Letztes Update am 03.07.2012, 12:54
Keine Grund zum Neid: Je niedriger die Management-Ebene,
desto stärker steigt das Gehalt, belegt eine aktuelle Studie.
Alles fair? Österreichs Manager können sich in diesem Jahr über eine stabile Erhöhung ihrer Gehälter freuen: Mit 4,2 Prozent liegen die durchschnittlichen Grundgehaltssteigerungen von Führungskräften knapp über dem Vorjahreswert von 4,1 Prozent. Das ergab der Vergütungsreport 2012 "Führungskräfte in Österreich", für den die Managementberatung Kienbaum mehr als 1800 Positionen in mehr als 300 Unternehmen analysiert hat.
Erfreulich findet Christoph Dovits, Projektleiter der Studie und Berater bei Kienbaum in Wien, dass "diese Studie die Gehalts-Neid-Debatte nicht schürt." Denn: Die Bezüge in den unteren Management-Ebenen steigen mehr als in der Top-Etage. Gibt es für das Topmanagement 2012 ein Plus von 3,4 Prozent, bekommt ein Bereichsleiter 3,5 Prozent Plus, ein Abteilungsleiter 4,0 und ein Teamleiter 4,7 Prozent. Allerdings: Ein Geschäftsführer liegt mit einem Brutto-Jahresgehalt von 275.000 Euro trotzdem Welten entfernt von dem Teamleiter, der 79.000 Euro verdient (siehe Grafik).
Die variablen Bezüge steigen wieder auf Vorkrisenniveau. Doch, so der Berater: "Mit einer Zielerreichung von 75 Prozent ist noch Luft nach oben." Die jahresbezogene variable Vergütung liegt über alle Positionen hinweg mit 26.000 Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 21.000 Euro. Durchschnittlich erhalten 84 Prozent aller Führungskräfte in Österreich einen solchen Bonus. In der Geschäftsführung betrug der erfolgsabhängige Anteil der Vergütung im Schnitt 87.000 Euro, Bereichsleiter erhielten 39.000 Euro, Abteilungsleiter 19.000 Euro und Teamleiter mussten mit 8000 Euro auskommen.
Nicht ohne mein Dienstauto
In Sachen Zusatzleistungen hat auch 2012 "niemand etwas Neues erfunden", sagt Dovits. Der Firmenwagen ist und bleibt die beliebteste Zusatzleistung der heimischen Manager. "Ganz klar, ein dickes Auto ist noch immer ein Statussymbol", erklärt der Berater: "Und da Gehälter ein Tabuthema sind, drückt man seinen finanziellen Erfolg über den Firmenwagen aus."
Für 97 Prozent der Geschäftsführer, 85 Prozent der Bereichsleiter, 56 Prozent der Abteilungsleiter und 35 Prozent der Teamleiter ist ein Dienstwagen vorgesehen. Die Privatnutzung des Wagens ist dabei meist unbegrenzt gestattet und die Anschaffungskosten bewegen sich bei Geschäftsführern zwischen 48.000 und 60.000 Euro, bei Bereichs- und Abteilungsleitern zwischen 33.000 und 45.000 Euro und bei Teamleitern zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Weitere in Österreich übliche Zusatzleistungen sind die betriebliche Altersvorsorge sowie Kranken- und Unfallversicherungen.
Eine Folge der Krise ist wohl, dass langfristige Anreizsysteme für das Topmanagement im Trend liegen. Variable Vergütungssysteme mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage sind für 33 Prozent der Geschäftsführer, 20 Prozent der Bereichsleiter, elf Prozent der Abteilungsleiter und sieben Prozent der Teamleiter vorgesehen. Die beliebteste Form sind dabei mit 56 Prozent Belegschaftsaktien, wenngleich diese schwerpunktmäßig eher auf den unteren Management Levels vergeben werden. Im Topmanagement dominieren derzeit die klassischen Aktienoptionen (29 Prozent) und Performance-Cash-Pläne auf Basis interner Kennzahlen (28 Prozent).
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