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KURIER
Markus Hirnsberger verwendet viel Hirnschmalz, um alte Autos zu reparieren
Markus Hirnsberger verwendet viel Hirnschmalz, um alte Autos zu reparieren - Foto: Matthias Rücker für Meisterstrasse

Letztes Update am 10.09.2012, 14:32

Seine Liebe geht durch den Wagen. Serie "Mein Meister-Werk": Ein Kfz-Mechaniker aus Sankt Johann in Tirol bringt Oldtimer wieder auf die Straße.

Von 0 auf 100 wie ein alter Bu-gatti! Auf die Frage, was denn das Schönste an seiner Arbeit ist, schießt ein hoch rasantes "Das Probefahren!" durch seine Kfz-Werkstatt in Sankt Johann in Tirol.

Junger Mechaniker repariert alte Autos, Markus Hirnsberger repariert sie alle: "Käfer, Bentley, Porsche – völlig egal, wenn ich es schaffe, wenn ich einen Wagen wieder zum Fahren bringe, darf ich eine Runde damit drehen."


Es riecht nach Benzin: "Daher weiß ich auch, dass sich jeder anders fährt."

 

Keine Ersatzteile

Dabei ist ihm die Oldtimer-Reparatur "irgendwie passiert", erzählt der Kfz-Mechanikermeister, der seine Firma in der Innsbrucker Straße vor fünf Jahren eröffnet hat: "Ich habe sie am Anfang zusätzlich angeboten. Und irgendwann bin ich erschrocken, als ich bemerkt habe, wie viele alte Autos ich hier in Arbeit habe." Vier von zehn Autos, so sein Auftragsbuch, sind bereits älter als 25 Jahre.

Warum Markus Hirnsberger im Umkreis von 20, 30 Kilometern ein sehr gefragter Mann ist, ist zunächst geografisch und sozioökonomisch bedingt (der Bezirk Kitzbühel ist nicht gerade als Armenhaus der Republik bekannt). Aber nicht nur das: Es gibt heute gar nicht mehr so viele Auto-Werkstätten, in denen man sich mit derart alten Schüsseln abgeben mag. In der  einen fehlt die Zeit, in der anderen fehlt das Know-how. Und in allen Betrieben fehlen oft die Ersatzteile.

"Einige Teile kann man  noch bei speziellen Händlern in Deutschland und in England kaufen", weiß der Restaurator im Automobilbereich. "Und wenn die nicht mehr weiter wissen, dann muss man das Teil eben selbst herstellen. Oder von einem befreundeten Handwerker herstellen lassen."

Der älteste Wagen, den er seziert hat, war Baujahr 1929. Auffallend auch: Vorkriegsautos wie Bentley, Riley, Alvis oder Ford fahren bei ihm öfters vor als Nachkriegsmodelle. Was nebenbei etwas über die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts erzählt: Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte auch die Automobilindustrie einige Zeit, um wieder in die Gänge zu kommen. "Bei meinen Kunden geht es dann wieder ab dem Jahr 1955 so richtig los."

Morris Minor 1000 Und selbst? Nennt der leidenschaftliche Mechaniker einen Morris Minor 1000, Baujahr 1962 und 125.000 Meilen auf dem Tacho, sein Eigen. Für alle, die mit seinem Beruf und Hobby nicht so vertraut sind, fügt er ehrfurchtsvoll hinzu: "Das war der Vorgänger vom Mini."

Das museale Stück steht nicht nur in der Garage. Bei schönem Wetter und trockener Fahrbahn darf das alte britische Fabrikat auch im Bezirk Kitzbühel miles and more sammeln.

 

KURIER-Leser auf der Meisterstrasse

Markus Hirnsberger ist Mitglied der "Meisterstrasse Austria".

Das österreichweite Netzwerk stellt außergewöhnliche Handwerksbetriebe und Manufakturen einer breiteren Öffentlichkeit vor. Alle Mitgliedsbetriebe finden Sie auf: www.meisterstrasse.at.Nächster Ausflug für KURIER-Leser am kommenden Sonntag,

16. 9.: – Treffpunkt um 10 Uhr in der Kfz-Werkstatt Hirnsberger, 6380 St. Johann, Innsbrucker Straße 84.  Anmeldung unter: 0676 / 88 44 88 40 bzw. office@meisterstrasse.at

(kurier) Erstellt am 10.09.2012, 14:18


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