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KURIER

Letztes Update am 17.08.2012, 11:05

Erfolgsgeschichte: Nie aus der Mode. Nach 15 Jahren im Ausland kehrt Designer Arnold Haas zurück nach Wien. Mit Schals und Erinnerungen im Gepäck.

Als Bub saß Arnold Haas im Geschäft und sichtete die  Modejournale der Mutter, er beobachtete sie, verliebte sich in die Stoffe, in die Schnittführung, ins Handwerk, in die Kunst der Schneiderei. Im Jugendalter besuchte Haas die Modeschule  im Schloss Hetzendorf im 12. Bezirk und begann bei Gössl, dem Traditionsbetrieb.

Dann kam das U4.  1984. Die U-Mode. Gastro-Legende und U4-Gründer Ossi Schellmann kam aus  London mit der Idee zurück, Mode in Clubs zu präsentieren.   Schellmann sprach Arnold Haas und eine Kollegin an, ob sie ihre Kollektionen in dem legendären Klub zeigen möchten. Klar wollten sie.     

Styling Später, 1994, gründete Arnold Haas die Styling-Agentur Perfect  Props mit.    "Welches Werbesujet einer österreichischen Firma aus den 90er-Jahren  ist Ihnen  in Erinnerung geblieben?", fragt uns Haas. "Das Palmersplakat mit den fünf Frauen, die abgewendet nebeneinaner am Bauch liegen. Sagen Sie bloß, das ist von Ihnen." Ist so. Haas war der Stylist, zusammen mit dem Fotografen maßgeblich an der Gestaltung  beteiligt. 1998 hatte er die Möglichkeit, mit einem Freund nach New York zu gehen. "Ich habe für die Entscheidung mehrere Monate gebraucht, lang überlegt. Aber ich dachte, dass ich mit meinem Portfolio keine Probleme haben werde, in den USA Fuß zu fassen", sagt der heute 54-Jährige. Doch die Amerikaner waren zu konservativ für Arnold Haas. Und Styling begann ihn zu langweilen.    

1998 ging er nach Äthiopien. Er verliebte sich abermals: in das Land, die Menschen und ihre Tradition der Weberei. Haas begann Schals zu designen und gründete sein Label "Wubet", die "Schönheit" in der äthiopischen Sprache .    


 

Rückkehr nach Wien

Vor zwei Jahren hat Arnold Haas das Geschäftslokal in der Praterstraße 11 im zweiten Bezirk eröffnet.Reduziert und bescheiden ist es. Es passt  zum Designer. Dort  verkauft Arnold Haas seine Schals, die nach wie vor in Äthiopien gefertigt werden – sie kosten zwischen 115 und  165 Euro. Ein Preis, der die Arbeit der Weber wertschätzt. Sie sind keine  gesichtslosen, anonymen Fabriksarbeiter: Haas kennt jeden   persönlich. Manche der Schals sind aus Alpaka-Wolle. Diese  sind aus Chile, ebenso wie Schmuck und Taschen. Dort verbrachte er die vergangenen fünf Jahre.     

International hat sich der 54-Jährige einen guten Kundenstamm aufgebaut, er verkauft in New York, Paris, London. "Die 15  Jahre, die ich nicht in Wien  war, fehlen mir. Ich muss mir meine Kontakte und meinen Kundenstamm neu aufbauen", sagt Haas. Leicht sei das nicht. "Als wir 1984 angefangen haben, hat sich auch jeder gefragt, ob das g’scheit ist, was wir machen. Das hat sich 30 Jahre später nicht geändert." Zum Glück kommt  Mode nie aus der Mode. 

(kurier) Erstellt am 14.08.2012, 17:40

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