.

Dass der charismatische Sänger im Laufe des Auftritts nicht immer alle Töne exakt traf, kann dabei getrost übersehen werden - gerade angesichts der Tatsache, dass seine Stimmprobleme die Band zur mehrmonatigen Pause im vergangenen Jahr zwangen.

In diesen Fällen gab das Publikum das lautstarke Sicherheitsfangnetz, wenn "Hungry Like The Wolf" oder "Girls On Film" ins ekstatische Halbrund der Gasometer-Halle schallten. Hier wurden zwar keine Herausforderungen an Hörgewohnheiten gestellt, dafür aber perfekt gemachter Pop mit angenehmen Ecken und Kanten serviert - und die lange Wartezeit schnell vergessen gemacht.

John Taylor (rechts) gab im APA-Gespräch auch zu Protokoll, dass es Gespräche über ein weiteres Album gibt: "Wenn wir als Band weitermachen wollen, müssen wir neue Songs schreiben. Das ist unser Weg, inspiriert zu bleiben."

(Von Christoph Griessner/APA)



Letztes Update am 24.01.2012, 13:22


Artikel vom 24.01.2012 13:20 | apa | tem | « zurück zu Kult


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