E s gibt Situationen, in denen Entscheidungen anstehen, die den weiteren beruflichen und privaten Werdegang bestimmen werden. Etwa: Soll ich den neuen Job annehmen? Soll ich wirklich kündigen? Soll ich ins Ausland gehen? Wie kann ich mich weiterentwickeln? Was soll ich studieren? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Kinder zu bekommen?
Hilfreich ist in solchen Situationen ein wohlwollender Berater. Ein Mentor, der unterstützt, begleitet, zuhört und die Situation durch die Beigabe der eigenen Erfahrungen relativiert oder in ein neues Licht rückt.
15 erfolgreiche Frauen stehen bereit, Ihre Mentorin zu werden. Bewerben Sie sich!
Die Bewerbung
Los geht’s! Ein Jahr lang steht Ihnen ab November eine Mentorin zur Seite, können Sie von den Erfahrungen einer Top-Frau profitieren. Für die Teilnahme an der Mentoring-Aktion schicken Sie Ihren vollständigen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben ausschließlich per eMail an meinementorin@kurier.at .
Und dann? Sie können sich nur für eine einzige Mentorin bewerben – bitte den Namen Ihrer Wunsch-Mentorin in den eMail-Betreff schreiben.
Der Einsendeschluss ist der 16. September 2012. Die Bewerbungen werden von den Mentorinnen gesichtet und ausgewählt, die Zu- bzw. Absagen erhalten Sie bis 20. Oktober per eMail.
Die Mentoring-Aktion vom Frauennetzwerk club alpha in Kooperation mit dem KURIER, unterstützt von ja!Natürlich, findet heuer zum zweiten Mal statt. club alpha wurde 1987 gegründet, ist überparteilich, Zielgruppe sind Frauen, die sich in der Gesellschaft engagieren wollen.
ÖNB-Direktorin Johanna Rachinger: Seit 2001 ist die Oberösterreicherin Johanna Rachinger Chefin der wichtigsten Bücherei Österreichs. Sie studierte Theaterwissenschaften und Germanistik in Wien, schloss 1986 mit dem Doktorat ab. Für die Kulturmanagerin gehört „die Kenntnis des Kulturbetriebs zum Handwerkszeug. Diese Basis kann man sich über verschiedene Kanäle aneignen“, ist Rachinger überzeugt. Die Frauenförderin kann ihrer Mentee viel weitergeben. In der Nationalbibliothek hat sie die Hälfte der Führungspositionen mit Frauen besetzt – Rachinger ist eine Macherin.
Gastronomin und Unternehmerin Haya Molcho: Spontan, herzlich und pragmatisch geht Haya Molcho an die großen Themen Genuss, Familie und Führung heran. Sie wurde im israelischen Tel Aviv geboren, studierte in Deutschland. Am Theater lernte sie ihren Mann, den bekannten Pantomimen Samy Molcho, kennen. Sieben Jahre lang begleitet sie ihn auf Welttournee. Seit 2000 betreibt Haya Molcho ein gleichnamiges Catering. 2009 eröffnete sie das „Neni“ am Naschmarkt, den „Tel Aviv Beach", damals erschien auch ihr erstes Kochbuch. 2010 folgte das Restaurant „Neni im Zweiten“. Bei Haya Molcho wird nicht in der Theorie gelernt – bei ihr lautet das Motto: Learning by Doing
Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner: Tough, offen, zahlenbegabt und nie verlegen, ihre Meinung zu äußern – so wirkt Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsdirektorin der österreichischen Lotterien. 1990 beendete sie das Studium der Handelswissenschaften, 1991 übernahm sie die Geschäftsführung der ungarischen Tochtergesellschaft Lotto Union. Seit 1998 ist die Mutter eines Sohnes im Vorstand der Casinos Austria und Österreichischen Lotterien. Ex-Mentee Claudia Barton sagt über Bettina Glatz-Kremsner: „Ich habe Antworten auf Fragen, die ich bis jetzt immer mit mir herumgetragen habe. Ich habe viel von Bettina gelernt.“
Sopranistin Ildiko Raimondi: Sie ist eine bekannte und gefeierte Sängerin Österreichs – und das seit Jahrzehnten. Seit 1991 gehört Ildiko Raimondi der Wiener Staatsoper an. An diesem Haus hat sie bereits mehr als 40 Opernpartien gesungen. 1962 wurde Raimondi in dem kleinen Dorf Arad, Rumänien, geboren. Raimondi schloss ihr Gesangsstudium in Italien bei Flaviano Labo und Carlo Bergonzi ab. Ildiko Raimondi ist zudem Gast bei wichtigen Festivals wie den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen. Zuletzt sang sie die neue Textversion der Bundeshymne.
Stv. Chefredakteurin Martina Salomon: Sie ist eine der wenigen Journalistinnen, die es bis in die männlich dominierten Chefetagen geschafft hat. Wie? Nie brachial, sondern mit sanfter Bestimmtheit. Martina Salomon, seit 2010 beim KURIER als stellvertretende Chefredakteurin, war davor knapp sieben Jahre als Ressortleiterin Innenpolitik für Die Presse tätig, 15 Jahre in der Innenpolitik-Redaktion von Der Standard, bei der Tiroler Tageszeitung, bei den OÖN und im ORF-Landesstudio Oberösterreich. Ihre Mentee kann sich auf die freundliche Unterstützung einer exzellenten Journalistin freuen.
Abgeordnete Silvia Fuhrmann: Geboren wurde Silvia Fuhrmann 1981 in Eisenstadt, ihre Jugend verbrachte sie in Weiden am See. Nach der Matura studierte sie Publizistik, Psychologie und Philosophie an der Uni Wien. Von 2002 bis 2005 absolvierte Silvia Fuhrmann zusätzlich eine Ausbildung zur diplomierten Lebens- und Sozialberaterin. Schon in jungen Jahren engagierte sie sich in der Politik. Von 1998 bis 1999 war Silvia Fuhrmann Bundesschulsprecherin und von 1999 bis 2000 Bundesobfrau der Österreichischen Schülerunion. Von 2000 bis 2001 bekleidete sie die Funktion der Generalsekretärin der Jungen ÖVP Österreich. Seit 2002 ist sie als Abgeordnete zum Nationalrat im österreichischen Parlament tätig.
Managerin einer NGO Heidi Burkhart: Dass Heidi Burkhart bei einer internationalen NGO arbeiten würde, hätte sie eigentlich nicht gedacht. Sie studierte Violine, Erziehungswissenschaften und Philosophie. Durch einen Zufall stieß Burkhart zu dem in der Gründungsphase befindlichen Hilfswerk Niederösterreich. Heute ist Heidi Burkhart als Geschäftsführerin vom Hilfswerk Austria International für Entwicklungsprojekte in 30 Ländern verantwortlich. „Für mich bedeutet Erfolg, etwas sinnvoll Erkanntes mit ganzer Kraft umzusetzen. Das ist mir sehr oft gelungen, ich habe jedoch auch Niederlagen erlebt“, sagt Burkhart. Ehre, wem Ehre gebürt: Sie wurde zum Internationalen Humanist des Jahres 2005 gekürt.
Unternehmerin Maria Rauch-Kallat: Sie hat schon viel erlebt, in der Politik und durch alle Nebeneffekte, die ein öffentliches Leben mit sich bringt. Maria Rauch-Kallats Leitspruch: „Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück“ – die Gründerin des club alpha kämpft seit jeher für die Frauen. Sie macht das effizient und nutzt ihre Kontakte in der Politik. Stichwort: „Land der Töchter, Söhne ...“ in der österreichischen Bundeshymne. Ihr Werdegang, bevor sie sich 2007 mit ihrer Consulting-Firma selbstständig machte: Gesundheitsministerin (2003–2007), ÖVP-Generalsekretärin, Bundesministerin für Umwelt, Jugend, Familie (1992–1995), Geschäftsführerin des Sozialen Hilfswerks, Lehrerin an einer Hauptschule in Wien-Favoriten.
Managerin Renate Danler: Kongresswirtschaft und Freizeit- und Tourismuswirtschaft sind das Terrain der gebürtigen Tirolerin: Die Karriere führte Renate Danler über den Congress Innsbruck, das Congress Zentrum Alpbach sowie die Tourismusdirektion Kitzbühel in die traditionsreiche Wiener Hofburg. Seit 2007 hält sie dort als Geschäftsführerin der Hofburg die Zügel in der Hand, 2011 wurde ihr Vertrag für weitere fünf Jahre verlängert. Die Tirolerin ist eine zielstrebige Frau, aber beim Mentoring muss für sie vor allem die Chemie stimmen.
Managerin Bettina Reisenbichler: Die fünffache Mutter und Karrieristin Tina Reisenbichler ist für viele Frauen, die Familie und Karriere unter einen Hut bekommen wollen, ein Vorbild. Sie studierte Technische Mathematik an der TU Wien. 2008 wurde Tina Reisenbichler die Geschäftsführerin Sales and Costumer Care in der Geschäftsleitung bei T-Mobile Austria. Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin der Monopolverwaltung. Ihre Mentee vom vergangenen Jahr sagt über Reisenbichler: „Sie hat die richtigen Fragen gestellt. Sie hat gefragt, was ich möchte, wo ich hin will und dass ich das klären muss, sonst helfen alle Karrierewünsche nichts.“
ORF-Wien Direktorin Brigitte Wolf: Brigitte Wolf ist eine der großen Medienfrauen des Landes: 2002 wurde sie vom ORF-Stiftungsrat zur Landesdirektorin des Landesstudios Wien bestellt, 2006 wiederbestellt und im September 2011 in dieser Funktion bestätigt. Geboren wurde Wolf 1957 in Mürzzuschlag. Sie studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft und Psychologie, arbeitete nebenbei in der Hörfunk-Feature-Redaktion von Ö1 und bei der Tageszeitung Die Presse. 1988 promovierte sie zum Doktor der Philosophie. 1990 bis 1994 war Wolf Büroleiterin von Generalintendant Gerd Bacher, von 1994 bis 1995 Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und ORF-Pressesprecherin. 1999 wurde sie Leiterin der Berufsaus- und -fortbildung im ORF.
Unternehmerin Ursula Simacek: Ursula Simacek ist Geschäftsführerin des gleichnamigen, österreichischen Familienunternehmens, das sich auf Gebäudereinigung und Hauswartservice spezialisiert hat. Sie beschäftigt über 6.500 Mitarbeiter und hat einen Konzernumsatz von 165 Millionen Euro. Eine g’standene Unternehmerin mit familiärer Vorbelastung – sie übernahm die Firma von ihrem Vater. Schon während der Zeit in der Handelsakademie fuhr sie nach der Schule nicht nach Hause, sondern in die Firma, um mitzuarbeiten.
Zoo-Direktorin Dagmar Schratter: Mit ihrem Job erfüllte sie sich den Traum aller tierliebenden Menschen: Dagmar Schratter ist Direktorin des Tiergartens Schönbrunn und damit hautnah an Elefanten, Pandas und Orang-Utans. Sie stürzt sich in alle ihre Aufgaben mit vollem Einsatz – und arbeitet akribisch und mit Perfektion an ihren Projekten. Schratter zählt zu den Menschen, die in ihrem Job aufgehen. Die Frühaufsteherin ist meist vor sieben Uhr im Tiergarten und bleibt, so lange es notwendig ist. Sehr sympathische Vielarbeiterin.
Journalistin, Ressortleiterin Sandra Baierl: Wer schon mit 29 Jahren eine Ressortleitung innehat, braucht Leidenschaft und gutes Gespür. Das hat Sandra Baierl. Seit 2006 leitet sie die KURIER KARRIEREN. Den Blick über den Tellerrand übte sie während des Studiums der Politikwissenschaft, Anglistik, Publizistik. Zwei Jahre war sie im Ausland, Washington D.C. und Irland. Sie sammelte journalistische Erfahrung bei Woman, Magazin Gesundheit, Wirtschaftsblatt, APA. Mentees aufgepasst: Durchaus möglich, dass das eine oder andere Gespräch mit ihr am Berg stattfindet (mit Hund Nikopoldi natürlich) – Gipfel sind ihre große Leidenschaft.
Geschäftsführerin Doris Bock: Die Geschäftsführerin von Neudörfler Office Systems ist stolz: Ihre Frauenförderaktivitäten im Betrieb funktionieren. Dafür hat Neudoerfler im Mai 2012 von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek die Auszeichnung „gleich = fair“ erhalten. Ein großer Erfolg für die studierte Betriebswirtin, die in ihrer Karriere internationale Erfahrung im Finanzmanagement bei Philips, Satel, Ovotherm und zuletzt als selbstständige Unternehmensberaterin sammelte. Doris Bock ist auch in der IV Burgenland als Vizepräsidentin tätig. Sie kann deshalb Einblick in ein Konzernleben und in eine Interessenvertretung geben.
Der Ablauf
Erfolgreiches Mentoring lebt von der persönlichen Beziehung des Tandems. Voraussetzung ist, dass sich das Duo im kommenden Arbeitsjahr (November 2012 bis Juni 2013) regelmäßig und mindestens fünf Mal trifft. Weil alles unter vier Augen bleibt, kann und soll offen geredet werden. Dazu muss die Chemie stimmen, auch Sympathie da sein. Spätestens beim Erstgespräch weiß man, ob es passt. Da werden auch die genauen Ziele formuliert und ein Zeitrahmen und Arbeitsplan festgelegt. Ort, Zeit und Häufigkeit der Arbeitstreffen sowie die Gesprächsthemen und die konkreten Maßnahmen bestimmt das Mentoring-Tandem selbst.
Das Arbeitsjahr schließt mit einem Abschlussgespräch. Oder nicht. Denn oft wird aus dem Mentoring-Jahr eine viel länger währende Beziehung.