Letztes Update am 29.03.2012, 11:11
Mammut wird 150: Manager klettern zum Gipfel.
Jubiläum. Mammut feiert 150er – Geschäftsführer Armin Duda geht dafür auf die Wildspitze und will auch sonst noch höher hinauf.
In 3774 Höhenmetern ist die Luft dünn, die Welt aus Granitfelsen, Schnee und Gletschereis. Für die 35 Mitarbeiter und Händler des Schweizer Bergsportausrüsters Mammut ist das gewohntes Terrain.
Zum 150. Jubiläum von Mammut nimmt das Team am größten Gipfelprojekt aller Zeiten teil: 150 Teams besteigen 150 Gipfel weltweit. In Österreich ging man im Rahmen einer Skitour auf die Wildspitze in Tirol, Österreichs zweithöchsten Berg. Mit dabei auch Mammut-Geschäftsführer Armin Duda.
KURIER: Wann gibt’s den nächsten neuen Mammut-Store in Österreich?Armin Duda: Einen gibt es ja schon, vergangenes Jahr haben wir unser eigenes Geschäft in Linz eröffnet, das liegt nahe an der Firmenzentrale in Steyr. Auf der Wunschliste stehen aber auch Innsbruck und Wien, vielleicht lässt sich das heuer noch realisieren. Es hängt von einer entsprechenden Immobilie ab – wir wollen 1A-Lagen. KURIER: Sind wir an der Spitze eines Bergsport-Trends?Armin Duda: Das glaube ich noch nicht, der Markt wird nach wie vor wachsen. Es ist salonfähig geworden, dass der Banker eine coole Outdoorjacke über den Anzug trägt, wenn es in der Stadt regnet. Damit zeigt man: Ich habe auch ein Privatleben und meine Freizeit. Die Menschen zeigen mit ihrem Outfit, zu welcher Gesellschaft sie sich zählen wollen.
KURIER: Mammut hat die Umsätze in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht. Wie macht man so etwas?Armin Duda: In den vergangenen 20 Jahren haben wir in Österreich jedes Jahr eine Million mehr Umsatz gemacht. Wir führen das auf unsere Innovationen und Entwicklungen zurück. Jedoch: Der Markt ist ein Treiber von sich aus, weil Outdoor boomt. Dazu kommt unser Team: Da ist viel sportlicher Ehrgeiz mit dabei.
KURIER: Mammut liegt im Hochpreissegment – schauen die Kunden nicht auf den Preis?Armin Duda: Oh ja, doch. Was uns aber hilft, ist das Image der Marke. Wir stehen von der Philosophie her beim Bergsport, wir sind eine Marke mit viel Innovationskraft. Und man verbindet Qualität und Sicherheit mit uns. Die Endverbraucher sind mit den Produkten sehr zufrieden, da darf es dann auch etwas kosten.
KURIER: Der Jahresumsatz in Österreich beträgt 25 Millionen Euro. 60 Prozent mit Textilien, 40 Prozent mit Hartwaren und Schuhen. Wo liegt künftig das Wachstumspotenzial?Armin Duda: Wir haben erst seit ein paar Jahren Schuhe im Sortiment, weil Mammut Raichle gekauft hat – da wollen wir künftig auch stark wachsen. Großes Wachstum sehen wir auch bei den Sicherheitsprodukten: Lawinenairbags und Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS), da werden sich die Stückzahlen stark erhöhen. Auch im klassischen Skibereich bei Textilien ist noch einiges an Wachstum möglich: Die Teile werden immer multifunktioneller und modischer. Sie sind außerdem für mehrere Sportarten einsetzbar.
KURIER: Was verkaufen Sie am besten?Armin Duda: Mammut ist der Erfinder des Softshells. Das geht am besten. Cashcow sind auch Berghosen. KURIER: Wie läuft es auf den Märkten Asien und Amerika?Armin Duda: Diese Märkte sind für uns die wichtigsten Wachstumstreiber. In Asien sind wir schon weiter als in den USA. In …
KURIER: Die Produktion von Seilen erfolgt immer noch in der Schweiz. Im Gegensatz zur Kleidung, die in China gemacht wird. Armin Duda: Beim Seil haben wir einen hohen Maschinenanteil in der Produktion, da ist alles stark automatisiert, deshalb können wir den Standort halten. KURIER: 150 Jahre Mammut: Wie hält sich die Marke jung?Armin Duda: Das ist die Herausforderung. Jede Marke mit einer langen Tradition muss diesen Grat gehen: Den jungen Kletterer und den alten Bergfex begeistern. Wir versuchen, mit unterschiedlichen Kollektionen das gesamte Publikum anzusprechen.
(kurier)
Erstellt am 29.03.2012, 10:39