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KURIER
An der Modul University Vienna am Wiener Kahlenberg kann man Tourismus studieren. - Foto: Markus Schieder

Letztes Update am 30.05.2012, 13:02

Wo Studieren Privatsache ist. Elitär sind heimische Privatunis nur bedingt. Dafür gibt es mehr Profs für weniger Studis – und kürzere Studiendauer.

Grafik, Privatuniversitäten
Foto: KURIER/Tichy

Ganze 74 Millionen Euro. Mit so viel Geld könnte eine staatliche Universität  einiges bewegen, um die akute Betreuungsnot in einigen Fächern zu lindern.  Diese Summe hat die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg im Vorjahr erhalten. Der generöse Sponsor: Red-Bull-Gründer Didi Mateschitz.

Der Privatsektor in der Hochschullandsschaft ist erst zwölf Jahre alt. Insgesamt 7000 Studierende sind aktuell an den 13 Privatuniversitäten inskribiert, bis zu ein Drittel kommt aus dem Ausland. Die Träger sind ganz unterschiedlich: Diözesen (katholische Privatuniversität Linz), die Wirtschaftskammern (Modul University Vienna,  New Design University) oder die Bundesländer (Konservatorium Wien).

Elitär und  teuer: Dieses Image sind die Privatuniversitäten nach wie vor nicht los geworden. "Von Millionären für Millionäre", sagt Marianne Betz, Präsidentin der Österreichischen Privatuniversitätenkonferenz (ÖPUK) trocken, "das ist ein schiefes Bild, das so nicht stimmt." Zudem gebe es die Möglichkeit auf Stipendien und  Studienbeihilfe.

 

Billig und teuer

Bei den Studiengebühren ist die Bandbreite tatsächlich groß. Von 220 Euro Studiengebühr pro Semester wie am Konservatorium Wien bis zu 5000 Euro pro Semester auf der Sigmund Freud Privatuniversität ist alles drin.  Meist machen Landes-Förderungen  die niedrigen Studiengebühren möglich. "Mit  Förderungen des Landes Tirol können wir das Studium der Pflegewissenschaften um 363 Euro pro Semester anbieten", sagt  Philipp Unterholzner, Vizerektor der Privatuniversität UMIT. Das Doktoratsstudium kostet ab Herbst  3600 Euro pro Semester.  Die UMIT wird zu 33 Prozent vom Land Tirol finanziert.  

Aber auch die Kosten teurer Studien amortisierten sich, sagt Unterholzner: "Man ist im Vergleich zu einem staatlichen Studium  ein Jahr früher auf dem Arbeitsmarkt, verdient früher Geld." Der zweite große Unterschied zu einer staatlichen Universität ist das Betreuungsverhältnis Professor – Studierende. "Wir wurden vom Akkreditierungsrat verpflichtet, gute Betreuungsrelationen anzubieten", sagt Betz. Wer das nicht tut,  muss mit Konsequenzen rechnen: So entzog der Akkreditierungsrat der UMIT im September 2010 das Doktoratsstudium Gesundheitswissenschaften. Das  Betreuungsverhältnis  sei weit überzogen worden, auch wurde die Wissenschaftlichkeit bemängelt. "Wir hatten damals  keine klaren Vorgaben, haben uns am Betreuungsschlüssel der staatlichen Unis orientiert", rechtfertigt sich Unterholzner. Der lag damals bei 1:30. Heute kommen in den  Doktoratsstudien auf einen Professor nur mehr sechs Doktoranden.

Die Qualität von Forschung und Lehre wird regelmäßig durch interne und externe Gutachter überprüft. "Keine staatliche Universität wird so oft geprüft wie eine Privatuniversität", sagt Unterholzner. Ob Absolventen daher am Arbeitsmarkt begehrter sind? "Da heißt es abwarten, einige Privatuniversitäten gibt es  ja erst seit wenigen Jahren", meint  Betz.   

Auch inhaltlich unterscheiden sich die Privatunis von den staatlichen: Gegen eine Studiengebühr von 10.500 Euro pro Jahr erhält man an der Paracelsus Universität ein international ausgerichtetes Medizinstudium mit Praxisnähe – in nur fünf Jahren.

Akkreditierung: Neue Agentur für alle

Erst seit zwölf Jahren ist es in Österreich möglich, eine  Privatuniversität zu gründen. Mit dem  Akkreditierungsgesetz 1999 war es erstmals für private Bildungseinrichtungen möglich, sich als Privatuniversität anerkennen zu lassen. Der Akkreditierungsrat –  ein unabhängiges Expertengremium –  entschied ab 2000, wer den Status einer Privatuni erhielt und wer nicht.    

Zusammengefasst Seit 1. März dieses Jahres ist die neue  Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQA) für alle privaten und staatlichen Hochschulen zuständig. Sie übernahm die Agenden der drei  Qualitätssicherungsagenturen, der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur, des Fachhochschulrates, und des Akkreditierungsrats.   Die 14 Mitglieder des Boards stammen aus Theorie und Praxis des nationalen und internationalen Hochschulwesens.

(kurier) Erstellt am 30.05.2012, 12:30

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